Bücher im Januar (2022)

Hallo, neues Jahr, hallo neue Bücher. Im Bezug auf mein Lesen habe ich auch in diesem Jahr keine großen Vorhaben oder gute Vorsätze. Außer meinen Lesezielen, die ich jedes Jahr gleich aufstelle. Eines ändert sich aber: Anstatt unter meinen kurzen Rezensionen auf Amazon zu verlinken, mache ich das ab jetzt zu Genialokal*. Dort könnt ihr euch genauso gut über das Buch informieren und es genauso einfach kaufen. Und dabei unterstützt ihr noch den lokalen Buchhandel. Auch bei Genialokal ist es ein Affiliate-Link, d.h. für euch ändert sich beim Buchkauf gar nichts, nur ich bekomme einen kleinen Obolus, wenn ihr dies tut. Deswegen setze ich auch das Sternchen * an den Link, damit das hier alles transparent ist. Ich werde aber bald noch mal einen eigenen Artikel zu Genialokal schreiben.


To be taught if fortunate – Becky Chambers

Wie schon oben geschrieben habe ich mir dieses Jahr kein besonderes Leseziel gesetzt, aber vielleicht habe ich Lust auf mehr Genreliteratur. Die Bücher haben mir im letzten Jahr besonders Spaß gemacht. Also starte ich 2022 mit Science Fiction, und es bekommt gleich 5 dicke Sterne. Auf knackigen 140 Seiten erzählt Astronautin Ariadne darin von einer Weltraummission, die die Menschheit das erste Mal auf völlig unbekannte Planeten führt. Die Austronaut:innen sind Entdecker:innen, sie wollen auf diesen Planeten beobachten und dokumentieren, und kommen darüber ins Grübeln über die Menschheit. Das Buch ist ein langer Brief an die Menschheit mit einer Entscheidung am Ende. Es hat mich begeistert, weil es den Weg in den Weltraum erklärt, ohne groß auszuholen; kreativ und nachvollziehbar. Es konzentriert sich auf die Figuren ohne Dramatik, es zeigt mir, wie schön es ist, neue Dinge zu entdecken. Bisher leider nur auf Englisch, aber ja, so so gut.

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Hard Land – Benedict Wells

Ich habe noch nie Benedict Wells gelesen, also dachte ich, fange ich mal mit dem Buch an, das letztes Jahr wie ein Orkan durch die Buchbubble fegte. Jetzt bin ich verwirrt. Das ist doch ein Jugendbuch, oder? In diesem Fall kann ich gut damit leben. Da ich nun aber nicht mehr 15 bin (schockierend, ich weiß), hat das in mir sehr wenig ausgelöst. Die Story: klassische Coming-of-Age in den 1980ern. So klassischen sogar, dass es sich komplett durchkalkuliert anfühlt. Die meisten Szenen kenne ich schon irgendwoher. Die Charaktere unterhalten sich so nachdenklich und reflektiert, wie normale Menschen es vielleicht nach viel Therapie schaffen. Das fühlt sich alles warm und kuschelig an und ist für Teenager sicher neu und aufregend, für mich war es aber Plastik, irgendwas stimmte nicht. Ich bin also hin und her gerissen: als Jugendbuch sicher toll, für mich leider nix.

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Verschwörung gegen Amerika – Philip Roth

Das Thema des Buchs ist ein großes „Was wäre wenn“. Was wäre, wenn 1940 nicht Roosevelt amerikanischer Präsident geworden wäre, sondern der Nazi-Sympathisant Lindberg? Wenn die USA mehr und mehr nationalistisch und autoritär geworden wären und nicht in den 2. Weltkrieg eingegriffen hätten? Philip Roth erzählt das Ganze aus seiner eigenen Perspektive. Ein ca. 10-jähriger jüdischer Junge aus New York, der beobachtet, wie seine Familie und die Gesellschaft sich spaltet. Der ältere Sohn wird geblendet vom schönen Schein, die Tante von der Macht. Jüdische Menschen fühlen sich immer unwohler. Das erinnert manchmal auf ganz gruselige Art an die heutige Zeit. Das Buch ist ein Gedankenspiel, kommt für mich aber nicht auf den Punkt. Die erste Hälfte war spannend, wurde aber immer mehr zu einer öden Familiengeschichte. Mich hat interessiert, wie das Ganze weitergeht und welche Konsequenzen entstehen, stattdessen verliert sich Roth in platten Auflösungen. Die Story fühlt sich an, als hätte er am Ende selbst das Interesse verloren. Hat mich leider nicht überzeugt.

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When no one is watching – Alyssa Cole

Ein Thriller wie „Get out“ und „Das Fenster zum Hof“ zusammen, steht auf dem Cover, und genauso fühlt es sich an. Da hat das Buch gute Karten, denn das sind zwei meiner Lieblingsfilme. Ich würde es vielleicht noch so sagen: Das Buch nimmt sich das Thema Gentrifizierung vor und dreht es richtig auf, macht noch einen Abstecher zu Rassismus und schüttelt kräftig durch. Wir befinden uns in einer kleinen Nachbarschaft in Brooklyn, die hauptsächlich von Schwarzen Menschen bewohnt wird. Sydney hat sich gerade scheiden lassen, ist zurück ins Haus ihrer Mutter gezogen und erkennt ihre alte Nachbarschaft nicht wieder. Immer mehr Häuser werden verkauft und an wohlhabende weiße Familien übergeben. Kleine Eckläden machen zu und weichen Bio-Companys, die überteuerte Smoothis verkaufen. Es entstehen immer mehr Konflikte zwischen den neuen und alten Bewohnern. Einer davon ist Theo. Er richtet gerade zusammen mit seiner Freundin das neue Haus ein, schaut aus dem Fenster und beobachtet seltsame Vorkommnisse in der Gegend. Warum verkaufen die Menschen ihre Häuser so plötzlich? Und warum verschwinden sie so plötzlich? Woher kommen die Aggressivität und die Vorurteile? Das Buch startet sehr langsam mit nur wenig Spannung und dreht dann immer mehr auf. Am Ende vielleicht schon ein bisschen zu viel. Da wird es mehr eine Horror-Actiongeschichte, aber macht noch immer viel Spaß. Das Thema wird mir sicher noch lange im Kopf herumschwirren.

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