rolling stone Alben challenge

500 Alben Challenge (015)

Ich schaue mir ja immer die nächsten Alben in Fünfer-Schritten an, um diese kleinen Überblicke vorzubereiten. Auf diese Woche habe ich mich erstmal nicht so gefreut. Ganze drei Alben von Künstlern, die ich schon mal in dieser Liste hatte, die ich mal mehr, hauptsächlich aber weniger gut fand. …

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430: Vampire Weekend – Vampire Weekend

Kleine Anekdote: Ich habe Vampire Weekend mal fotografiert. Viel spannender als das Konzert selbst waren aber die Sicherheitsleute in einer Reihe vor der Bühne, die währenddessen immer mal wieder ein kollektiver Lachanfall schüttelte. Keine Ahnung warum, vielleicht war ihnen die Musik zu komisch, vielleicht war es ein interner Gag, auch egal. Ich weiß gar nicht mehr viel vom Konzert, aber ich habe noch genau den Anblick dieser Security-Gang im Kopf, die angestrengt versuchten professionell zu bleiben und trotzdem immer wieder lachen mussten.

Was ich weiß: Gut, jetzt aber zum Album! Vampire Weekend sind eine Indiepop-Band aus den USA, die einen besonderen Hang zu ungewöhnlichen Klängen haben. Afrikanische Einflüsse, klassische Instrumente, alles drin in diesem Debutalbum. 

Ah ja, da haben wir genau das, an was ich mich erinnere. Sehr leichte Popbeats, die hohe Stimme des Sängers, ungewöhnliche Melodien dazwischen, die die „Eintönigkeit“ des üblichen Indie-Pop aufbrechen. „A punk“ war ein Hit, das ist tanzbar, aber nur gerade so tanzbar genug. Vielleicht eher ein cooles Wippen. Ich fühl’s nur so halb. Vielleicht liegt es an mir, aber ich finde das ganze seltsam verkopft. Gerade weil die Instrumentalisierung ungewöhnlich ist, bring mich das oft raus. Hört euch mal „M79“ an. Das ist eigentlich gut, aber so im ganzen Arrangement zusammen wirkt das doch etwas gewollt. (Und plötzlich verstehe ich die Lachanfälle der Security doch ein bisschen.) Trotzdem, das Album schwingt ganz leicht, klingt nach Frühling und rausgehen und vor Kneipen stehen oder Büdchen-Bier trinken. „Campus“ mag ich, „Wallcott“ auch. 

Wenn nur ein Song, dann dieser: „Campus“


429: Brian Eno – Another Green World

Erst in der letzten Woche habe ich mir das Debut „Here come the warm jets“ angehört und fand es mit ein bisschen Anlauf ganz gut. Hier kommt jetzt, nur ein Jahr später (1975), Studio-Album Nummer drei. Und ich bin schon gespannt, ob ich dem Herren jetzt jede Woche begegne.

Was ich weiß: Mit diesem Album soll Brian Eno sich nun langsam vom Rock verabschieden und in Richtung Minimalismus, Synthie und Experimentalmusik wandern. Kein Glam mehr? Mal sehen.

Oh yes, jetzt wird es tatsächlich ein bisschen experimenteller. Ein bisschen Beat, ein bisschen Jazz, da muss nicht mal Gesang dabei sein. (siehe „Over Fire Island“) Bei anderen Titeln ist es dann eher Pop und freundlich und erinnert mich auch mal ein bisschen an die Beatles. („St. Elmo’s Fire“). Die Songs sind kurz, hat man sich gerade in einen reingehört, ist er auch schon wieder vorbei. Mit „In dark trees“ würde ich Filme untermalen, das ist düster und spannend. Auch „Everything merges with the night“ kann ich mir auf diese Weise sehr gut vorstellen. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass Brian Eno hier zwischen zeitgemäßen Songs sehr moderne Stücke ausprobiert, hier und da Musikfragmente, die später noch wachsen werden. Insgesamt ist das Album dadurch aber auch ein bisschen langweilig, weil unausgewogen. Ich hätte mir lieber mehr instrumentelle Stücke angehört. 

Wenn nur ein Song, dann dieser:  „In dark trees“


428: The Police – Outlandos d’Amour

Und noch eine Band, der ich auf diesem musikalischen Weg schon begegnet bin, wobei ich mit dem letzten Album echt nicht viel anfangen konnte. Irgendwas mag ich nicht an „The Police“, aber ich kann meinen Finger noch nicht genau drauflegen. 

Was ich weiß: Vor ein paar Wochen habe ich das letzte Police-Album gehört (also bevor sie sich aufgelöst haben). Dieses Mal ist das erste an der Reihe (von 1978). „Outlandos d’Amour“ ist schon mal ein guter Name, das muss man ihnen lassen.

Das klingt doch mal gleich nach einem Debut, oder? So viel Energie und nicht so „überproduziert“. „Next to you“ ist jetzt kein perfekter Song, aber er holt mich auf eine gute Art ins Album rein. Das hätte ich nicht gedacht. Danach geht es auch gleich mit den heute bekannten Singles los: erst „So lonely“, dann „Roxanne“ und später auch „I can’t stand losing you“. Ich bin übrigens noch heute seltsam fasziniert von „Roxanne“ – der Song hat immer Wirkung auf mich, den muss ich gleich noch mal ein bisschen lauter hören. Auf jeden Fall ist das Album viel funkiger als ich erwartet hatte, tanzbar und energisch. Aber mit lautem Bass und Schlagzeug kriegt man mich eh leicht. Im weiteren Verlauf des Albums kommen dann aber auch immer mehr die Reggae-Einflüsse durch und da verlieren sie mich wieder. (Obwohl ich „Masoka Tango“ aber dann doch irgendwie mag.) „Peanuts“ ist auch gut. 

Wenn nur ein Song, dann dieser: Roxanne


427: Peter Wolf – Sleepless

Keine Ahnung, was mich hier erwartet, also so gar keine. Habe ich den Namen schon mal gehört? So spontan würde ich jetzt sagen: Nein. Ich bin gespannt.

Was ich weiß: Nix, aber deshalb greife ich hier ja gerne auf Wikipedia zurück. Und die sagt: Blues! Bevor der Herr seine Solokarriere gestartet hat, war er schon in zwei großen Bands aktiv (The Hallucinations und The J. Geils Band), hatte seine eigene Radio-Show und war mit unzähligen Rockstars unterwegs. Ok, let’s go, educate me.

Erster Eindruck: It’s Dad-music! Das groovt so dahin und stört nicht, wenn es im Hintergrund läuft. Bei zweiten Song hört es sich dann ein bisschen mehr nach Country an und Mick Jagger kommt dazu. Alles seltsam. Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Vielleicht kann ich mich ein bisschen mit „Run silent, run deep“ anfreunden, danach wird es fast ein bisschen creepy, wenn dieser offensichtlich ältere Herr mit tiefer Stimme singt, dass er seine „Homework“ nicht mehr machen will. „Five O’Clock Angel“ ist bestimmt musikalisch auch gut, aber nee, ich glaube, so auf den ersten Eindruck wird das nichts mehr mit Peter und mir. Wenn ich hier den einen Song aussuchen muss, wird das wohl „Too close together“, weil da Kraft dahinter ist. Der Rest, puh, einmal hören hat da für mich jetzt doch gereicht. Ich weiß zwar, dass ich Alben oft mehrmals hören muss, bis sie nah genug an mich ran gekommen sind, aber vielleicht bin ich hier auch einfach die falsche Zielgruppe. Sorry, Peter.

Wenn nur ein Song, dann dieser: „Too close together“


426: Cheap Trick – At Budokan

Auch diese Band hatte ich schon in der Liste und mich dabei gefragt: Was machen die hier? 1980s poppiger Rock, irgendwie nichtssagend? Na gut. 

Was ich weiß: Cheap Trick hatten 1979 schon drei Studioalben veröffentlicht, waren in ihrer Heimat USA aber nicht so erfolgreich wie in Japan. Dort ist auch dieses Live-Album erschienen, mit dem sie dann auch zu Hause bekannt wurden. Ooooook. Dann zeigt mal, Jungs. Bisher waren die Live-Alben in dieser Challenge richtig gut.

„Hello there, Ladys and Gentlemen, are you ready to rock?“ Na was denkt ihr denn, Cheap Trick, ich bin seit Monaten so ready. Ich bin jedenfalls sofort da und die Live-Atmosphäre trifft die einsamen Punkte in meinem Körper. Mann, wie ich das vermisse. Ich könnte zwar noch immer nicht genau sagen, warum gerade Cheap Trick in dieser Liste auftauchen, aber dieses Live-Album macht Spaß. „Come on, come on“ mag ich richtig gerne. Das klingt nach Sommer und Aufbruch und bald wird alles besser. Der Live-Charakter des Albums kommt übrigens fast ausschließlich von der Musik, frisch und unmittelbar. Vom Publikum hört man nicht viel und Ansagen gibt es auch nicht, das ist schade. Das Album ist schnell und damit auch schnell durch. Das ist aber völlig ok und bringt am Ende sogar mit „Goodnight now, Ladys and Gentlemen“ alles zusammen. „Rund“ nennt man sowas. Ich mag’s.

Wenn nur ein Song, dann dieser: „Come on, come on“


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