#rp15

#rp15 – Republica in Berlin 2015

Es ist Anfang Mai. Die Pollen fliegen und mich zieht es nach Berlin. Pünktlich zum Bahnstreik steige ich den Flieger und schaue in meinen vollen Terminkalender. Ich möchte euch ja hier nix erzählen, aber in dem Moment, als ich am Gleisdreieck ankomme, kommt die Sonne raus. Schwöre.

Um Dienstag Morgen nicht ewig anzustehen, geht es Montag inoffiziell schon los. Mit Musik. Und Bier. Und vielen netten Menschen. Republica ist ein kleines Festival inklusive Bändchen. Ich habe ganz schnell 50 Leute gesehen, die ich kenne oder kennen sollte. Heute lausche ich aber lieber gemütlich zwei Jungs am Nebentisch, die noch einmal ihren Vortrag proben. Jemand anderes erzählt, dass sie Meme-Kolumnistin ist. Ich bin zu Hause.

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#Tag 1
Irgendwie funktioniert des Internet bzw. wie wir damit umgehen doch nicht so, wie wir es uns vor 10 Jahren vorgestellt haben. “The system is broken”, sagt Ethan Zuckerman, der liebevoll als einer der Guten angekündigt wird. Er arbeitet aber auch mit vielen Menschen daran, das Internet wieder zu reparieren.
Den Sketchnote-Vortrag habe ich zwar letztes Jahr schon besucht, trotzdem lerne ich wieder Neues. Ein Einhorn zeichnen zum Beispiel. EIN EINHORN! Und großartige Stifte zum Üben gibt es auch noch dazu.
Noch ein bisschen pausen und netzwerken und schon ist der Netflix-CEO in the house. Er bräuchte gar nicht so viel Werbung machen, hier sind eh schon alle angemeldet. Schön aber zwischendurch eine “Wir schaffen das”-Rede. Wir können alle Netflix-CEOs werden. Klar.
Beim “Nazis im Netz”-Vortrag lerne ich dann, dass das Krümelmonster heute zur rechten Promo benutzt wird. What?! Leute mit Krümelmonster-Tshirt sollte man sich in Zukunft also mal genauer ansehen… You are fucking killing me.
Zum Abschluss trinken wir Bier mit Nilz und Herm und machen Sport-Bingo. Ich gewinne nichts, aber hey, wir gewinnen doch alle.

 

#rp15
Aufgabe im Sketchnote-Workshop: Male dein Gegenüber ohne auf’s Blatt zu gucken

#Tag 2
Was ist von Tag 2 hängen geblieben? Vor allem @Astro_Alex! Ich wollte eigentlich gar nicht zum Vortrag von Alexander Gerst, weil ich noch eine wichtige Verabredung hatte, aber zum Glück hat sich das verschoben. Der ganze Saal, egal ob Mann oder Frau, hat sich sofort in den Herren im sexy Raumanzug verliebt. Aber der gehört UNS, liebe Berliner. Der kommt aus Köln.
Beim Vortrag über “neue” YouTube-Stars bin ich erst völlig verwirrt und dann wird mir alles klar. Das ist nix anderes als ganz normale Teenagerschwärmerei. Früher war das schlechter Boyband-Pop, heute virtuelle Freunde, die den Tag mit dir beim Shoppen verbringen oder dich anschreien. Faszinierend ist trotzdem, wie unglaublich FAKE das ist, obwohl Authentizität ganz, ganz hochgehalten wird. (Der Google+-Tattoo-Typ ist jetzt also ein YouTube-News-Typ wie LeFloid? So so.)
Da schaue ich am Abend mit einem Bierchen lieber den Herren von Rocketbeans zu. Erst im Panel und dann beim GTA spielen. Warum Let’s Plays? Keine Ahnung, wissen wir auch nicht, aber im TV läuft ja gerade nix.

#Tag 3
Wegen Terminen komme ich erst später, ich behaupte aber, dass die Party gestern zu heftig war. Klar. Heute lerne ich etwas über Cyborgs (Menschen, die jetzt schon ihren Körper mit technischen Hilfsmitteln verbessern) und wann wir unser Bewusstsein in die Cloud schicken können.
Ich lerne den Gründer des Tor-Projects kennen. Hallöchen, Jacob Applebaum. Respekt, dass sich da ein BKA-Beamter zu ihm setzt und mit diskutiert.
Am Ende singe ich wie jedes Jahr mit allen zusammen Bohemian Rhapsody und applaudiere dem Republica-Team für ihre großartige Arbeit. Danach darf endlich ohne schlechtes Gewissen getrunken werden.
Berlin, du warst gut zu mir.

 

Mein Republica-Resumee:
– Ich bin voller Koffein. 4 Sorten Mate im Kühlschrank und mehrere Kaffeebars. Plus nette Fritz-Cola-Leute. I’m in heaven.
– Ich habe Hunger: Zwar kann ich hier und da Veggie-Süppchen und Bratwurst und so essen, aber ICH HABE HUNGER.
– Mein Akku ist leer. Am ersten Tag starren wir noch kollektiv auf leere Steckdosen und trauen uns nicht. Bestimmt machen wir was kaputt und dann kommt der Johnny und schimpft. Raul bietet über Twitter seinen Rollstuhl als Ladestation an. Am zweiten Tag wird dann aber jede Angst vergessen und in Vortragspausen strategisch in Gängen um die Stromquelle herum genetzwerkt.
– Promis, Promis, Promis. Digitale und analoge. Nur kennt die “da draußen” fast keiner. Alle 5 Meter denke ich: Ach schau an, kenn ich doch (und dann: ach ja, die mich aber nicht). Das ZDF stellt William Cohn als Helmut Kohl verkleidet für Selfies bereit, Kai Wiesinger steht einfach rum und ist schön, Kai Diekmann ist hinter mir zu laut während ich telefonieren muss.

Bis nächstes Jahr!

 

#rp15

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