Gelesen im März (2018)

Der Frühling ist da und das heißt für mich endlich wieder DRAUßEN LESEN – im Park, auf dem Balkon, am Rhein. Hauptsache draußen. Also ab jetzt, denn der März war in der Hinsicht ja noch nicht so optimal. Fünf Bücher habe ich in diesem Monat gelesen und dabei war ein neues Lieblingsbuch und eines, das ich abbrechen musste.


(Die Titel sind als Affiliate-Links zu Amazon verlinkt. Dazu habe ich „normale“ Links zu den Verlagen eingefügt.)


Stadt aus Rauch – Svealena Kutschke

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Starten wir gleich mit dem besten Buch des Monats. Stadt aus Rauch wurde mir von Maria Christina Piwowarski empfohlen, die meine Lieblings-Buchhandlung Ozelot in Berlin leitet und mich noch nie enttäuscht hat. Mit Sicherheit ist das Buch schon jetzt eines meiner Highlights des Jahres, wenn nicht noch mehr. Ich habe es geliebt von der ersten bis zur letzten Seite. Svealena Kutschke erzählt ein Familienepos über vier Generationen und rollt dabei wie nebenbei die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts auf. Wir treffen treue Ehefrauen, strenge Bürokraten und verlorene Punker-Mädchen. Wir streifen durch das aufregende Berlin, schwimmen mit dem Tod in der Trave in Lübeck und verzweifeln an Rostock-Lichtenhagen. Das habe ich selten so lebendig und einfühlsam gelesen. Euphorisch und düster, manchmal hilflos und traurig. Und die Sprache in so wunderschön, dass ich Sätze immer wieder lesen wollte und es sicher auch noch werde.

 

A Room of one‘s own – Virginia Woolf

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„A woman must have money and a room of her own if she is to write fiction“
Warum wird dieser Text eigentlich nicht in Schulen gelesen? Wie oft ich von Frauen höre, dass sie sich gewünscht hätten, das Buch früher entdeckt zu haben. Ein kleiner Text, nur 112 Seiten, in dem Virginia Woolf ruhig und auf den Punkt erklärt, warum es bis Jane Austen eigentlich keine Literatur von Frauen gab, und dabei gleichzeitig aufzeigt, warum wir Feminismus brauchen und welchen Weg wir schon zurückgelegt haben. Bald hundert Jahre ist der Text alt und noch immer aktuell. Und auch beim zweiten Mal lesen, diesmal mit Notizen, noch immer fantastisch.
„No need to hurry. No need to sparkle. No need to be anybody but oneself.“

 

Jenseits von Afrika – Tania Blixen

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Hier habe ich aufgegeben. Nicht unbedingt, weil das Buch schlecht ist, sondern weil in dem Buch einfach nichts passiert und es mich so gelangweilt hat. In den 1930ern war es bestimmt aufregend episodenhaft über das Leben im Afrika zu lesen, heute erwarte ich da etwas mehr. Außerdem kann ich nicht gut damit, wenn mir hier immer wieder über “den Eingeborenen“ an sich erzählt wird. Ich bin mir sicher, die Neuübersetzung hat da schon gut dran geschliffen, aber trotzdem meh. Vielleicht lese ich es mal zu Ende an einem heißen gemütlichen Sommerabend. Jetzt hat es erstmal gereicht.

 

Alles über Heather – Matthew Weiner

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140 Seiten hat das Buch und die sind schnell weggelesen. Matthew Weiner ist der Autor von u.a. Mad Men, also habe ich mich schon auf weniger Handlung und mehr Charakterstudien eingestellt. (Und habe auch genau das bekommen) Auf der einen Seite haben wir ein reiches New Yorker Pärchen und ihre überbehütete Tochter Heather. So im großen und ganzen sind die beiden recht langweilig und unsympathisch, interessant ist es trotzdem. Auf der anderen Seite ist Bobby, der in einem Drogenloch aufwächst und später auch im Gefängnis sitzt. Das ist schon spannender. Insgesamt sind sie alle sehr interessante Figuren und das Buch liest sich sehr angenehm weg. Ich wollte wissen, was am Ende passiert und wie die beiden „Welten“ darin aufeinandertreffen werden. Das hätte man zwar noch mehr draus machen können, ich mochte es trotzdem.

 

Farbenblind – Trevor Noah

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Ich mag Autobiografien ja gar nicht so, diese hat es mir aber schon angetan. Denn zum einen ist die hier von Trevor Noah, dem neuen Moderator der Daily Show, und zum anderen hat er auch wirklich etwas Interessantes zu erzählen. Während in Südafrika noch die Apartheid herrscht, wird er als Kind einer Schwarzen und eines Weißen geboren – und das ist illegal. Passenderweise heißt das Buch auf Englisch „Born a crime“. Trevor wächst als einziges „weißes“ Kind unter Schwarzen auf, als einziges „schwarzes“ unter Weißen, und fühlt sich nirgendwo so richtig zu Hause. Ich habe viel gelernt über Südafrika, über institutionellen Rassismus und eine der tollsten Mütter kennengelernt, die man haben kann. Allein dafür lohnt sich das Buch schon.

 


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