Als mein Handy geklaut wurde

Jetzt mal Hand auf’s Herz. Welche Vorstellung ist für euch schlimmer: Wenn das Handy oder das Portemonnaie geklaut wird? Bisher dachte ich immer – auf jeden Fall das Handy. Damit mache ich alles, das brauche ich. Stellt sich heraus, ist auch so. 

Mein Jahr fing chaotisch an, denn kurz vor Silvester wurde mein Handy gestohlen. So richtig klassisch aus der Jackentasche geklaut. Kurz vorher war ich beim Optiker, um meine Sehstärke überprüfen zu lassen, und das hier ist tatsächlich das letzte Foto, das ich mit meinem Handy gemacht habe. (warum ich das weiß, später mehr)

Das letzte Foto von und mit meinem Handy, also ich eine doofe Brille anprobiert habe

Ich hatte es noch in der Hand, weil ich einen Podcast gestartet habe und eine Minute später konnten meine Kopfhörer sich nicht mehr verbinden. Weg war’s. 

Ich bin schon ein bisschen stolz auf mich, dass ich nicht gleich in Panik geraten bin. Im ersten Moment war ich auch nicht ganz sicher, was da gerade überhaupt passiert ist. Habe ich es vielleicht in meine Handtasche statt in meine Jackentasche gesteckt? Aber dann wären die Kopfhörer ja noch verbunden. Habe ich es verloren? Auch unwahrscheinlich. 

Und plötzlich fühlt man sich schon ganz schön hilflos, wenn man da auf dem Neumarkt steht, niemanden erreichen kann und ja auch nirgendwo rein kommt, weil der Impft-Nachweis auch darauf gespeichert war. Also bin ich nach Hause gefahren und habe erstmal durchgeatmet. (Nicht mit dem Leihfahrrad, denn dafür hätte ich, jaja, mein Handy gebraucht.)

Zu Hause war ich erstmal ganz froh, dass ich ein iPhone habe (hatte!), das ich gleich sperren konnte. Das kann man mit anderen Handys wahrscheinlich auch, aber damit kenne ich mich nicht aus. Über die „Wo ist“-App konnte ich es nicht finden. Also habe ich erstmal die „Kontakte“-App in meiner iCloud aufgerufen und Freunde angerufen, damit die mich beruhigen. Denn wer weiß heute schon noch Nummern auswendig? Ich nicht. 

Zu Hause fiel mir dann auch auf, wofür ich mein Handy eigentlich alles brauche. Hörbuch, Podcast, Musik hören, geht alles nicht mehr. Froh war ich dann wieder, dass ich noch ein altes Handy im Schrank hatte, auf das ich mein Backup aus der iCloud spielen konnte, so dass keine meiner Daten verloren gegangen sind. Alle Apps da, alle Fotos da (daher das letzte Foto), alle Texte da. 

Das Problem war: Ich hatte ja auch keine SIM-Karte mehr. Eine neue konnte ich zwar schnell beantragen, aber das hat durch Silvester und Neujahr ein bisschen gedauert, bis die ankam. Und auch da habe ich wieder gemerkt, für was man alles eine Telefonnummer braucht: Fast alle Kommunikation über Whatsapp oder Anrufe etc., für die Zwei-Faktor-Authentifizierung über alle wichtigen Apps, Online-Banking oder Internet außerhalb meines Wlan-Netzes. 

„Wie abhängig man ist,“ sagten gleich ganz viele, aber ich habe das gar nicht so empfunden, eher: wie vieles es einfacher macht. Kommt man zu spät zum Date schreibt man kurz eine Nachricht. Leihfahrrad mieten, unterwegs schauen, wann die Bahn kommt (weil die Kölner Anzeigen ja noch immer nicht funktionieren), geht alles nicht.

Ich habe am selben Tag noch eine Anzeige bei der Polizei aufgegeben, von denen ich auch zwei Wochen später noch nichts gehört habe btw. Zwei Tage später konnte ich das Handy zweimal kurz in Köln orten. Aber natürlich sagte die Polizei da, dass das nicht für eine Durchsuchung reicht, denn in diesem Haus können ja auch mehrere Parteien wohnen und die Ortung ist ja auch nicht immer ganz genau. Ich habe mir ein bisschen Sorgen um meine Daten gemacht, aber zum einen hatte ich es ja gleich gesperrt und zum anderen werden die Telefone angeblich nur zerlegt und die Einzelteile verkauft. Und so spannend sind meine Daten jetzt ehrlich gesagt auch nicht. 

Heute habe ich noch mal geschaut: Mein Handy konnte ich noch mal in Algier orten. Ich vermute also mal, dass ich das nicht mehr wiederkriege. Immerhin konnte ich auch sehen, dass alle Daten darauf gelöscht sind. 

Was für ein Start ins neue Jahr also. Ab jetzt halte ich mein Handy ganz besonders fest.


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