500 Alben Challenge (022)

Ich entdecke in dieser Challenge ja gerne alte Alben, von denen ich nichts weiß. In dieser Woche habe ich mich aber mehr auf die „neueren“ Alben gefreut. (Die sind ja auch meist schon 20 Jahre alt.) Ich sehne mich nach ein bisschen Power und weniger leichten Gitarrenmelodien. Oh, aber dann passierte auch noch das: Das erste Beatles-Album auf der Liste! Und schon war ich wieder verliebt. In die Beatles und diese Challenge. Das Album habe ich mehrere Male gehört. Eine sehr gute Runde.

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395: LCD Soundsystem – Sound of Silver

Mag ich, sogar sehr. Ich habe auch eigentlich alle Alben von LCD Soundsystem gehört, kann die aber um ehrlich zu sein nicht so super auseinanderhalten. Ich mag die unaufgeregte Mischung aus Punk und Electro.

Was ich weiß: James Murphy ist eigentlich Musikproduzent und Mitbegründer des Labels DFA Records. Nebenbei macht er ein bisschen als LCD Soundsystem Musik. Diese DJ-Sets werden immer populärer, und so veröffentlicht er ab 2005 insgesamt drei Studio-Alben (bei denen es eigentlich bleiben soll, aber 2017 kam noch ein neues dazu). „The Sound of Silver“ ist das zweite Album von 2007.

Oh ja, das ist so gut gerade. Ich hänge zu Hause rum und schon die ersten Beats machen mich wahnsinnig glücklich. Für mich könnte „Get innocuous“ auch gar kein Gesang haben, der Beat bringt’s schon. Was für ein großartiges Album! Ich mag wirklich jeden einzelnen Song, höre sie alle nacheinander weg und dann gleich nochmal. Bitte tut mir den Gefallen und hört euch jetzt dieses Album an. Egal, was ihr gerade macht. Es wird euch gleich bessere Laune machen. Ich liebe „Time to get away“ und „All my friends“. Wie erstaunlich es ist, dass sich die Songs alle sehr unterschiedlich anhören und trotzdem so gut zusammenpassen. Wie unterschiedlich „New York I love you but you‘re bringing me down“ ist. Und trotzdem passt es und ist so gut!

Wenn nur ein Song, dann dieser: All my friends


394: Randy Newman – Good Old Boys

Randy Newman ist der Herr, der die Toy-Story-Soundtracks gesungen hat. Deshalb muss ich ihn ja gern haben, oder? Ich habe jedenfalls so das Gefühl, dass er mir in der Challenge noch ein paar Mal begegnen wird.

Was ich weiß: Randy Newman hat nicht nur selbst viele, viele Alben produziert, sondern auch jede Menge Songs für andere geschrieben. „Good Old Boys“ ist das erste seiner Alben, das sich richtig gut verkauft, was u.a. mit einem kleinen Skandal um den Song „Rednecks“ zusammenhängt. Das Album beleuchtet verschiedene Aspekte des sog. amerikanischen Traums kritisch und war besonders bei Studenten beliebt. 

Ich habe kurz Angst als „Redneck“ startet und vermute, dass das so ein anstrengender patriotischer Countrysong ist. Dann denke ich „ach, doch ganz nett und selbstironisch“ und dann „wow, das ist sehr gemein und auf Konfrontation aus“. Es fällt oft das N-Wort und es ist gleichzeitig rassismuskritisch, puh. Es wundert mich nicht, dass der Song für ganz schön viel Aufsehen gesorgt hat. Und ich weiß auch nicht so genau, wie gut ich das finde. (Nicht die Kritik, sondern den Song.) Ich mag übrigens die neue Textfunktion auf Spotify, denn musikalisch holt mich das Album jetzt nicht direkt ab. So kann ich aber zum Beispiel bei „Marie“ mal reinschauen und mir kurz ans Herz fassen. (Und gleichzeitig den Kopf schütteln.) Überhaupt ist hier alles sehr auf Text angelegt, sehr politisch, sehr ironisch. „Mister President, have pity for the working man“ oder „Ev’ry man a king“ tragen das ja schon im Namen. Mir fällt auch auf, dass die meisten Songs sehr kurz sind. Sie kommen auf den Punkt und dann ist es gut. Mehr brauchen sie nicht. Insgesamt ist alles groß produziert, in der Gesamtheit fühlt es sich aber an wie ein Best of, wild zusammengestellt, nicht wie ein einzelnes Album mit Konzept.

Wenn nur ein Song, dann dieser: Marie


393: M.I.A. – Kala

Es hat mich früher schon verwirrt, dass es eine deutsche Band und eine UK-Künstlerin gibt, die denselben Namen tragen. Aber naja, hier ist die Sängerin M.I.A. gemeint. Mit „Paper Planes“ bin ich damals auf sie aufmerksam geworden, neuere Sachen mag ich aber auch gerne. 

Was ich weiß: Geboren in London, aufgewachsen im vom Bürgerkrieg geschüttelten Sri Lanka, in London entwickelt sie sich dann zur angesagten Künstlerin. Bevor sie 30 ist, ist bei M.I.A. schon einiges los. „Kala“ ist ihr zweites Album, für das sie eigentlich mit Timberland zusammenarbeiten sollte, aber wegen ihrem Lebensweg und politischen Lautstärke kein US-Visum bekommt.

Heute ist so ein Tag, an dem ich Lust auf gute Beats habe, also perfekt für dieses Album. „Bamboo Banger“ mag ich gleich sehr, das ist sehr tanzbar und auch komplex. Das geht bei „Birdflu“ so weiter, ist aber auch gleich anstrengender. Insgesamt hört sich das alles noch sehr frisch an und ich entdecke auch beim zweiten Hören immer noch interessante Aspekte. Die Mischung aus Einflüssen aus London und Sri Lanka hört man deutlich (also das, was ich da herein interpretiere natürlich) und das ist für meine Ohren ganz schön ungewöhnlich und spannend. „Jimmy“ mag ich auch, denn was sollen die Violinen da plötzlich? Toll! All die Samples sind so kreativ, und neben Geräuschen und Melodien hört man auch dann auch sowas wie „Where is my mind“ auf „20 Dollar“. „XR2“ ist auch großartig, aber alles tritt zurück hinter „Paper Planes“. Das ist wirklich so ein Klassiker, der die Zeit überstanden hat. Ich freu mich heute noch, wenn der Song beim Tanzen gehen kommt

Wenn nur ein Song, dann dieser: Paper Planes


392: The Beatles – Let it be

Das erste Beatles-Album in der Challenge! Hach, ich freue mich. Im Winter habe ich die wunderbare Doku “Geht back” zur Entstehung des Albums bei Disney+ gesehen und da ganz neue Eindrücke gewonnen. Jetzt freue ich mich sehr auf das Album. 

Was ich weiß: Die Beatles waren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr die dicksten Freunde. Es gab jede Menge Streitigkeiten und die vier hatten sich auch musikalisch schon voneinander weg bewegt. Die Entstehung des Albums sollte mit einer gefilmten Doku begleitet werden. Nach viel Streit und Rumsitzen sollten die Songs mit dem berühmten Konzert auf dem Dach der Abby-Road-Studios gefeiert werden, das schon nach 42 Minuten abgebrochen wurde. „Let it be“ wurde dann das letzte Album der Beatles. 

Mein Herz wird warm, es flattert ein bisschen. Es passt schon besonders gut, dass ich letztes Jahr die Doku zum Album-Prozess gesehen habe. Ich grinse bei „Two of us“, ich grinse bei „Dig a Pony“, ich entdecke neue Seiten von „I me mine“. Es könnte sein, dass die Challenge jetzt noch länger dauern wird, weil ich so tolle Alben immer wieder hören muss. Vielleicht wurde gerade eine kleine Beatles-Liebe wieder entfacht. Ich meine, setzt euch mal ganz ruhig irgendwo hin und hört „Let it be“, egal ob zu Hause, im Freibad oder unterwegs auf dem Fahrrad. Wie ruhig und friedlich plötzlich alles ist. Wie viel Kraft das hat. Und ja, das Album besteht eigentlich nur aus Songs, die die vier am Ende noch mal schnell zusammen geschmissen haben, bevor sie sich getrennt haben. Wie viel mehr freue ich mich daher auf alles, was ich da noch zu hören bekommen werde. Bei „Get Back“ kriegt’s mich dann auch noch ein letztes Mal. Paul <3.

Wenn nur ein Song, dann dieser: Let it be


391: Jackson Browne – The Pretender

Jackson Browne hatte ich schon hier in der Challenge. War ok, aber nichts, das in meine Heavy Rotation kommt. 

Was ich weiß: Noch mal zum Auffrischen, Jackson Browne ist ein US-amerikanischer Singer Songwriter, der besonderen Wert auf seine Texte legt. Dies hier ist sein viertes und düsterstes Album, in dem er den Selbstmord seiner Frau verarbeitet. 

Auch hier ist mein erster Eindruck wieder: ist nicht schlimm, alles okay, aber mich persönlich erreicht es nicht. Das plätschert so vor sich hin und wird gar nicht so düster wie angekündigt. Bei „Linda Paloma“ höre ist das erste Mal richtig hin. Das hört sich an wie einer dieser alten Schlager, das hätte auch vielleicht Roland Kaiser neu vertonen können. Das meine ich gar nicht abwertend, da wird auf gefühlvolle Art eine Geschichte erzählt. Irgendwie angenehm. Gleich danach „Here come those tears“ gefällt mir eigentlich auch. Könnte auch ein moderner Radio-Countrysong sein, oder? Hat auch ein bisschen was von Randy Newman aus dieser Runde. Der Rest des Albums lässt mich dann aber auch wieder sehr neutral zurück. Es läuft, ich laufe, meine Gedanken schweifen ab. Not my thing.

Wenn nur ein Song, dann dieser: Linda Paloma


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