500 Alben Challenge (024)

Es ist langsam Herbst und ich bereite mich auf gemütliche Abende zu Hause oder im Café vor. Die Bücher werden düsterer, die Musik normalerweise auch. Ob die Challenge da mitmacht? Diesmal ist die Quote jedenfalls auf meiner Seite. Drei tolle Alben, zwei eher nicht so.

Ich habe die Cover als Affiliate-Links eingefügt, weil ich so sicher sein kann, dass ich sie hier im Blog abbilden darf. Wer gerne Alben kauft, sei es auf Vinyl oder CD, kann das gerne über diesen Link machen. Der Preis verändert sich nicht und ich bekomme einen klitzekleinen anteiligen Beitrag.


385: Bob Dylan – Love and Theft

Das zweite Bob Dylan Album in der Challenge, auch wieder ein eher aktuelles. Das letzte hat mir ganz gut gefallen. Mal sehen wie es mit uns weitergeht. 

Was ich weiß: So richtig spannende Informationen finde ich über das Album nicht. Auf Wikipedia steht nur, dass es das erfolgreichste Album Dylans seit über 20 Jahren war (2001), Patz 5 in den Charts. Höre ich also einfach mal rein. 

Es fängt gleich mit dieser Bob-Dylan-Stimme an, nuschelig und irgendwie nicht im Rhythmus. Das hier ist der Dylan, vor dem ich Angst hatte in der Challenge. Because I don’t get it. „Summer Days“ gefällt mir, aber warum muss das von 2001 sein und auf diese Art gesungen? Wahrscheinlich sollte ich hier wieder mal mehr auf die Texte achten, aber ich habe hier keine Lust, mich tiefergehend mit dem Album zu beschäftigen. Wo mir das letzte Album so gut gefallen hat, dass ich das nicht nebenbei hören wollte, lenke ich mich bei diesem hier mehr und mehr ab. Und sogar damit geht es mir irgendwann ein wenig auf die Nerven. Für Dylan-Fans, die schon all seine Musik davor gefeiert haben, ist das hier vielleicht ein Highlight. Ich verstehe es nicht. Auch okay.

Wenn nur ein Song, dann dieser: Summer Days


384: The Who – A Quick One (Happy Jack)

Mein erstes The Who Album! Also in dieser Challenge hier. Um richtig etwas über diese klassischen Bands zu erfahren, ist die Reihenfolge, in der ich die Alben kennenlerne, übrigens eher komisch. 

Was ich weiß: The Who gelten als eine der einflussreichsten Bands der Musikgeschickte. Erst waren sie die jungen Wilden mit „My Generation“, später schrieben sie Rockopern wie „Tommy“. Das Album hier stammt eher aus einer experimentellen Phase der Band.

Was passiert denn jetzt? Ist der erste Track „Run run run“ noch nett zum Mitwippen, stürzen wir bei „Boris the Spider“ in so etwas wie ein gruseliges Kinderlied. Das geht dann auch genauso zusammengewürfelt weiter. Ich bekomme das Gefühl, dass hier ganz unterschiedliche Songs gesammelt wurden, die es irgendwann mal nicht auf andere Alben geschafft haben? Oder einfach irgendwas, das die Band gerade cool fand. Das Batman-Theme? Was soll „Cobwebs and Strange“ da mittendrin? Oder dieses „Fallala“ bei „A Quick one, while he’s away“?! „Heatwave“ ist toll, aber dann auch nur ein schlechteres Cover als das Original. Genauso wie „Barbara Ann“. Es gibt auch richtige Songs, wenn man genau hinguckt. „Don’t look away“ mag ich. Aber ich muss da oft an die Beatles denken, und da kommen The Who auf diesem Album leider nicht ran, sooorry. Wow, hier hatte ich echt viel erwartet und bin richtig enttäuscht. 

Nur ein Song: Don’t look away


383: Talking Heads – More Songs about Buildings and Food 

First of all, großartiger Albumtitel. Würde auch als Insta-Bio passen. Ich mag die Talking Heads sehr und weiß auch schon einiges über sie. Das Album habe ich aber schon lange nicht mehr gehört.

Was ich weiß: Die Band um David Byrne gilt als Meilenstein des New Wave. Mit viel Beats, wirren Texten und einer Mischung aus Ska und Funk machten sie besonders Kritiker Ende der 1970 Jahre auf sich aufmerksam. Dieses Album hier hat Brian Eno produziert und das soll man auch deutlich hören. 

Auch wenn beim ersten Hören kaum ein Hit ins Ohr springt, fühlt sich das Album seltsam richtig an. Vielleicht weil alles so herrlich zusammenpasst? Es ist so aus einem Guss und überrascht mich trotzdem an jeder Ecke. „I’m not in love“ zum Beispiel. Ich kenne die Coverversion aus den Neunzigern seltsamerweise viel besser, aber das hier ist richtig gut. „The good thing“ mag ich und „Artists only“. Alles tritt aber ein Schrittchen zurück hinter dem großartigen Cover von „Take me to the River“. Das hat einen ganz anderen Ton, ein anderes Gefühl als das Original und macht trotzdem alles richtig. Das ist Blues und Gospel und Funk, aber auf seine ganz eigene Art. Das müsst ihr euch unbedingt anhören.

Wenn nur ein Song, dann dieser: Take me to the River


382: Modern Lovers – Modern Lovers

Noch nie gehört. Nie. Selbst das Album-Artwork kann mir keine Hinweise geben. Erinnert mich an den David-Bowie-Song, hat aber sicher nichts damit zu tun. 

Was ich weiß: Die Recherche sagt, das Modern Lovers als Vorreiter des Punk gelten. Als das Album erschien, hatten sich Modern Lovers eigentlich schon aufgelöst. Aha. Sie kommen jedenfalls aus Boston (USA).

Einzählen: Love. Alles schon nach den ersten zwei Songs: Love, love, love. Stellt euch ganz entspannten Punk vor, vielleicht Slacker Punk. Mit Orgel. Aber noch nicht so richtig. Das bleibt konstant gut und ist auch noch ein bisschen lustig zwischendurch, siehe “Pablo Picasso”. “Astral Plane” und “Someone I care about” mag ich sehr. Ich höre da auch ganz viele Einflüsse für The Strokes und all die frühen 2000er “The-Bands” heraus. Das ist alles so melodisch und leicht, und trotzdem kratzt es. Ich mag es sehr und schiebe das gleich mal in meine Heavy Rotation. Macht Spaß, wenn man hört, wie sie aus dem Rock’n’Roll kommen und langsam in den Punk kriechen – bei “Government Center” zum Beispiel. Und dann „Dance with me“! Das ist so cute und zärtlich, hach.

1 Song: Government Center


381: The Beach Boys – Smile (2011 Version)

Wer hat Lust auf Sommer? Das ist doch das, was die Beach Boys ausmacht, oder? Ich kenne jede Menge Songs von ihnen, weiß aber nicht, ob ich je ein Album gehört habe. 

Was ich weiß: In der Rolling Stone Liste steht, dass das eine 5-Disk-Kompilation ist, puh. Auf Spotify sind es dann nur noch 2. Vielleicht sind dafür die ganzen Fragmente und Demos rausgelassen worden. Das fände ich ja ganz nett. Mich erwartet jedenfalls wie erwartet California Surf Sound, absoluter Pop, tanzbare Harmonien. 

Ich möchte kurz vorwarnen. Als ich das hier das erste Mal starte, sitze ich im Büro, habe einen stressigen Tag vor mir und draußen wird lautstark Gestrüpp geschnitten. Ich bin also ganz offensichtlich nicht in Beach Boys Stimmung… Eine halbe Stunde später sitze ich hier und grinse ein bisschen in mich herein. So wie Kinder, die eigentlich sauer sein wollen, aber über irgendetwas Albernes schmunzeln müssen. Mir ist nicht ganz klar, wie die Beach Boys das machen, wahrscheinlich mit einer Menge Schubidu und lustigen Geräuschen, aber meine Stimmung steigt bei jedem kurzen Song ein bisschen mehr. Fangt gleich mit “Our Prayer” an und sagt mir, dass alles danach nicht ein bisschen besser ist. Und das sage ich als Frau, die bei The Cure gute Laune bekommt. Natürlich kommen hier auch irgendwann große Hits, die man kennt: “Good Vibrations” und “Heroes and Villains” – und die haben es auch so verdient, heute noch gehört zu werden. Aber ich bin noch ein bisschen glücklicher über die Songs, die ich nicht kenne wie “Do you like Worms” oder “Vega-tables”. Und was für eine fast düstere Version von “My only Sunshine” ist das? Beach Boys made my day.

1 Song: Good Vibrations


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