500 Alben Challenge (020)

Weiter geht’s mit einem Mix aus alt und neu – für mich – also aus Musik, die ich schon kenne und Künstler:innen, die mir komplett neu sind. Die Genres sind in dieser Runde mal wieder gemixter, das mag ich sehr. Nach nun 100 Alben, ja, ich habe jetzt tatsächlich ein Viertel der Challenge gehört, kann ich schon einmal dieses kleine Fazit ziehen: Ich komme viel langsamer damit voran als ich dachte. Klar, ich könnte die Alben auch schnell weghören und mir kurz notieren, was mir einfällt, aber oft mag ich ein Album dann doch mehrmals hören und es in verschiedenen Situationen ausprobieren. Dann kommt hinzu, dass mich die Auswahl der Top 500 manchmal langweilt. Ich hatte das ja schon zu Beginn vermutet: alles sehr amerikanisch, viele alte Männer und eher klassische Genres. Da sind oft tolle Neuentdeckungen dabei, aber trotzdem fehlt da ab und an die Motivation. Naja, ich mache trotzdem gerne weiter mit meiner Challenge, schließlich ist das kein Rennen, das ich schnell hinter mich bringen will. 

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405: Big Star – Radio City

Big Star schon wieder! Dafür, dass ich vor dieser Challenge noch nie von denen gehört habe, tauchen sie hier ganz schön oft auf. Aber wie sagt die Rolling-Stone-Beschreibung so schön: Der Einfluss von Big Star übertraf ihren kommerziellen Erfolg bei weitem. 

Was ich weiß: “Radio City” ist das zweite Album von Big Star. (Ich habe hier schon das erste und das dritte gehört). Vielleicht sollte ich also noch mal kurz etwas zu Big Star schreiben. Gegründet hat sich die Band Ende der 1960er – Chris Bell und Alex Chilton sind die kreativen Köpfe. Es gab viele Streitereien, weil die Alben so unerfolgreich blieben, auch wenn “Radio City” heute als Meisterwerk gilt (oha). 1993 gab es noch einmal eine Reunion mir einigen Live-Alben. Die Band löste sich auf, nachdem Chilton 2010 starb. 

Nachdem ich das Album zur Hälfte gehört habe, fällt mir auf, dass ich noch gar nichts notiert habe. Das beschreibt alles wohl am besten. Da gibt es nichts, das mich fassungslos cringen lässt, aber auch nichts, bei dem ich unbedingt genau hinhören muss. Alles ist ganz gut und hörbar. „Daisy Glaze“ finde ich ganz gut. Das ist fröhlich und transportiert etwas. Vielleicht sollte ich zu dem Album einen Spaziergang machen und es nicht ruhig zu Hause hören? Ich habe das Gefühl, das gibt dem Album nichts. „Oh my Soul“ gefällt mir auch und erinnert mich total an den Titel-Track dieser 70er-Jahre Sitcom. (Nach kurzer Recherche weiß ich: der Titel-Song ist tatsächlich von Big Star, ha!) Was mir natürlich erst am Ende natürlich auffällt: „Oh my Soul“ gibt es zweimal auf dem Album – ganz am Anfang und ganz am Ende, einmal lang und einmal kurz. Ich nehme die Songs, zumindest beim ersten Hören, unterschiedlich war. Nach einem weiteren Durchgang auf einem kalten Spaziergang mit viel Sonne klappt es dann besser mit „Radio City“ und mir. Vielleicht braucht es das, keine Ahnung. Ich infde das Album jedenfalls ganz okay, aber eben auch nicht mehr.

Wenn nur ein Song, dann dieser: „Oh my soul“


404: Dr. John – Dr. John’s Gumbo

Kenne ich nicht, habe ich wahrscheinlich nie gehört. Der Name hört sich für mich ein bisschen nach einem One-Hit-Sommerhit an, aber dann würde das Album sicher nicht hier auf der Liste auftauchen. 

Was ich weiß: Bzw. was das Internet mir verrät. Mich erwartet hier Jazz und Blues! Dr. John treibt sich schon ganz früh in New Orleans und der schwarzen Musik des amerikanischen Südens herum, arbeitet im Hintergrund in Studios und ist Gründungsmitglied der “Black Music Co-Operative“ (wobei er selbst weiß ist). Er spielt mehrere Instrumente und ist so bekannt, dass Eric Clapton und Mick Jagger auf seinen Alben als Gastmusiker auftauchen. Später gründet er auch eine Allstar-Band mit u.a. Ringo Starr. „Dr. John’s Gumbo” ist sein fünftes Album (von vielen!) und ist von 1972. 

Da ich hier überhaupt keine Ahnung habe, was mich erwartet, überrascht mich „Iko Iko“ ein bisschen. Ich habe schnell recherchiert – es ist ein Cover. Ich mag es jedenfalls, es hebt die Stimmung. Es ist auch immer spannend, eine:n Künstler:in in der Liste zu haben, die:den ich überhaupt nicht kenne. Da ist ganz viel zu entdecken, aber gerade weil ich mich hier nicht auskenne, weiß ich nicht, ob das jetzt alles Cover sind oder auch eigene Songs. Ich höre jedenfalls feinen Blues, der Spaß macht. Aber auch nichts, was ich sofort im Gedächtnis behalte. Weiterhören will ich trotzdem. Was ich wirklich, wirklich mag: Dr. John lispelt ganz leicht, zum Beispiel bei „Let The Good Times Roll“ oder auch „Stack-a-Lee“. Insgesamt ist es ein angenehmes Album.

Wenn nur ein Song, dann dieser: „Iko Iko“


403: Lynyrd Skynyrd – (Pronounced Leh-Nerd Skin-Nerd)

Haha, was für ein Albumtitel! Ich kenne sie nur von “Sweet Home Alabama” und bin gespannt. 

Was ich weiß: Lynyrd Skynyrd wird dem Classic Southern Rock zugeordnet, heißt: Texte wie im Country über harte Arbeit, klassische Familien und das “echte” Amerika, dazu wilde Gitarrenriffs. Das hier ist ihr Debut-Album, das zwar nicht den großen Erfolg brachte, sie aber schon mal als richtig gute Liveband etablierte. 

Ich höre Gitarren, ich höre entspannte Rhythmen, mir geht’s gut. Der Sound überrascht mich, weil er zwar klassisch rockig klingt, aber viel frischer und schwungvoller ist. Hört mal “Gimme Three Steps”. Wenn die Sache zu weit richtig Country geht, z.B. bei “Things going on” oder “Mississippi Kid”, komme ich auch nicht mehr mit, aber selbst so ein klassischer Rocksong wie “Simple Man” hat genug Power, um mich richtig zuhören zu lassen. Und dann ist da “Free Bird”, ein Gitarrensolo, bei dem ich mitspielen will. Das will ich live sehen. Gebt mir meine Konzerte zurück!

Wenn nur ein Song, dann dieser: „Free Bird“


402: Nas – Illmatic

Ich freue mich jedes Mal, wenn in dieser Challenge HipHop vorkommt, weil ich dann auch ein bisschen mehr darüber lerne. NAS ist einer der klassischen Rapper aus den 1990ern, das hier sein Debutalbum. 

Was ich weiß: 1994 erscheint “Illmatic” und bekommt vom Hiphop Magazin „The Source“ das erste Mal überhaupt die volle Punktzahl verliehen. NAS erzählt in dem kurzen Album seine eigene Geschichte. Erst ein bisschen später kommt dann auch der weltweite Erfolg. 

Beim ersten Track bin ich noch skeptisch, weil ich nicht weiß, was er von mir will, bzw. wo es hingehen soll. Beim zweiten Track hat das Album mich schon. Wie gut ist “New York State of Mind“?! Ich kann natürlich nicht nachvollziehen, wie es in den 1980ern und 1990ern so in New York war, aber mit diesem Album bekomme ich ein Gefühl dafür. Und ist es das nicht das, was gute Alben können?  Die Musik ist so 1990er, das ist mir an manchen Stellen fast ein bisschen zu nostalgisch nostalgisch heute. Aber dafür kann das Album ja nichts. Ich höre relaxte Beats und Melodien, die im Gegensatz zum krassen Text stehen, in dem von viel Gewalt berichtet wird. Aber im Gegensatz zu so vielen Gangster-Rap-Alben mit Schüssen und hartem Gepose, glaube ich NAS hier jedes Wort. Ich kann dabei kaum einen Song einzeln hervorheben. Ich möchte das heute aber sowohl die ganze Zeit im Hintergrund laufen haben, als auch mich hinsetzen und mir die Songtexte durchlesen. 

Wenn nur ein Song, dann dieser: „New York State of Mind“


401: Red Hot Chilli Peppers – Californication

Dieses Album! Ich höre den Titeltrack und schon ist wieder Sommer, ich ein Teenager und alles ein bisschen besser. Was Musik so mit einem anstellen kann. Dabei bin ich gar kein Fan.

Was ich weiß: 1999 haben die Red Hot Chili Peppers schon eine laaaange Geschichte hinter sich – Suchtprobleme, wechselnde und tote Bandmitglieder, Welterfolge. Mit Gitarrist Frusciante sind sie berühmt geworden, für Californiacation kehrt er zurück. Interessant auch: Mit diesem Album schwören die Bandmitglieder den Drogen ab und sind ab jetzt clean.

Beim ersten Ton weiß ich schon, dass ich das Album hier nicht objektiv bewerten kann. Da hängen ganz schön viele Erinnerungen dran. Ich habe dazu und Clubs und Bars und auf Privatpartys getanzt. Oh Mann, wer erinnert sich noch an Tanzen auf Partys? Wie viel Power das Album heute noch hat! Das fällt mir besonders bei „Parallel Universe“ auf, an das ich mich sonst kaum erinnere. Die langsamen Songs mag ich hingegen gerade gar nicht so, auch wenn ich „Otherside“ noch immer mitsingen kann. Und „Road Trippin“ mich tief ins Herz trifft. Bei den Songs kommt der seltsame Text und wie wunderbar er auf Melodie geschrieben ist noch mal richtig durch. Natürlich merkt man das auch bei den schnellen Stücken, aber da ist es nicht so klar, finde ich. Ansonsten: Bass! Bass! Bass! Es ist laut und melodisch. Es ist seltsam und ich mag es. Besonders die Songs, die keine Hits waren. („Easily“, „I like Dirt“) Also los, wer ein bisschen Lust auf Ende der 1990er Funkrock hat, sofort hören.

Wenn nur ein Song, dann dieser: „Road Trippin“


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