500 Album Challenge (023)

Das war eine wilde Mischung diese Runde. Angefangen mit einem Album, dass ich sehr gut kenne, bis hin zu einer Musikrichtung und diesmal sogar Sprache, von der ich überhaupt keine Ahnung habe. Das war komplett außerhalb meiner Komfortzone und deshalb sehr spannend. 

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390: The White Stripes – Elephant 

Yeeees, ich freu mich. Dieses Album habe ich damals rauf und runter gehört und besonders die großartigen Musikvideos gefeiert.

Was ich weiß: Meg an den Drums, Jack an der Gitarre, mit diesem Album ging der White-Stripes-Hype richtig los. Alle lieben “Seven Nation Army” (auch wenn es erst Jahre später zur seltsamen Gröhl-Hymne wird), sie touren um die Welt, treten in Jarmushs “Coffee and Cigarettes” auf. Alles ist gut.

Ah, diese ersten Töne! Ich wusste nicht mehr, dass „Seven Nation Army“ der erste Song des Albums ist. Wie perfekt er ist, und wie wenig (wenn auch kurz) ich an gröhlende Fußballfans denken muss. Dafür ist es einfach zu gut. Mit wissendem Nicken geht es weiter. Vielleicht haben wir hier wieder ein Album, bei dem ich jeden einzelnen Song gut finde, und das ich leider schon viel zu lange nicht gehört habe. Zum Glück durfte ich schon früh in meinem Leben „There’s no room for you here“ hören und anwenden. Wie schön Langeweile sein kann bei „I just don’t know what to do with myself“. Ich sehe noch immer das Video von „Hardest Button to Button“ vor mir. Wenn Meg singt, ist es nicht so kraftvoll, aber zart und schön. Aber auch jeden Stimm-Kiekser von Jack möchte ich umarmen. Ich kenne das Album tatsächlich viel zu gut, um da objektiv drüber zu schreiben, sorry. Die Gitarre bei „Bell and Biscuit“! Hach, das geht immer so weiter. 

Wenn nur ein Song, dann dieser: Seven Nation Army


389: Don Henley – The End of Innocence

Das Album sieht aus wie ein 1980er Klischee. Ich erwarte, dass hier auf jeden Fall jemand Saxophon spielt. 

Was ich weiß: Don Henley ist Drummer und Mitbegründer der Eagles, also ein 1970s Superstar. Nach deren Ende macht Henley solo weiter.

Es fängt ziemlich genau so an, wie ich es mir vorgestellt habe. Don Henley singt von früher, ich langweile mich. Bei „How bad do you want it“ haben wir schon das angekündigte Saxophon. Und Background-Sängerinnen. Da habe ich ein bisschen Spaß. So Songs wie „I will not go quiet“ verwirren mich ja immer ein bisschen. Skandieren sowas nicht alte Herren, die zu überhaupt nichts gezwungen werden? Außer vielleicht Steuern zahlen? Naja. „New York Minute“ kenne ich irgendwoher, das ist okay, wäre mir aber vielleicht auch nicht aufgefallen, wenn ich es eben nicht kennen würde. Insgesamt ist das ganze Album wirklich sehr 1980s, aber nicht auf die Art, die heute Spaß macht. Hört euch mal „Gimme what you got“ an, daran hört man das ganz gut. 

Wenn nur ein Song, dann dieser: How bad do you want it


388: Various Artists – The Indestructible Beat of Soweto

So langsam freunde ich mich mit „Various Artists“-Alben in der Challenge an. Sie geben einen schönen Überblick über eine Musikrichtung, die hier sonst eher nicht vertreten wäre. Hier wahrscheinlich afrikanische Musik.

Was ich weiß: Südafrika, um genau zu sein. Die „Rolling Stone“ sagt, dass es das beste Weltmusik-Album aller Zeiten ist. Wobei der Begriff heute eher nicht mehr genutzt wird, oder? Bleiben wir bei einer Zusammenstellung südafrikanischer Musik aus 1985.

Ich muss sagen, ich freue mich richtig auf das Album. Das ist sowohl eine Musikrichtung, als auch ein Kontinent, die mir völlig fremd sind. Ich mag Sachen entdecken. Und hey, da bin ich hier offenbar richtig. Das ist alles so ungewohnt für mich, dass ich noch gar nicht sagen kann, ob es mir gefällt. Ich wippe gleich mit (gutes Zeichen), allerdings schweifen meine Gedanken auch schnell ab (kein gutes Zeichen). Ist aber auch fast klar, denn ich habe hier wirklich keine Ahnung, worum es geht, weil ich die Sprache nicht verstehe. Auf Anhieb gefallen mir „Qhude Manikiniki“ und „Indoda Yejazi Elimnyama“. „Sobabamba“ geht mir danach aber schnell auf die Nerven. Es ist viel Rhythmus und Wiederholung, und das muss wahrscheinlich genau ins Ziel treffen bei mir, sonst wird es anstrengend. Am Ende stimmt mich „Nansi Imali“ noch mal ganz versöhnlich. Das war wirklich ein Abenteuer. Mir erinnert es am Ende doch ein bisschen zu viel an Reggae, ich freue mich aber über die alles, bei dem ich mir einbilde, dass es Einflüsse zu irgendwelchen neueren Musikrichtungen sind.

Wenn nur ein Song, dann dieser: Indoda Yejazi Elimnyama


387: Wu-Tang Clan – Enter the Wu-Tang: 36 Chambers

Klassischer 1990er Hiphop. Wu-Tang Clan ist da ganz ikonisch, aber so richtig viel weiß ich von ihnen nicht. Ich kenne tatsächlich eher ein paar der Solo-Sachen der einzelnen Mitglieder.

Was ich weiß: Wu-Tan Clan ist die Supergroup des Eastcoast-Hiphop. Sie unter Vertrag zu nehmen ist gar nicht so einfach, weil sie garantieren wollen, dass alle Mitglieder sich jederzeit solo ausleben dürfen. 1993 erscheint dann doch dieses Debut-Album, das RZA komplett produziert. Die Besonderheiten sind Samples, Slang-Ausdrücke und Material-Arts-Kultur, aha. 

Ui, ich glaube, das mag ich auf Anhieb. Es ist zwar nicht ganz in meinem Dunstkreis angesiedelt, aber man hat gleich dieses Gefühl, dass das hier etwas Großes ist. Fühlt ihr das? „Shame on a N*“ ist toll, ich mag den Flow und diesen bissigen Beat. Das ist fast ein bisschen jazzig, wie das Piano in „Clan in da front“. Die eingespielten Skits gehen mir aber auch hier auf die Nerven, sorry. Dieses Stilmittel und ich werden einfach keine Freunde mehr. Ich verstehe ja, dass es zur Stimmung des Albums beitragen soll, mich bringt sowas aber immer nur raus und erinnert an schlechte Schauspielerei. Ich mag „Wu-Tang Clan Ain’t Nuthing ta F’Wit“ und „C.R.E.A.M“ (kennt man ja beide). Ich höre das alles sehr gerne, die Skits und Kung-Fu-Ausschnitte sind für mich aber Spielerei und eigentlich unnötig. Es ist ein gutes Album. Hip-Hop Hörer werden das sicher kennen, ob das für Nicht-Hip-Hop-Hörer was ist, weiß ich nicht. 

Wenn nur ein Song, dann dieser: Wu-Tang Clan Ain’t Nuthing ta F’Wit


386: Steely Dan – Pretzel Logic

Wir bekommen hier mal wieder 1970s Rock. Wäre ja auch komisch, wenn das in einer Runde fehlen würde. Steely Dan sagt mir was, aber auch nur vom Namen her. 

Was ich weiß: Benannt nach dem eisernen Dildo aus William S. Burroughs Kultroman “The Naked Lunch“, aha. Steely Dan soll besonderen Wert auf ironische Texte legen, die aber mit sehr guten pop-jazzigen Melodien begleitet werden. 

Erstmal Vorsicht: das Album fängt ganz leise an. Da sollte man nicht die Kopfhörer voll aufdrehen, Miriam! Wir starten mit dem herrlichen „Rikki, don’t lose that number“, das ich bisher immer ein bisschen langweilig fand, jetzt aber sehr mag. Entspannt und groovy. Ich mag’s wirklich sehr. Und so geht es auch weiter. Das rutscht manchmal schon ein bisschen ins Country, aber es stört mich hier gar nicht. „Barrytown“ zum Beispiel ist schön und könnte auch die Titelmelodie einer netten Wohlfühl-Sitcom sein. (Bis man auf den Text achtet.) Das Ganze wird gegen Ende des Albums irgendwann ein bisschen monoton, aber noch nicht so schlimm, dass ich mich langweile.

Wenn nur ein Song, dann dieser: Rikki, don’t lose that number


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