We Were Promised Jetpacks (Gebäude 9)

Das hier ist eine echte und dringende Empfehlung! Ich war dieses Jahr auf vielen Konzerten, auch vielen guten Konzerten – das hatte ich nicht erwartet.


We were promised Jetpacks sind eine Band aus Schottland, die als Schülerband angefangen haben und sich seit 2003 nach oben spielen. Ich habe Sie, glaube ich, durch den Song „Quiet little voices“ entdeckt, den ich gleich sehr mochte. Irgendwann habe ich mir das Album These Four Walls geholt. Es ist ein gutes Album, ich höre es ab und zu, ich mag den Akzent des Sängers sehr. Es hat mich aber nie so gefangen genommen, dass ich es die ganze Zeit und immer hintereinander hören musste.

Als We were promised Jetpacks das letzte mal in Köln waren, konnte ich leider nicht. Deshalb habe ich mich umso mehr auf das Konzert im Gebäude 9 gefreut und auch Freunde mitgenommen, die noch nie etwas von der Band gehört haben.

Kurz und gut. Live sind We were promised Jetpacks fantastisch. Am liebsten mochte ich „It’s thunder and it’s lightning“, weil selbst Leute, die den Song gar nicht kannten irgendwann anfingen, irgendwas mitzusingen und -summen. Adam Thompsons Gesang ist unglaublich. Er schreit sich auf beeindruckende Weise die Seele aus dem Leib. Das Publikum war die meiste Zeit so ruhig und angetan, dass er sogar vom Mikro wegtreten, und man ihn trotzdem noch klar hören konnte – trotz nicht grade leiser Bandbegleitung. Die Songs sind, besonders live, sehr intensiv und ich frage mich, ob die Band sogar ihr eigenes Licht mitgebracht hat, denn so gut war das im Gebäude 9 noch nie. Und obwohl die vier außer ihren Songs nicht viel gesagt haben und nach ca. 80 Minuten schweißgebadet ohne Zugabe von der Bühne verschwanden, das Konzert hat mich schwer beeindruckt.

Grad gefunden, Ton ist grausig, aber hey:

Stereo Total 2012 (Gebäude 9)

Seit ihrer Bandgründung 1993 in Berlin haben sich Françoise Cactus und Brezel Göring als Stereo Total ihr eigenes Universum geschaffen. Ich habe schon viel von diesem Universum gehört, mich bisher aber nie dorthin verlaufen. Ich kannte „Liebe zu dritt“, klar, und auch Madame Cactus fand ich bei Interviews immer sehr charmant. Mehr hätte ich auf Zuruf aber auch nicht über die beiden erzählen können.

Nun also ein Konzert im Gebäude 9 – tolle Location, allerdings nicht so sehr für Fotos. Nach einem sicherlich talentierten, aber sich selbst zum Gimmick machenden Support (die ersten paar Minuten war ich davon überzeugt, dass es ein verkleideter Christian Ulmen war), kamen Stereo Total raus und lieferten ab. Wenn ich nicht die komplette Fotoausrüstung dabei gehabt hätte, Mensch, was hätte ich tanzen können.
Es gab eine wunderbare Mischung aus altem und neuen, Elektro, Punk und Chanson, und so viele Unterbrechungen, dass ich bei jeder anderen Band wohl gezweifelt hätte. Jedes „Oh, warte mal kurz, ich habe mich verspielt“ war charmant, ein „Wie geht denn der Text weiter?“ / „Kann jemand mal die CD vom Merch holen, da sind doch immer Texte drin“ erfrischend. Und auch wenn vielleicht die Hälfte davon zur Show gehörte, ein ADHS-Junge, der seine verwirrte Tante anfeuert, beim nächsten Konzert bin ich wieder dabei.

Of Monsters and Men – 2012 (E-Werk)

Jaaaa. Endlich fängt die Konzertsaison wieder an und die doofen Festivals sind vorbei. Ich starte mit Of Monsters and Men. Die sind schon wieder in Köln und springen gleich vom Luxor ins E-Werk. Bei den Fotos vom letzten Mal waren die Isländer mit dem Licht schon sparsam – und trotz Lichtanlage im E-Werk musste ich mich hier schon wieder durch Dunkelheit und Rotlicht kämpfen.
Da die Musik mir ein bisschen zu folkig ist, bin ich eigentlich nur als Begleitung einer Freundin mitgegangen. (Bei ausverkauftem E-Werk ist es übrigens nicht einfach, jemanden nach den drei Liedern im Fotograben wiederzufinden…) Aber eines muss man Of Monsters and Men lassen – sie sind eine verdammt gute Live-Band. Ich hätte nicht gedacht, dass sie es schon nach so kurzer Zeit schaffen, ein ausverkauftes E-Werk souverän spielen zu können. Das sind immerhin 2000 Zuschauer.

Vorband Love

Vorbands. Ja, genau – Vorbands. Das ist ja auch so ein Thema. Eigentlich versuche ich immer, die Vorband auf einem Konzert auch mitzubekommen. Oft sind die eigentlich ganz gut, gelegentlich richtig richtig schlecht, die meiste Zeit aber kann man sich schon nach dem Konzert nicht mehr so richtig an die Vorband erinnern, wenn man nicht beschließt, noch beim Merch vorbei zu schauen.

Viele Zuschauer hören sich ein Paar Takte der Vorband an, um dann doch noch mal schnell draußen eine rauchen zu gehen oder sich noch ein Bier zu holen. Und bei manchem anderen ist da dieser Gedanke: Was, wenn die mal ganz ganz groß werden? Sagen zu können: „Ich habe [hier supercoole Band einfügen] ja schon live gesehen, als die als Vorband von [hier irgendwen eintragen, der eine supercoole Vorband haben könnte] waren!“ Ha! I listen to bands that don’t even exist yet.

Hier ein paar der Vorbands, von denen es sich gelohnt hat, Bilder zu machen:

Ahzumjot (Support für Gym Class Heroes)

Astairre (Support für Kasabian)

Elle King (Support für Of Monsters and Men)

Weekend (Support für The Kills)

Kids at the Bar (Support für The Sounds)

Ghost Poet (Support für TV on the Radio)

Admiral Black (Support für Boots Electric)

Big butts at the movies

Ich wundere mich gelegentlich, wenn Leute einfach so unglaublich viel Zeit haben. Und ich bewunderer es sehr, wenn Sie dann auch noch etwas sinnvolles mit dieser Zeit anstellen, und nicht nur das Fernsehprogramm auswendig aufsagen können oder nicht mal wissen, was sie so den letzten Monat getan haben.

Wie sinnvoll es ist, Baby got back aus knapp 300 Filmen zusammenzuschneiden, sei mal dahingestellt. Egal, I salute you for doing it.

gefunden bei den Filmfreunden.

Marilyns Jahrestag

Heute ist Marilyn Monroe 50 Jahre tot.

Als eine Ikone unserer Zeit – wie James Dean, Elvis Presley und vielleicht Kurt Cobain – wird ihr Gesicht so ziemlich auf alles gedruckt, das man sich vorstellen kann, am liebsten auch alle zusammen, und das hängt dann in Kinosälen, Hautarztpraxen und über der Wohnzimmercouch.
Marilyns Gesicht, ihre berühmtesten Fotos, sind bekannter als jeder Film oder jeder andere Schritt in ihrer Karriere je sein wird. Und mit jedem Jahr, das vergeht, werden die Filme unbekannter.

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