Alabama Shakes



Man stelle sich folgendes Szenario vor: Miriam hört ein paar Songs von einer Band und ist ziemlich beeindruckt von der Stimme der Sängerin. Mehr aber auch eigentlich nicht, denn der Stil ist so gar nicht ihrer. Als sie dann hört, dass besagte Band Köln besucht und man munkelt, dass sie eine hervorragende Liveband sein sollen, schnallt sich die Gute dann aber doch die Kamera um, um sich das mal anzusehen.

Die Kölner Live Music Hall war am 12.07. voll, aber ich habe sie schon vollgequetschter gesehen. Netterweise hörte der Regen mal für ein paar Stunden auf, so dass man auch noch gemütlich draußen sein Bier trinken konnte. Insgesamt war das Publikum sehr angenehm gemischt – Hipstercrowd, die typischen Konzertgänger, alte Blueser, Typen mit langen Haaren, alte Bekannte und Menschen, die ich schon mal irgendwo gesehen habe.
Die Alabama Shakes scheinen sich also schon einen gewissen Ruf aufgebaut zu haben, und das ohne die ganze Zeit im Radio zu laufen, wie es sonst bei den Bands ist, die plötzlich in der Live Music Hall spielen.

Beim Fotos machen, bekommt man ja nie so viel davon mit, was eigentlich grade auf der Bühne passiert. Wenn man sich zu sehr auf’s Optische konzentriert, läuft alles Akustische nur so mit. Was ich aber gleich merkte: Wow, die Frau kann singen. Und zwar nicht nur so ein bisschen. Wahrscheinlich fühlt man sich so, wenn man das nicht so ganz erwartet hat und dann von so viel Talent vor den Kopf gestoßen wird. Auf der CD ist das jedenfalls bei weitem nicht so gut, und so herum hat man das ja auch eher selten.

Nach den obligatorischen drei Liedern fotografieren habe ich mir einen Platz am Rand gesichert, weil ich meine Begleitung nicht mehr gefunden habe, und bin anscheinend in eine große Fan-Truppe geraten. Die Damen und Herren haben gefeiert, getanzt und ihre Stimmung mit zahlreichen Hilfsmitteln nachgeholfen. Zu Beginn war die Musik auch wie erwartet nicht meine Richtung – richtig gut, aber eben nicht so meines. Je länger das Konzert ging, desto mehr gefiel es mir aber. Sei es, dass die Band mehr und mehr den alten RocknRoll oder ein bisschen Funk auspackte, die Begeisterung der Fans ansteckend war, oder diese verdammt gute Stimme mich nach jedem Stück auf’s Neue überrascht hat. Ich werde mir die CD jetzt auf jeden Fall noch einmal genauer anhören – besonders, um dieses eine Lied zu finden, das ich am besten fand, und von dem ich keine Ahnung habe, wie es heißt…

Konzerte im Juli

Ups, ist ja schon der Erste heute. Ich bin ein bisschen zu spät mit meiner Liste. Aber es ist ja eh Finale heute. Verpasst haben wir also noch nichts, keine Sorge. Der Juli sieht leider ein bisschen mau aus. Zum einen, weil ich diesen Monat nicht viel Zeit hatte, mir die kleinen Acts anzusehen, zum anderen ist der Kalender aber auch wirklich leerer als sonst, oder?
Also bitte:

weiter weiter weiter…

Boots Electric 2012

Bei mir herrscht grade ein wenig Konzertflaute. Eigentlich wollte ich heute bei DIE ANTWOORD fotografieren, aber ich Doofsack habe viel zu spät angefragt. Selbst Schuld. Da grade c/o Pop ist, dachte ich, finde ich sicher schnell etwas anderes schönes. Und jaaaaaaa: Heute spielen Kakkmaddafakka. Hätte mich ja noch mehr gefreut, wenn die nicht erst um zwölf anfangen würden. Ich bin doch alt und muss morgen arbeiten, Mensch!
Aber vielleicht wage ich es ja doch noch. Mal sehen wie müde ich nachher bin.

Damit es aber in der Zwischenzeit mal wieder ein bisschen was zu gucken gibt – schließlich ist ja Content King, lernen wir in jeder guten SEO-Schule – habe ich ein paar Fotos vom letzten Boots Electric Konzert herausgesucht.
Wer eine kurze Erklärung braucht: Boots Electric ist das Soloprojekt von Mr. Jesse Hughes, seineszeichens Sänger und Gitarrist von den wunderbaren Eagles of Death Metal. Jawoll. Das klingt noch genauso rocknrollig, haut aber noch viel mehr Funk rein und überhaupt.
Das Album Honkey Kong hat ein paar fantastische Songs dabei, meine liebsten sind das Boots Electric Theme und Speed Demon. (Sofort anhören!)

Wie auch immer, das Konzert im kleinen Kölner Gloria war eines der besten, die ich dieses Jahr gesehen habe. Zum Fotografieren zwar ein wenig schwierig, denn es gab keinen Graben und die Menge um mich herum hat getobt als wäre das das letzte Konzert der Welt, aber genau so muss das sein. Die meiste Zeit konnte ich die Kamera nur ungefähr in die richtige Richtung halten und hoffen.

Und obwohl Jesse an dem Abend wirklich richtig krank war, das Konzert eigentlich absagen sollte und was weiß ich was genommen hat, damit er das durchhält, haben wir nicht nur die Boots Electric Songs, sondern auch noch eine ganze Reihe Eagles of Death Metal bekommen. Ich werde also ab jetzt behaupten, die Eagles of Death Metal im Luxor gesehen zu haben. Yeah!

Nun gut, ich kann versichern, dass ich nach kurzer Zeit völlig kaputt war und mir alles weh tat, aber gelohnt hat es sich für alles.
Hie die Fotos:

Blood Red Shoes im Nebel

Wow. Was war das denn? Am 29.05.2012 haben die Blood Red Shoes im Kölner Gloria gespielt und ich habe sie das erste Mal live gesehen. Wie konnte ich das denn so lange verpassen?
Ich mag die CDs der beiden. Höre ich gerne ab und zu. Das ist aber gar kein Vergleich zu dem, was die beiden live können. Die Blood Red Shoes sind die Briten Laura-Mary Carter und Steven Ansell – zwei Personen auf der Bühne, die beweisen, das man gar nicht mehr braucht, um anständigen RocknRoll zu machen.

Ich war schon zur Vorband da. Wallace Vanborn waren richtig gut. Da muss ich noch ein bisschen nachrecherchieren und die auf meinen kommenden Live-Listen vormerken. Laut.de schwärmt jedenfalls von „sexy Tanzbarkeit der treibenden Schlagzeugeinlagen“, das kann ich nur bestätigen. Die krachen, und zwar genau richtig. Leider war ich ein bisschen zu spät da und konnte keine Fotos mehr machen.

A propos Fotos: Die Blood Red Shoes haben sich erstmal kräftig um Nebel auf der Bühne gekümmert, bevor sie auf die Bühne gekommen sind. Ähm, ja – danke dafür. Das macht das Fotografieren nicht leichter. Dazu kam, dass ich noch nie in so einem schmalen Fotograben war, und das zu siebt! Naja, die Kollegen waren nett und es gab nur Leichtverletzte. Außerdem bin ich nur 1,60m und fast jeder kann über mich drüber fotografieren…

Nachdem die Kamera dann aber weggepackt war, habe ich mir einen Platz am Rand und der Bar gesichert, und konnte mir alles genau ansehen. Das Publikum war wirklich seltsam gemischt, aber sehr angenehm, tanzwütig und spannend. Wir wurde mal wieder sehr deutlich, wie toll Drummer sind. Drummer – sind – toll! Und Steven Ansell erst.

Das Konzert hat im Ganzen nur etwas über eine Stunde gedauert, aber das Publikum hat jede Sekunde davon genossen. Perfekt!

Ich kann auch Hiphop! – Die Gym Class Heroes 2012

Es ist ja kein Geheimnis, dass ich eher im Rock- und Pop-Bereich ein bisschen abseits der Radiolieblinge zu Hause bin. Und obwohl man die Gym Class Heroes natürlich genau da hört, war ein eher Hiphop-lastiges Konzert erst einmal eine Herausforderung für mich.

Das Publikum war sehr gemischt. Alt, jung, sehr hiphop, völlig drupp und viel mehr Mädels, die wohl nicht alleine wegen der Musik da waren, als ich vermutet hatte… Da wurden Brüste hochgeschnürt, der beste Platz in der ersten Reihe verteidigt und der Lippenstift nachgezogen. Aha – ich habe gelernt, dass Sänger Travie McCoy mal mit Katy Perry zusammen war. Soso.

Für die Fotos hat mich das natürlich wenig interessiert. Ich war wirklich froh, dass es einen Graben gab und ich mich nicht dort durchkämpfen musste. Das war der Sänger vermutlich auch. Also nicht für mich, sondern eher, dass die ganzen Damen ihm nicht direkt ums Bein fallen konnten.

Das Licht war wie immer so naja. Ich musste also mit hohem ISO fotografieren und auf ein gutes Foto warten. Es sind nicht viele geworden, dafür gefallen sie mir aber richtig gut.

Dann Konzert war übrigens ok, geht aber besser. Die Vorband, also der Rapper Ahzumjot samt Kollege und DJ, hat gezeigt, wie man das Publikum auch mitreißen kann, wenn man Katy Perry gar nicht kennt. Die waren super. Die Gym Class Heroes haben zwar auch aufgedreht, aber kaum Überraschendes oder Neues geboten. Auch waren mir die Zwischenansagen ein bisschen zu preachy und pädagogisch wertvoll. Wenn das Publikum tanzen will, sollte man nicht 10 Minuten davon berichten, was für eine Wurst man in der Schule war. Jajaja.