The World’s End (2013), Edgar Wright

worlds end

Wisst Ihr woran man merkt, dass man alt wird? Wenn man diesen Film lustig findet.
Zum einen kennt man Simon Pegg und Nick Frost schon seit Shaun of the Dead und ist ein bisschen mit den Filmen mitgewachsen. Zum anderen, ja ja ja, erwische ich mich selbst oft genug dabei, dass ich Freunde am Kragen packen möchte, um sie mal wieder mit zum Trinken zu schleppen. TRINKEN! Wie früher (TM). Leider sind jetzt alle Mutter, Vater, leben kalorienbewusst und vernünftig, und müssen früh raus.

weiter weiter weiter…

Cabaret (1972), Bob Fosse

Cabaret
Oh nein, ein Musical! Jajaja. Da singen tatsächlich Leute, schlimm. Und wie unrealistisch… (im Gegensatz zu allen Filmen, die gerade stattdessen so im Kino laufen). Aber verstehen kann ich es ja. Die meisten Musicals, besonders so ziemlich alles, was sich aktuell so bezeichnen darf, ist Grütze. Es gibt aber tatsächlich gute Filme, in denen getanzt und gesungen wird.

Cabaret ist von 1972 und keines dieser Musicals, vor denen man sich so sehr fürchtet. Niemand bricht hier plötzlich in Gesang aus, klärt uns detailliert über die Gefühlslage auf und holt uns aus der Realität des Films. Die Handlung wird durch Stücke aus der Cabaret-Show unterbrochen, die zur Handlung passen. Es sind also eher kleine Pausen.

weiter weiter weiter…

Beast of the Southern Wild (2012) – Benh Zeitlin

Copyright by Ben Richardson/MFA+ FilmDistribtuion

Copyright by Ben Richardson/MFA+ FilmDistribtuion

Der „Bathtub“ liegt im Küstengebiet von Louisiana, noch vor den Dämmen von New Orleans; ein Sumpfgebiet, das halb überspült ist. Hier lebt Hushpuppy, eine Sechsjährige, zusammen mit ihrem Vater und einer Horde Menschen, die die Gesellschaft verlassen haben, oder auch von ihr verlassen worden sind. Trinker, Spinner, Einsame.

Wo zurzeit nur Superheldenfilme und „Alte-Filme-ganz-neu-mit-CGI-und-3D“ die Kinos füllen, überraschte dieser kleine Film letztes Jahr und macht glücklich. Es ist das Regiedebut von Benh Zeitlin, mit Hauptdarstellern, die vorher noch nie gespielt haben.

weiter weiter weiter…

Take Shelter (2012) – Jeff Nichols

Ich gehöre tendenziell nicht zu den Menschen, die sich gut Zitate aus Filmen merken können. Gar nicht. In der Regel weiß ich eine Woche später nicht mal mehr, was am Ende passiert ist. Ich gehöre allerdings zu den Menschen, bei denen sich ganz selten, dann aber richtig, ein bestimmten Satz ins Hirn brennt, der in bestimmten Situationen unausweichlich hervorbricht.
Wie gut, dass mir da sonst gerade kein Beispiel einfällt. Also dieses hier: „There is a storm coming like nothing you have ever seen!“ Jedes Mal, wenn es draußen dunkel wird und der Wind losgeht, spukt das in meinem Kopf.

weiter weiter weiter…

Soylent Green (1973) (Richard Fleischer)

Hach, da wollte ich hier über die allerbesten Filme schreiben, und dann komme ich mit Soylent Green um die Ecke. Der Film ist nicht perfekt, bei Weitem nicht – und das sieht man schon daran, dass er in deutsch als Jahr 2022… die überleben wollen veröffentlicht wurde. Wow. Schlimm.

Trotzdem mag ich den Film. Düstere Zukunftsvisionen und Dystopien können, wenn Sie nicht grade von Emmerich produziert werden, sehr unterhaltsam sein. Besonders wenn sie aus 1973 stammen und uiuiui, das Jahr 2022 voraussagen.

Charlton Heston - Soylent GreenDer Film beginnt mit einer wirklich tollen Fotocollage, die den Prozess zur dystopischen Welt von 2022 abbildet. Es geht um Umweltverschmutzung, Überpopulation, und den Verbrauch der natürlichen Ressourcen. Es leben 40 Millionen Menschen in New York und es ist so voll, dass es nicht mehr genug Wohnungen gibt. Die Ärmsten leben auf der Straße und in Hausfluren, wer Glück hat, teilt sich winzige Appertements. Auch mit der übrigen Versorgung sieht es schlecht aus. Nur die Reichen können sich noch frisches Wasser und echte Nahrung leisten – eine Schale Erdbeeren für 150$. Für den Rest gibt es synthetische Nahrung. Die neueste Entwicklung ist „Soylent Green“ – konzentrierte Plättchen aus Algen, die jeden Dienstag razioniert an die Armen verteilt werden. Aber auch das ist knapp.

weiter weiter weiter…

Das Fenster zum Hof (1955) – Alfred Hitchcock

Eigentlich wollte ich lange überlegen, welchen Film ich hier als erstes vorstelle. Meine Lieblingsfilme wechseln ständig und etwas themenrelevantes ist mir zu langweilig. Mh. Spontan ist immer gut, daher habe ich jetzt Das Fenster zum Hof ausgesucht. Das ist mir gestern eingefallen, als mir mal wieder die Nachbarn von gegenüber ins Schlafzimmer starrten. Ich sollte wirklich langsam Vorhänge anbringen.  Außerdem stecke ich grade in meiner 40er/50er-Jahre Phase. Das reicht als Grund.

Rear Window, Alfred Hitchcock, James Stewart, Grace Kelly, 1954
Das Fenster zum Hof ist von 1955 und laut Wikipedia Hitchcocks vierzigster Film. Während manche ihn für einen seiner besten Filme halten, schreien die anderen, dass er viel zu einfach sei. Es stimmt, in dem Film passiert relativ wenig, er spielt nur in Jeffs Wohnung und die unterschiedlichen Figuren im Hof sind einfach und bei weitem nicht dreidimensional angelegt. Dies ist aber grade ein wesentlicher Faktor der Dramaturgie, denn wir, die Zuschauer, sehen alles aus dem Blickwinkel der Hauptfigur, und der reduziert die Nachbarn gerne auf Offensichtliches – nennt sie Miss Torso und Miss LonelyHearts.

Aber von Vorne:

Wir beginnen am Morgen mit einem Schwenk durch den Hinterhof. Es ist heiß, wir sehen die Nachbarn durch die Fenster oder im Garten sitzen. Dann schwenkt die Kamera zurück zu Jeff (James Stewart) und zeigt in wenigen Bildern die Ausgangssituation. Er sitzt schlafend in einem Rollstuhl, sein Bein bis zur Hüfte eingegipst. Neben ihm liegen die Einzelteile einer zerstörten Fotokamera und wir sehen Fotos von Explosionen und Aufständen. Jeff ist offensichtlich Fotojournalist und sitzt nach einem Unfall zu Hause.

weiter weiter weiter…