500 Alben Challenge (009)

Grunge-Lieblinge, Songs wie Sonnenuntergänge, ein Plastikpopstar auf der Farm, ein Album, das ich mehrmals hören musste und eine Sexikone nach seiner Scheidung. Die Challenge bleibt spannend. 

Ich habe die Cover als Amazon-Affiliate-Links eingefügt, weil ich so sicher sein kann, dass ich sie benutzen darf. Wer gerne Alben kauft, sei es auf Vinyl oder CD, kann das gerne über diesen Link machen. Der Preis verändert sich nicht und ich bekomme einen klitzekleinen anteiligen Beitrag.


460: Hole – Live through this

Dieses Album! Wie lange habe ich das nicht mehr und wie viel habe ich das damals gehört! Hier gibt es jetzt Courtney-Love-Liebe, deal with it.

Was ich weiß: Courtney Love war mit Kurt Cobain von Nirvana verheiratet. Fünf Tage bevor „Live through this“ erschien, nahm er sich das Leben. Die Aufmerksamkeit für das Album hätte also nicht größer sein können und das Album war ein Hit. Und was weniger Leute wissen: Kurt Cobain hat daran noch mitgeschrieben – so wie Courtney übrigens an den Nirvana-Texten. So.

Ich bin immer wieder entsetzt, wie viele Menschen schlimme Hassgefühle gegen Courtney Love haben. Wenn man dann konkret fragt warum, können sie es meist gar nicht oder nur sehr frauenfeindlich beantworten. Das hier ist unser Grunge-Feminismus, gehört mit zur Riot-Grrrl-Bewegung, wenn auch nicht so offensichtlich. Mit „Violet“ wird gleich der Ton des Albums gesetzt. Wie bei vielen Grunge-Songs wird auch hier innerhalb eines Songs immer wieder zwischen ruhigen und harten Passagen gewechselt. Herrlich, nachdenken und schreien. Der Text von „Asking for it“ – toll! Und dann geht „Doll parts“ direkt ins Herz. Was mich wundert: Obwohl ich das Album so früh schon so viel gehört habe, kann ich mich kaum an die Texte erinnern, sondern nur an das Gefühl, dass sie transportiert haben. Ok, von den Texten habe ich damals auch nicht wirklich etwas verstanden. Schön, dass ich das alles jetzt noch einmal aus einer anderen Perspektive entdecken kann. Lohnt sich.

Wenn nur ein Song, dann dieser: Violet


459: The Drifters – Golden Hits

So, da haben wir den Salat. Schon wieder ein Best-of in der Liste, aber diesmal eines, das es nicht bei Spotify gibt. Nach ein bisschen Recherche finde ich heraus, dass auf „Golden Hits“ 12 Songs waren. Ich habe auf Spotify „The Drifters: The Essentials“ gefunden, also nehme ich jetzt das. 

Was ich weiß: The Drifters sind eine der erfolgreichen Soul/Blues-Bands überhaupt. So ziemlich jede kennt mindestens einen Song von ihnen. Dabei sind sie nie eine feste Gruppe gewesen, sondern wechselten ständig die Mitglieder aus. 

Nach dem Geschrei der guten Frau Love gestern ist das hier wirklich etwas ganz anders. Neue Stimmung, neues Album. Hier ist alles voller Liebe, die Welt ist in Ordnung. Hört „This magic moment“, schaut euch einen Sonnenuntergang dabei an und denkt an eure Liebsten. Das ist schön. Ein bisschen Eskapismus ist genau das, was ich gerade brauche. „Save the last dance for me“! Aber ja, immer doch. „Some kind of wonderful“ und alles ist warm und schön. Dabei entdecke ich auch neue Songs wie „Up on the roof“. Da alle Songs nur um die zwei Minuten lang sind, ist das Album auch ganz schnell durch. Wer also ein kleines Pick-me-up zwischendurch braucht – bitte anhören.

Wenn nur ein Song, dann dieser: Some kind of wonderful


458: Elton John – Tumbleweed Connection

Immer wieder wundere ich mich auf dieser Liste, warum ich sehr gute Alben auf einem der hinteren Plätze finde. Und dann sehe ich den nächsten großen Namen und denke „Ach ja, die gibt’s ja auch noch!“ Elton John und die ganze bunte Pop-Meute war ja noch gar nicht vertreten.

Was ich weiß: Der britische Boy träumt vom Wilden Westen und interpretiert sich das auf diesem Album zurecht. Soll er mal, warum auch nicht.

Wenn ich Elton John lese, erwarte ich natürlich bunt und schrill – und hier höre ich gleich beim ersten Song einen bluesigen Sound. Könnte das fast Country sein? „Country Comfort“, wie der dritte Song heißt? Jawohl, das sind aber auch die Songs, die ich am wenigsten mag. Bei „Son of Your Father“ hört man dann schon ein bisschen, wo die Reise mal hingehen wird. Richtig verliebt habe ich mich in „Love Song“ – unbedingt hören, der ist so gut! Und „Amoreena“ bitte auch. Ich glaube, aus dem jungen Mann wird noch was. 

Wenn nur ein Song, dann dieser: Love Song


457: My Morning Jacket – Z

Hier ist der Beweis dafür, dass man manchmal Alben mehrmals hören muss, um das Besondere an ihnen zu entdecken. Beim ersten Durchgang fand ich das Album entspannt und ganz gut, mehr aber auch nicht. Aber dann, aber dann …

Was ich weiß: Diesmal nicht viel. My Morning Jacket ist eine relativ bekannte Rockband aus Kentucky, USA. So richtig groß waren sie nie. Z ist ihr 4. Album und 2005 erschienen. 

Beim ersten Hören war das alles nett, irgendwie Urlaubsmusik. Die kann ich mir sowohl gut in einer Strandbar mit schönem Cocktail in der Hand als auch in einer einsamen Berghütte vorstellen. Richtig gut für den Hintergrund eben. Beim nächsten Hören heute habe ich das alles ganz anders empfunden. Viel komplexer und interessanter, ich wollte die Musik auseinandernehmen. Auch interessant: Beim ersten Hören mochte ich ganz andere Lieder lieber als beim zweiten Hören. Jetzt sind es „It beats for you“ (starke Drums!), „What a wonderful world“, „Off the record“ (da ist wirklich alles drin) und „Lay low“ (das Gitarrensolo macht was mit mir – Emotionen!). Mal sehen, was passiert, wenn ich das Album noch mal höre …

Wenn nur ein Song, dann dieser: Off the record


456: Marvin Gaye – Here, My Dear

Ich vermute jetzt mal, Marvin Gayes Musik ist nicht dafür gemacht, dass ich sie morgens zu Hause alleine bei der Arbeit höre. Nun ja. Man kann sich nicht immer alles aussuchen. 

Was ich weiß: Ein sexy Marvin-Gaye-Album, bei dem es um Trennungen geht? Ok. Das Album erschien spät in seiner Karriere. Bei seiner Scheidung wurde vereinbart, dass er ein weiteres Album machen und alle Einnahmen an seine Ex-Frau zahlen müsse. Also nahm er das hier auf. Ok. 

Im ersten Song wird sich begrüßt, im zweiten gibt es den Heiratsantrag – das ging schnell. Ab hier geht es dann wohl bergab. „When did you stop loving me, when did I stop loving you?“ Na also. Das Album kann man eigentlich ganz gut hören, es haut mich aber nicht um. Zu viel Saxofon für mich, sorry. Zu viel stöhnen und knurren (ja, wirklich), es ist fast ein bisschen aufdringlich. Außerdem schaue ich aus dem Fenster dem Regen zu und da kommt beim besten willen kein kuscheliges Soul-Gefühl auf. Ab der zweiten Hälfte, also der B-Seite, gefällt mir das Album aber besser und besser – besonders „A funky space reincarnation“, der Titel schon!

Wenn nur ein Song, dann dieser: Is that enough



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