500 Alben Challenge (006)

Könnte das die beste Runde der 500 Alben Challenge sein, die ich bisher hatte? Möglich, aber ich hoffe ja, dass es nach und nach immer besser wird. Heute mit dabei: eine kontroverse Liebe, ein Guilty Pleasure und eine Meinungsänderung.

Ich habe die Cover als Amazon-Affiliate-Links eingefügt, weil ich so sicher sein kann, dass ich sie benutzen darf. 😉 Wer gerne Alben kauft, sei es auf Vinyl oder CD, kann das gerne über diesen Link machen. Der Preis verändert sich nicht und ich bekomme einen klitzekleinen anteiligen Beitrag.


475: Elvis Costello and the Attractions – Armed Forces

Verwirrung! Auf meiner Liste steht der Albumtitel „Armed Forces“, das Cover ist aber von „Imperial Bedroom“. Was mache ich denn jetzt? Ah, in der Beschreibung steht 1979, also bleibe ich bei „Armed Forces“. Ganz ruhig, Miriam.

Was ich weiß: Elvis Costello ist ein britischer Singer-Songwriter. Ich halte ihn für sehr bekannt, auch wenn ich spontan keinen Song von ihm nennen kann. 

Ich muss gestehen, dass ich bei ersten Hören ein bisschen enttäuscht bin. Elvis Costello ist doch der Künstler, bei dem alle gemeinsam den Daumen hoch halten. Das Album hier ist netter Gitarrenpop, aber an keiner Stelle muss ich innehalten und mit dem aufhören, was ich gerade mache, um genauer hinzuhören. Als ich mich ein paar Stunden später noch mal besser auf das Album konzentrieren kann, entdecke ich die düsteren Texte. Ahaaa – die fröhliche Popmusik soll also wohl im Kontrast dazu stehen – und das funktioniert auch sehr gut. „I’d rather be anywhere else than here today“, singt Herr Costello da zum Beispiel, und ich werde das sicher bei nächster Gelegenheit vor mich hin summen. 

Wenn nur ein Song, dann dieser: Oliver’s Army


474: Manu Chao – Próxima Estación: Esperanza

An dieser Stelle muss ich mich wieder ein bisschen überwinden. Hiermit werde ich in meine Abi- und Studienzeit zurückgeworfen, wo dieses Album in JEDER WG lief. Und damals mochte ich es wirklich nicht.

Was ich weiß: Manu Chao singt in ca. 10 Sprachen und mixt die auch gerne mal innerhalb eines Songs. „Próxima Estación: Esperanza“ kam 2001 heraus und war sein zweites Soloalbum.

Beim ersten Song „Merry Blues“ möchte ich meine negative Meinung das erste Mal ändern. Das ist gar nicht so schlecht. Lief das damals auch schon bei den WG-Partys? Kurz danach nehme ich das aber erstmal wieder zurück – das ist so fröhlich und fast volkstümlich und nervt mich einfach maßlos. „Me gustes tu“ ist glaube ich der Hit des Albums, der überall und in jedem Mix lief und zu dem dir Menschen ungefragt von ihrem halben Jahr in Bolivien erzählt haben. Ab dem Zeitpunkt muss ich aber irgendwann zugeben, dass ich das Album eigentlich ganz gut finde. Natürlich wäre es netter, wenn es dabei gerade nicht wie aus Eimern regnen würde. „Denia“ mag ich, und „La Chinita“ auch. Vielleicht ist das hier wie an einem richtig schönen Strand zu sitzen, allerdings mit Leuten, auf die man nicht so richtig Lust hat. 

Wenn nur ein Song, dann dieser: Me gustas tu


473: The Smiths – The Smiths

Hier kommt eine kleine Kontroverse in der Challenge. a) Wie kann ein The Smith-Album so weit unten auf der Liste sein? und b) Kann man The Smith eigentlich noch guten Gewissens feiern, wenn man in Betracht zieht, was so aus Mister Morrissey geworden ist?

Was ich weiß: The Smith gelten als eine der erfolgreichsten britischen Post-Punk-Bands und waren nur 5 Jahre zusammen. „The Smith“ war ihr Debut-Album und bestach besonders durch seine Kombination aus Humor und Traurigkeit. 

The Smith feiern trotz Morrissey? Oh ja, sage ich, man muss ja jetzt nicht mehr auf seine Konzerte gehen und ihm Geld dalassen. Aber das hier – das ist für die Waveboys and -girls, die Traurigen, die Sentimentalen. Das hier ist ein Album, bei dem man im Bett liegt und die Gedanken wandern lässt. Manchmal wird es ein bisschen anstrengend, z.B. bei „Miserable Lie“ oder „The hand that rocks the cradle“, manchmal so wunderbar romantisch wie bei „Reel around the Fountain“ oder „This Charming Man“. Das hier ist ein großes Album und The Smith bleiben in meiner Lieblingsliste. 

Wenn nur ein Song, dann dieser: This Charming Man


472: George Michael – Faith

Auch wenn mir das vorher nicht klar war, ich stolpere hier über ein Guilty Pleasure, das ich gleich mehrmals hören muss. 

Was ich weiß: George Michael gehörte in den 80ern zum unglaublich erfolgreichen Popduo Wham und machte ab 1987 mit „Faith“ solo weiter. 

War ich in den 80ern etwa ein Kinder-Fangirl? Warum kann ich jedes Wort von „Faith“ mitsingen? Und von „Father Figure“ auch? Ich entdecke hier noch ganz neue Seiten an mir. „Faith“ ist aber auch ein perfekter Popsong. Im Video zu „Faith“ spielt der gute George garantiert nicht Gitarre und schwingt seinen hübschen Hintern. I’m fine with that! Außerdem muss man sich das auch erstmal trauen, einen über 9 Minuten langen Song mit dem Titel „I want your sex“ auf’s Album zu machen, der dann nicht mal creepy ist. Trotzdem: Im Laufe des Album wird es immer langweiliger. Kann aber auch an diesen komischen, remasterten Alben auf Spotify liegen – da weiß man nie, was noch zum Original-Album gehörte und was nicht.

Wenn nur ein Song, dann dieser: Faith


471: Richard and Linda Thompson – I want to see the bright lights tonight

Von den beiden habe ich nie gehört, das Cover noch nie gesehen. Ich bin gespannt. 

Wa sich weiß: Habe ich nie gehört, ist wohl britischer Folk Rock. Bei Erscheinen des Albums interessierten sich Fans und Kritiker nicht wirklich dafür – das kam dann wohl erst später.

Was passiert hier? Die Musik und der Gesang sind zunächst nicht sonderlich aufregend, dann bricht plötzlich eine Art irische Folksmusik hinein. Ich bin sehr verwirrt. Offenbar ist alles auf dem Album sehr traurig, aber ich verstehe nicht wirklich warum. 

Das Album ist nicht schlecht, ich mag es sogar, wenn die beiden zusammen singen, z.B. bei „Down where the Drunkards roll“. Trotzdem stürzt mich das alles immer wieder in Verwirrung. Hier geht es einfach um Abgründe, aber das nimmt mich nicht wirklich mit. „I’m just a little beggar girl“, „(There’s nothing at) the end of the rainbow“, das ist in seiner Intensität irgendwann wieder lustig. Come on, sie erzählen einem Baby, wie schlimm die Welt ist: „Life seems rosy in the cradle, but I’ll be a friend and tell you what’s in stock. There’s nothing at the end of the rainbow, there’s nothing to grow up for anymore.“ Wow. Alles seltsam, aber deshalb vielleicht auch gut.

Wenn nur ein Song, dann dieser: I want to see the bright lights tonight


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