3 Dinge, die ich am Bahnhof in Hannover gelernt habe

Normalerweise bin ich zweimal im Jahr für Konferenzen in Hannover. Dieses Jahr natürlich nicht. Dabei habe ich so schöne Erinnerungen an die (un)spektakuläre Stadt. Und wie viel ich da schon gelernt habe!

1: Es gibt Wasser, das nach Kaffee schmeckt. Oder soll es Wasser sein, in dem Koffein ist? Moment – ist das dann nicht einfach Kaffee?! Alles verrückt. Solche Entdeckungen macht man in Hannover am besten Samstagnacht im Rossmann im Bahnhof. Da scheint eh die ganze Stadt unterwegs zu sein. 

2: Wenn dein Zug 20 Minuten Verspätung hat, ist deine Zugbindung aufgehoben und du kannst jeden Zug nehmen, den du willst. Ok, wahrscheinlich wussten das alle schlauen Pendler schon. Ich habe das aber im Bahnhof in Hannover gelernt. Und so bin ich mit meinem Supersparticket eine Stunde früher in Berlin angekommen.

3: Und hier vielleicht die wichtigste Erkenntnis, die mich letztes Jahr zur legendären Figur des Sketchnote Barcamps gemacht hat. Ich habe gelernt: Vorsicht bei langen Röcken auf Rolltreppen. Ja ja, denkt ihr, weiß man doch. Hat Mutti schon gesagt. Aber wenn man mit dem Rollkoffer in der einen Hand und dem Kaffee in der anderen noch schnell runter zur U-Bahn muss, kann einem das schon mal entfallen. Da klemmt man sich schon mal den Rock in der Rolltreppe ein und muss den dann schnell ausziehen, damit man nicht vollkommen aufgefressen wird. Und ja, dann steht man vielleicht in Unterwäsche im Bahnhof in Hannover und fummelt den Rock viel zu lange wieder aus der Rolltreppe heraus. Ich hoffe ja, dass es davon keine heimlichen YouTube-Videos gibt. Also: Rock festhalten auf der Rolltreppe.

Und noch ein Bonus zu dieser Geschichte. Ich habe über mich selbst gelernt, dass mir mein kleiner Rolltreppen-Unfall nicht wirklich peinlich war. Ich hatte kurz Angst, dass ich gefressen werde (weil ich keinen Notknopf gefunden habe), klar. Aber als ich schnell aus dem Rock gehüpft bin und froh war, dass ich kein langes Kleid anhatte und mein Oberteil anbehalten konnte, habe ich nicht lange darüber nachgedacht, dass ich da in Unterwäsche stehe.

Warum? Vermutlich, weil niemand dabei war, die ich kannte. Dann wäre mir meine Ungeschicklichkeit vielleicht kurz peinlich gewesen. Aber dort in Unterwäsche stehen? Ich hatte ja einen guten Grund dafür. Und ob jemand im Bahnhof meinen Hintern schön oder hässlich findet, ist mir nicht nur in dieser Situation tatsächlich sehr egal. 

Vielleicht braucht es manchmal so eine seltsame Situation, um sich dessen bewusst zu werden.


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