5 Tage in Paris

Erinnert ihr euch noch? Vor einem Monat war Karneval, da ging der ganze Schlamassel los. Und ich war zum Glück noch mal in Urlaub – auf einem Kurztrip nach Paris. Vielleicht ist es ein bisschen Quatsch, genau jetzt darüber zu schreiben, aber ich habe Lust, mir schon mal Reiseziele anzusehen. Für nächstes Jahr oder so. Und von Köln aus ist Paris ganz schnell erreichbar. 

Um genau zu sein, ist Paris mit dem Zug gerade mal 3:20 Std. von Köln entfernt. Ich bin schneller in Paris als in Berlin! Und mit dem Thalis ist die Fahrt auch gleich viel besser, ich sag nur automatische Sitzplatzreservierung, größere Sitze, Wlan. Bon!

Sightseeing in Paris

Am besten ist es, sich bei einer Städtereise vorher zu überlegen, was man dort machen und sehen will. Dann gibt es auch keinen Streit mit der Begleitung, wenn man eine dabei hat. Wir wollten a) rumstreunern, b) in Cafés sitzen und Wein trinken und c) uns ein paar Sehenswürdigkeiten ansehen. Ein guter Plan.

Was lohnt? Das hängt natürlich von euren Vorlieben ab. Wir waren nur ein paar Tage in Paris und haben uns deshalb für diese Stationen entschieden:

  • Vom Tour Montparnasse über Paris schauen. Wie alles in Paris ist das nicht günstig, der Eintritt kostet mittlerweile 18 €. Dafür fährt man im Aufzug ruckzuck in den 59. Stock und steigt danach noch ein paar Treppen hoch bis auf die Aussichtsplattform. (Ich bin mir sicher, dass es da auch noch einen Aufzug gibt.) Dafür wird man mit einem spektakulären Blick über Paris belohnt. Es lohnt sich natürlich eher, wenn das Wetter gut ist. 
  • Sacré Coeur de Montmartre. Auch hier bekommt ihr einen wunderschönen Blick über Paris, aber umsonst. Dafür mit tausenden Menschen. Wer kein Problem damit hat, durch überfüllte, touristische Straßen zu laufen und dann überfüllte Treppen hinauf zu steigen, schafft es vielleicht auch noch, einen freien Platz auf einer der Bänke auf dem ersten Plateau zu finden. Dann ist es toll. 
  • Der Eiffelturm. Man muss ihn nicht unbedingt besuchen. Man muss sich nur jedes Mal freuen, wenn man ihn im Stadtpanorama entdeckt. 
  • Friedhof Montparnasse. In Paris sind sogar Friedhöfe Sehenswürdigkeiten. Wer keine Zeit oder Lust hat, den großen Père Lachaise zu besuchen, kann auch über diesen kleinen hier schlendern. Auch hier gibt es einiges zu sehen, z. B. das Grab von Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre.
  • Shakespeare and Company. Ok, wie könnte ich Paris besuchen, ohne mir eine der tollsten Buchhandlungen der Welt anzusehen. In verwinkelten Räumen schmiegen sich die Bücher hier in jede Ecke. Alles auf Englisch, schön sortiert, tolle Auswahl. Es wird gebeten, hier nicht zu fotografieren, und so kommt man hier tatsächlich schnell ins Stöbern. Und wer ein Buch kauft, bekommt auf Wunsch auch einen Stempel auf die erste Seite, um es als Trophäe mit nach Hause zu nehmen. 

Ein Besuch im Louvre

Paris hat so viele großartige Museen, aber das hier ist natürlich das Krönchen. Wir haben uns einen Tag für den Louvre genommen, aber eigentlich reicht das hinten und vorne nicht. Zum einen: da ist so viel drin! Zum anderen: der Louvre ist unendlich voll, so viele Touristen! Wir hatten aber Glück, bei uns war es ok, Corona on its way. Ein paar Großartigkeiten galt es natürlich abzuklappern: 

  • Wer sie noch nie live gesehen hat, wird von der Mona Lisa sicher enttäuscht sein, denn sie ist winzig und man muss zusätzlich anstehen, um einen Blick auf sie zu werfen. Aber hey, trotzdem steht man da vor der Mona Lisa. Für mich haben solche Momente immer etwas Bewegendes.  
  • Eines meiner Highlights: Das Floß der Medusa. Da bin ich nicht nur von den Dimensionen überwältigt, schließlich steht man hier vor ca. 5 x 7 Meter Leinwand. Ich will da einfach nur sitzen und starren. 
  • Anders bei meinem zweiten Highlight, der Nike von Samothrake. Da möchte man nicht still stehen, sondern sie aus jedem Blickwinkel betrachten. Der Blick von der Treppe aus und dieses Licht! Dazu kommt noch, dass sie ca. 2200 Jahre alt ist.  (Aber ich bin Kölnerin, so alte Steine hat jede hier im Vorgarten.)

Im Louvre gibt es fast für jede was, egal ob sie nun alte Malerei oder noch ältere Statuen faszinierend findet. Oder Napoleons Wohnzimmer! Für jeden Abschnitt und jede Epoche hier, möchte ich mir viel mehr Zeit nehmen und schauen. 

Übrigens: Ticket online kaufen und dann zur richtigen Zeit anstehen, hat super funktioniert. 

Food und Drinks

Wenn man möchte, kann man in Paris richtig viel Geld für Essen und Trinken ausgeben. Wenn man das nicht möchte, muss man das leider trotzdem tun. So lange ihr euch im Inneren Teil von Paris herumtreibt, kostet alles ein wenig mehr. 

Weil wir aber mehr Geld für Wein und Kaffee haben wollten, haben wir uns in den paar Tagen in Paris hauptsächlich von Bagels und Crépès ernährt. Das war auch nicht schlecht. Einen richtigen Tipp habe ich aber trotzdem: Im Viertel Marais gibt es gerüchteweise die allerbesten Falafeln. Und wir haben einen Laden gefunden, der so gut war, dass ich heute noch daran denke und verträumt seufze: The Daily Syrien! Geht da hin, probiert alles. Jede einzelne Speise auf diesem Teller ist der Wahnsinn und alles zusammen ist so perfekt zusammengestellt. Ich würde mich allein dafür gleich wieder in den Zug setzen.

Stadtteile

Eigentlich haben wir ja auf unserer Parisreise den Plan verfolgt, den ganzen Tag durch die Stadt zu schlendern, jeden Tag durch einen anderen Stadtteil (oder mehrere). Die schönsten sind diese hier: 

  • St. Germain. Im großen und ganzen ist es hier ein wenig schicker, ideal also zum Spazieren und sich Sachen ansehen. Geprägt wurde der Stadtteil durch das intellektuelle Leben von Paris. Hier saßen die großen Denker und Künstler in Cafés und diskutierten. Schaut man genau hin, entdeckt man sie auf kleinen Schildern an den Hauswänden wieder. Hier wohnte Gertrude Stein, dort die Fitzgeralds, dort drüber starb Oscar Wilde. 
  • Marais. Oben schon mal wegen den spektakulären Falafeln erwähnt. Marais ist zwar auch im Touri-Bereich, aber ganz anders als die anderen Stadtteile, eher hip und rau und bunt zusammengemischt. Marais ist das Zentrum der jüdischen Kultur in Paris und gleichzeitig wohnen hier viele arabisch-stämmige Menschen. (Hatte ich die Falafeln erwähnt?) Ach ja, auch die Queerszene ist hier zu Hause. Wo all das zusammenkommt und sich mischt, kann es nur gut sein. 
  • Quartier Latin. Das ist das Studentenviertel von Paris. In der Mitte liegt die mächtige Sorbonne, die Universität. Darum herum gibt es jede Menge Coffeeshops, „günstige“ Lokale und Buchhandlungen. Stellt es euch wie die Zülpicher Straße vor, nur verteilt auf ein ganzes Stadtteil. Damit kann ich gut leben. 

Lasst uns also hoffen, dass wir bald wieder raus in die Welt dürfen. Paris ist nur eine schnelle Zugfahrt entfernt.


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