Corona Buchtipp: Das Licht der letzten Tage

Buchtipp zum Corona-Virus: Das Licht der letzten Tage

Die Welt ist verrückt geworden. Da geht ein neuer Grippevirus herum und die Leute laufen in die Geschäfte und kaufen Gesichtsmasken, Desinfektionsmittel und Seife leer. Und Nudeln! Waschen die sich sonst nicht die Hände? Und wissen die nicht, dass diese Gesichtsmasken für kranke Menschen sind, damit sie andere nicht anstecken. Leute, Leute. 

Wenn ihr nicht zu der ängstlichen Sorte gehört oder doch in Quarantäne müsst, habe ich hier einen wunderbar passenden Buchtipp für euch. Nicht nur, weil die Handlung thematisch wunderbar passt und die Virusangst das Lesevergnügen noch steigert, sondern auch, weil das Buch einfach gut ist und mal wieder ein bisschen Liebe verdient hat. Also los, Hamsterkäufe auch für Bücher!

Das Licht der letzten Tage – Emily St. John Mandel

Lasst euch von Rückentext und Coverart nicht verunsichern. Meiner Meinung nach passt das nicht wirklich zum Inhalt, und wenn es mir nicht empfohlen worden wäre, hätte ich wahrscheinlich nicht danach gegriffen. Euch erwartet ein dystopischer Roman mit vielen interessanten Blickwinkeln. Warum ist es gerade jetzt bei Corona interessant? im Buch befällt ein Virus die Welt und tötet fast die gesamte Menschheit. In einem Handlungsstrang ist man dabei, hört die Menschen husten und sieht die Krankenhäuser sich füllen. Hamsterkäufe, Isolierung, Zusammenbruch der Gesellschaft – alles dabei. Ich habe „Das Licht der letzten Tage“ damals während einer Grippewelle gelesen und mich in der hüstelnden und schnupfenden Bahn gleich noch mehr gegruselt. 

Ein weiterer Handlungsstrang spielt dann 20 Jahre in der Zukunft und ist nicht weniger interessant. Die paar Leute, die überlebt haben, versuchen nach der Katastrophe eine neue Gesellschaft aufzubauen, denn alles ist weg: fließendes Wasser, Strom, Instagram. Aus verschiedenen Perspektiven lernen wir nach und nach, was passiert ist und wie man sich heute arrangiert. Im Gegensatz zu anderer post-apokalyptischer Literatur, ist „Das Licht der letzten Tage“ aber viel langsamer und nicht so aufgeregt. Hier müssen weder Teenager miteinander kämpfen, noch militärische Strukturen erarbeitet werden und Zombies gibt es auch nicht, versprochen. Stattdessen geht es um Kultur und Poesie und auch die Frage, warum das Leben in dieser Zeit überhaupt lebenswert ist. 

Und im Gegensatz zu anderen Büchern dieser Art steht am Ende von „Das Licht der letzten Tage“ auch nicht in großen Lettern: Die Menschen sind schlecht! Stattdessen zeigt es uns die Zerbrechlichkeit der Welt und wie schön Zivilisation sein kann. Mit jedem weiteren Kapitel wird uns bewusst gemacht, wie wunderbar und komplex die Gesellschaft ist, zum Beispiel durch diverse und interessante Charaktere, scheinbar für das Leben unnütze Bräuche und Güter, aber auch Beziehungen und sich neu bildende Gemeinschaften. Am Ende möchte man das schnell alles wieder aufbauen. 

Aber keine Sorge, ein bisschen Spannung gibt es im Buch auch. Nicht nur in einem bestimmten Handlungsbogen, sondern auch im Aufbau des Buches, denn wir lernen nur durch viele ineinander geschachtelte Rückblenden, was eigentlich passiert ist. Das hört sich komplizierter an als es ist, aber keine Sorge – wenn ihr erstmal in Corona-Quarantäne seid, habt ihr ja Zeit.

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