Gelesen im Dezember (2019)

Aus, aus, Ende des Jahres. Der Dezember ist immer so voller Termine und stressig, aber die Feiertage machen das alles wieder wett, wenn man im Bett liegen und den ganzen Tag lesen kann. Dabei waren diesmal dann auch ein absolutes Highlight, eine Fortsetzung, auf die ich mich schon lange gefreut habe und ein Buch für eine Leserunde. Aber schaut hier:

 

Why evolution is true – Jerry A. Coyne

Immer wieder etwas Neues lernen! Mir war zwar im Großen und Ganzen klar, wie das mit der Evolution funktioniert, aber das Buch hier hat mir sehr geholfen. Es steckt voller guter Erklärungen, Fragen und Beispielen – von Fossilien über natürliche und sexuelle Selektion bis zur Frage nach aktuellen Veränderungen. Dabei ist das alles verständlich und unterhaltsam dargelegt und es wird auf offene Fragen hingewiesen. Den komischen Kreationisten wird erklärt, wo sie falsch liegen (überall). Nach meinem Empfinden spricht der Autor aber niemandem den Glauben ab. Leider gibt es das Buch bisher nicht auf Deutsch, man muss also recht stabil in Englisch sein.
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Die Zeuginnen – Margaret Atwood

Ich hatte ja so meine Bedenken. Warum eine Fortsetzung von „Der Report der Magd“? Konnte das nicht nur schlechter werden? Und ging es nur mir so, oder hat man nach dem großen Veröffentlichungshype nicht mehr so viel gehört vom Buch? Jetzt aber die Entwarnung: das Buch ist toll! Weniger literarisch als der Report, dafür spannender und schneller. Wie einen guten Thriller liest man die drei Zeuginnenberichte weg. Wir sehen noch genauer, was in dem totalitären Staat Gilead falsch läuft, wie es dazu kam und wie dagegen von innen und außen angegangen wird. Besonders gefällt mir, dass man all die Grausamkeiten schon aus diversen realen Regimen kennt, sie hier nur verdichtet werden. Auch das letzte Kapitel hat den Geist von Der Report der Magd wieder gut aufgenommen. Auch wenn es sicher nicht so tief geht wie sein Vorgänger – das Buch lässt sich schön über die Feiertage lesen.
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Frank Ocean – Sophie Passmann

Dieses Buch hat mich an Stellen getroffen, an denen ich es nicht erwartet hatte. Ich mag ja generell von Leuten lesen, die völlig verkopft in einer Sache aufgehen. Hier geht es um Musik; um die Momente, an denen ein bestimmter Song dich mitnimmt, umkrempelt und wieder ausspuckt. Noch mehr geht es aber um schlechte Phasen, in denen der Kopf kaputt ist. Dieses Buch hat mich an einem Tag erwischt, an dem gar nichts gut und es sowohl draußen als auch drinnen viel zu dunkel war. Keine 100 Seiten später fühlte ich mich auf seltsame Art verstanden. Things are weird, but that’s ok. Ach ja, von Frank Ocean muss man übrigens keine Ahnung haben, wird aber danach ganz genau hinhören.
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Vater unser – Angela Lehner

{Presseexemplar}
Gelesen war das Buch schnell, aber etwas darüber zu schreiben, fällt mir schwer. In Vater Unser begleiten wir Eva Gruber; sie lässt sich in die Psychiatrie einweisen, in der auch ihr kleiner Bruder wohnt. Sie will ihm helfen, sagt sie, aber irgendwas stimmt nicht mit Eva. Das interessante an dem Buch ist diese unzuverlässige Erzählerin. Sie urteilt, manipuliert und hat ihren Spaß mit Patienten, Pflegerinnen und Ärzten. Außerdem hat sie einen Plan: sie will den Vater umbringen, mit dem dieses ganze Schlamassel angefangen hat. Obwohl mit Preisen überschüttet und von allen geliebt, bin ich mit dem Buch nicht warm geworden. Es ist gut, hatte für mich aber zu viele Längen. Auch die Protagonistin fand ich weder sympathisch noch spannend.
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Der Schneesturm – Vladimir Sorokin

Die kurze Beschreibung traf mich direkt ins Herz: eine russische Erzählung wie aus dem 19. Jahrhundert, aber von heute. Futuristisch, mit Zombies, aber literarisch. It was love.
Was sich dann beim Lesen entfaltet, ist ein Fiebertraum. Der Arzt Garin muss dringend in das Örtchen Dolgoje, weil dort ein Virus ausgebrochen ist. Aber er kommt nicht voran, alles geht ständig schief, und daran ist nicht nur der anhaltende Schneesturm im russischen Nirgendwo Schuld. Auf dem gesamten Weg gibt es viel Merkwürdiges zu entdecken, das ich hier gar nicht verraten will. Die Geschichte ist surreal, manchmal frustrierend, kurzweilig und aufregend. Wer ein bisschen abseits der üblichen Geschichten lesen möchte und nichts gegen das langsame russische Erzählen hat, kann sich die knapp 200 Seiten mal anschauen.
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Double D – Eddie Argos und Steven Horry

Wenn ich ein persönlich signiertes Exemplar von Eddie Argos erstem Comic geschenkt bekomme, werde ich mich sicher nicht beschweren. Das war ein schnelles, lustiges Comiclesen am Sonntagmorgen im Bett. Superhelden-Geschichten sind mir in der Regel egal – hier geht’s um einen „dicken“ Teenager (niemals wirklich dick), der sein Fett irgendwie nutzen kann und dadurch superstark und schnell wird. Ach so, jaja. Dazu gibt es geheime Untergrundorganisationen, Genversuche und überraschende Verwandtschaftsverhältnisse. War ok, muss aber nicht.
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