Art Brut im Artheater

Es ist schon viel zu lange her, dass Art Brut in Köln im Artheater gespielt haben. Zu lange, weil ich noch immer nicht die Fotos veröffentlicht habe, und zu lange, weil sie von mir aus gleich wieder kommen könnten.

 

Im Kontrast zu den letzten Konzerten, die ich gesehen habe, ist hier alles etwas älter und gemütlicher. Man steht mit einem Glas Wein vor der Bühne und wartet auf den Punkrock. Der fegt dann auch mit ordentlich Wirbel über die Bühne. „Are you ready Art Brut?“ fragt Eddie Argos vor jedem einzelnen Song, als müsste er sich selbst noch mal versichern. Schließlich steht der Rest von Art Brut, den wir aus der Vergangenheit kennen, auch nicht mehr hinter ihm. Das ist alles tatsächlich etwas anders, aber noch immer voll von der schönen Art-Brut-Energie.

 

 

Seit dem letzten Album vor beinahe acht Jahren ist viel passiert in der Band- und Eddie-Argos-Geschichte. Das hier ist ein kleiner Neuanfang, und es geht ihm so gut, dass er uns das auf der Bühne mit Seilsprüngen über das Mikrokabel beweist. Warum ist „Summer Job“ eigentlich nie ein Sommer Hit geworden? Und überhaupt: wie kann Art Brut so unglaublich gut sein, mit so großartigen Texten und so viel Energie? Mit mehr kleinen Hits als jede gerade so erfolgreiche Britische Band – und trotzdem im Artheater spielen?

 

 

Vor der Bühne war es zwar auch schon mal jünger und wilder, aber die treuen Fans sind da. Bei der Requests-Runde übertreffen sie sich mit Wünschen nach alten Art-Brut-Songs, die selbst Eddie nicht mehr kann. Er nutzt die Gelegenheit (wie jede andere auch), um uns etwas zu erzählen. Zum Beispiel, über die teuren Eintrittspreise der Amsterdammer Museen oder wie ein Van Gogh Gemälde schmeckt. Hier wird improvisiert, und so gut, dass Eddie doch auch nicht weiß, was als nächstes kommt, wenn sich alle auf den Boden gesetzt haben.

 

 

Art Brut Konzerte sind ein bisschen, wie den verrückten Cousin von früher wieder zu treffen. Der ist sicher betrunken und redet zu viel. Aber er erzählt nun mal die besten Geschichten und man hat ihn lieb.

 


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