Rumsitzen und zuhören: Café-Gespräche

Im Cafe Schmitz. Da sitze ich gerne. Besonders alleine mit meinem Notizbuch. Und dann höre ich zu.

Heute geht es am Nebentisch um Religion, also um deren Entstehung und warum Atheisten keine Ahnung haben (ähm, ja). Es geht um Schamanismus und Waldgeister und warum Zweige im Wind früher auch Götter waren. Einer am Tisch ist Buddhist und erklärt, dass ist er nur, weil er an das Nirvana glaubt, an das absolute Nichts. Das sei aber ein großer Unterschied zum Atheismus, denn die glauben ja nicht, sagt er. Die Frau neben ihm, keine Ahnung, ob sie seine Freundin ist oder es gerne wäre, versichert ihm daraufhin, dass er sehr klug ist und sie ihm gerne zuhört. Und dann freut er sich. Schön.

Etwas später treffe ich auf eine Gruppe Amerikanerinnen. Drei Frauen und ein Mann unterhalten sich darüber, ob sie überhaupt noch befreundet sind, und das in einer Lautstärke, die nur Amerikaner als normal empfinden können. Das Thema ist aber auch spannend, denn irgendwie verbringen sie fast keine Zeit mehr miteinander, seitdem sie alle arbeiten müssen. Letztens zum Beispiel, als Chelsea krank war, haben sie zwar alle besucht, aber nicht so richtig, you know? Und nachher hat sie auch noch irgendwas auf Instagram gesehen oder nicht gesehen – das ist mir tatsächlich bei deren Argumentation nicht so ganz klar. Man kommt jedenfalls zu dem Schluss, dass man sich wirklich noch ganz doll lieb hat, aber eben nicht mehr so sehr wie vorher, wegen der fehlenden Zeit natürlich. Hach, Erwachsen werden ist auch hart. Ach ja, eine der Ladys, deren Namen ich leider nicht mitbekommen habe, war letztens mit ihrer Mutter auf dem Markt, und da hat sie geweint, weil alles so schön war.

 

 

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