Gelesen im April (2018)

Es ist erst Mai und ich habe jetzt schon so viele richtig gute Bücher gelesen. Im April waren schon wieder zwei Bücher dabei, die ich voll und ganz empfehlen kann.


(Die Titel sind als Affiliate-Links zu Amazon verlinkt (*). Dazu habe ich „normale“ Links zu den Verlagen eingefügt.)


 

We were liars – E. Lockhart

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Die deutsche Version mit schrecklichem Cover hier beim Verlag
Ein Kurzurlaub und eine lange Autofahrt, mehr brauchte es nicht für das Buch. Das liegt aber auch daran, dass es ein Jugendbuch ist und dazu fast ein Thriller – die kann ich nur in einem Rutsch weglesen. Geht gar nicht anders. Darum geht’s: Cadence verbringt jeden Sommer mit der ganzen Familie auf einer Privatinsel. Das sind tolle Zeiten, bis sie unter mysteriösen Umständen einen Bootsunfall hat. Danach kann sie sich an nichts mehr erinnern, leidet unter schlimmen Migräneanfällen und muss das Puzzle bei ihrem nächsten Besuch wieder zusammensetzen. Das Buch hat ein schönes Sommer-Setting auf der Insel und auch die Charaktere mochte ich sehr. Ich habe die Wendungen und das Ende tatsächlich nicht kommen sehen. In einigen Momenten droht die Situation im Buch dann aber doch ins Egale abzurutschen. Die sind halt alle reich und schön auf der Insel, haben viel Geld und streiten um nichts. Das Buch hat trotzdem Spaß gemacht und ich kann es als schnelles Strandbuch im Sommerurlaub empfehlen.

 

 

Nachts ist es leise in Teheran – Shia Bazyar

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Hier eines dieser richtig, richtig guten Bücher in diesem Monat. Es ist etwas Besonderes, das gleichzeitig die Geschichte des Irans erzählt und uns das alles mit wunderbaren Figuren ganz nah bringt. In vier Kapiteln, von 1979 bis 2009, erzählen vier Personen aus einer Familie, was ihnen gerade in diesem Moment passiert, wie die aktuelle politische Lage im Iran ist und was das für sie bedeutet. Das ist eine Revolution, eine Flucht nach Deutschland und ein neuer Start, ein vorsichtiges Herantasten an das Heimatland, eine neue Revolution und das Leben zwischen den Ländern. Das Buch ist auch für Leute, die sich mit Geschichte nicht auskennen nachvollziehbar und verständlich. Die Charaktere sind nicht immer sympathisch, aber immer verstehen wir, warum sie das tun, was sie tun, und welche Probleme sie haben. Ein großartiges Buch!

 

 

Breakfast of Champions – Kurt Vonnegut

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Ich sollte mal wieder Vonnegut lesen, dachte ich mir. Also habe ich Breakfast of Champions als Urlaubslektüre in den Koffer gepackt. (Hier in der Vintage Classics Edition <3) Vonnegut schreibt einfach, erzählt einfach, malt ein bisschen in seinen Texten herum, und trotzdem sind seine Bücher sehr dicht. Im Kern geht es in Breakfast of Champions um den Mensch und seinen freien Willen. Sind wir verantwortlich für das, was wir tun, oder können wir alles auf die Chemie in unserem Kopf zurückführen? Wir lesen hier von Vonneguts Alter Ego Kilgore Trout, einem erfolglosen Science-Fiction-Autor, und Dwayne Hoover, einem Autoverkäufer in einer Kleinstadt, der am Ende des Buches durchdrehen wird. Insgesamt ist alles meta im Buch – der Autor erinnert uns ständig daran, dass er sich alles ausgedacht hat und bringt sich am Ende auch noch selbst als Figur in die Geschichte ein. Dadurch geht der Flow natürlich ein wenig verloren. Ein anderes Thema im Buch ist zudem Rassismus, Homo- und Transphobie, und oft mochte ich nicht, wie Vonnegut seine Kritik daran äußert. Insgesamt ist Breakfast of Champions ein Buch, das ich beim Lesen selbst weniger mochte als beim darüber Nachdenken danach. Mal sehen, wie lange das noch in meinem Kopf bleibt.

 

 

Olga – Bernhard Schlink

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Und hier das nächste Top-Buch im April. Schon wieder so eine wunderbare Frauenfigur, die sich über die Konventionen ihrer Zeit hinwegsetzt und über die ich gerne gelesen habe. Schon wieder ein Streifzug durch die deutsche Geschichte, nachvollziehbar und eigentlich viel zu kurz. Olga und Herbert sind ein ungleiches Paar: während sie arm aufwächst und für ein besseres Leben kämpft, kommt er aus einer wohlhabenden Gutsherrenfamilie und verliert er sich in Machtfantasien. Olga bleibt ihm auf ihre Art treu und stellt sich wo sie kann gegen die erwartete Frauenrolle in der Gesellschaft. Im zweiten Teil schließt sie den Erzähler in ihr Herz und mit ihm rollen wir Olgas Geschichte dann noch mal auf und entdecken Geheimnisse. So möchte man mit der Uroma über Geschichte reden, und über Liebe und Verantwortung und Verzicht. Das Hörbuch ist wunderbar. Ich werde es mir das Buch trotzdem noch als Print kaufen, damit ich es noch mal lesen und mir Sätze anstreichen kann.

 

 

Eine allgemeine Theorie des Vergessens – José Eduardo Agualusa

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Was für eine tolle Geschichte, die wohl auch noch auf wahren Begebenheiten beruht. (Ich habe das nicht recherchiert) Eine Frau schließt sich über Jahrzehnte und ohne Kontakt zur Außenwelt in ihrer Wohnung ein und überlebt. Das alles, während vor ihrer Tür eine Revolution stattfindet und die Portugiesen sich aus Angola zurückziehen. Um das alles zu erzählen, benutzt José Eduardo Agualusa eine Handvoll Figuren und folgt ihnen über Jahre. Und hier ist auch mein Problem mit dem Buch: das alles ist mir viel zu kurz angerissen, denn das Buch ist nur 197 Seiten lang. Ich hätte so gerne viel mehr über Ludovica und ihren Kampf gelesen! Empfehlen kann ich das Buch trotzdem, denn trotz allem macht der Autor das gut. Man sollte sich nur vielleicht ganz grob mit der Geschichte Portugals / Angolas auskennen.

 


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