Isolation Berlin im Luxor

Morgen fahr ich weg, auf geradem Weg ans Meer, den Möwen hinterher, so weit wie es geht.
Heute berichte ich aber noch von Isolation Berlin im Luxor.

Auf Instagram habe ich die Musik von Isolation Berlin so umschrieben: Depressive Schrammelmusik, zu der man sich die Beine krumm tanzt. I love it. Die aktuelle Tour zum neuen Album „Vergifte dich“ läuft schon ein bisschen und Köln ist das erste ausverkaufte Konzert. Das macht ja schon ein bisschen stolz, auch wenn es gleichzeitig heißt, dass das Luxor heute Abend mal wieder fast unerträglich voll ist.

 

 

Vorne stört das aber dieses Mal kaum, da hat man wie immer noch ein bisschen Bewegungsfreiheit. Es ist erstaunlich, wie gemischt das Publikum bei Isolation Berlin ist – und wie nett. Da wird nett Platz gemacht für die Kamera und mich, da werden nett auch mal andere Zuschauer nach vorne gelassen, da wird ausgelassen getanzt und trotzdem nett auf den Nebenmann geachtet. Vielleicht, weil hier trotzdem irgendwie jeder mit sich selbst beschäftigt ist und die anderen nicht stören möchte.

Ich mag, dass wir bei Isolation Berlin nicht alle auf die „Hits“ warten. Natürlich freuen wir uns über „Annabelle“, „Alles grau“ und „Fahr weg“, aber genauso singen alle bei neuen Songs wie „Serotonin“ oder „Kicks“ mit. Die schnellen Sachen mag ich persönlich lieber, weil ich da am besten den Kopf abschalten und tanzen kann. Und auch wenn ich dieses Mal durchfotografieren darf und so ein bisschen durch den Raum steife (naja, soweit ich da komme), klappt das trotzdem wieder richtig gut.

 

 

Und weil das ganze Luxor in Bewegung ist und einen verdammt guten Abend hat, möchten die Herren eigentlich gar nicht weiter. Tobias Bamborschke, der kölner Junge aus Berlin muss weiter, heute Abend noch nach Remscheid, sagt er. Wie schade. Isolation Berlin sind genau die Art von Band, die man früher noch nach der Show im Stereo Wunderland getroffen und mit ihnen Schnaps getrunken hätte. „Ich will doch auch nicht nach Remscheid“, sagt er und lacht. Und wir feiern weiter.

 

 

Obwohl die Konzerte von Isolation Berlin eigentlich mit „Wahn“ enden, abgekämpft, verschwitzt und fertig, und diesmal sogar mit Abgang durchs Publikum und am Seiteneingang hinaus, bekommen wir also heute noch einen Bonus. Ich glaube, es ist „In deinen Armen“, das wir uns da noch einmal fast still und allein anhören dürfen (ich lasse mich da aber gerne korrigieren).

Depressive Schrammelmusik, zu der man sich die Beine krumm tanzt also. Dabei möchte ich bleiben. Poetische Kneipenmusik für Gestalten. Ein Enkel von Hildegard Knef vielleicht. Live sind Isolation Berlin zurzeit sicher eine meiner Lieblingsbands.

 


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