Ausgehen in Köln

Essen gehen in Köln kann ganz schön vielseitig sein, wenn man erst einmal die Augen offen hält. Der „Kölner an sich“ ist nach meiner Erfahrung aber selten auf der Suche nach neuen kulinarischen Schätzchen. Die Gemütlichkeit treibt die Kölner immer wieder ins gleiche Lokal, das sie einmal mochten, auch wenn das mit den Jahren unerträglich geworden ist. Da braucht man schon mal jemanden, der einem das „Schnitzel Wiener Art“ aus der Hand nimmt, und dich in schummrige Seitenstraßen führt.

 

Vielfalt gibt es, man muss sich nur umschauen

Ungewöhnliches Essen muss man in Köln oftmals suchen, aber das gibt es. Klar schwappt jeder Trend aus Berlin auch recht schnell zu uns rüber. Wir haben ja mittlerweile auch 2000 Burgerläden und es soll tatsächlich auch schon Ramen geben hier. Mein Herz schlägt aber für Vielfalt. Wir haben großartige Lokale für Schnitzel und Pommes und gut-bürgerliches Essen, aber auch wunderbare Italiener, Tapas-Lokale, Sushi-Tempel und Curry-Paläste. Vegetarisch und vegan ist schon lange kein Problem mehr, und guten Kaffee gibt es sowieso.

 

Aber wie sieht das denn hier aus?

Die Interieur-Gestaltung zwischen Style und Gemütlichkeit der Berliner kriegen wir leider nicht so schnell hin. Gibt es in NRW andere Brandbestimmungen, oder warum ist es hier so schwer, auch nur ein Café mit gemütlichen Sofas zu finden? Ein gut gepolsterter Stuhl würde ja auch schon reichen. Statt Kunst hängen da ein paar Bilder von der Frau des Schwagers, statt einladender Gemütlichkeit gibt es so viele Sitzplätze wie möglich. Statt Holzboden gibt es bei uns Kacheln (aber die mögen wir ja auch außen an den Häusern sehr gerne – alles abwaschbar).
Aber es wird. Unsere Lokalklassiker behaupten sich, und so wirklich schlimm ist es auch nicht, dass jeder neue Burgerladen die Fastford-Ketten aus der Stadt verdrängt. Also los, Köln! Wir bekommen das hin. Ein bisschen weniger Wischoptik und ein bisschen mehr Mut zur individuellen Schnodderichkeit, ein bisschen weniger Klischee-Küche, dafür richtig gute Klassiker und mehr Mut zur Vielfalt.

 

Und vor allem: Ein bisschen mehr Leben in den Lokalen

Bevor keiner da ist, lasst die Leute doch da sitzen und lesen / bloggen / quatschen. WLAN und Steckdosen für alle! Und wenn keinem deine Pasta mit Pesto schmeckt, versuche es mal mit etwas anderem. Und andersrum: Nimm mit deinem schicken Laptop und stillen Wasser keinem den Platz weg, der wirklich Geld im Lokal lassen will, und probier doch auch mal etwas anderes von der Karte.
Liebe Gäste: Geht raus und verbringt mal einen gemütlichen Abend im Café. Geht raus und geht gut essen. Versucht es doch mal mit einer Richtung, bei der ihr euch kaum vorstellen könnt, was das eigentlich ist. Wie wäre es mit Burmesisch oder Südafrikanisch? Und wenn ihr ein Lokal gefunden habt, dass euch alles gibt, was ihr braucht, dann schenkt ihm euer Herz und besucht es wieder und wieder. Lasst Geld da. Die Kölner Ausgehkultur braucht euch, denn überall werden Läden geschlossen für schicke Luxuswohnungen und die 4000. ruhige Cocktailbar. Hingehen hilft mehr als Facebook-Likes.

 

Noch ein paar Tipps

Was sind also die guten, etablierten Lokale, in denen Essen, Preis und Atmosphäre stimmt? Vielleicht auch mal etwas Neues, das noch Unterstützung braucht? Ich werde hier in Zukunft mal ein paar Tipps geben, wo ich mich so herumtreibe, und auch mal wieder etwas Neues ausprobieren. Dann macht das Essen Fotografieren auch endlich Sinn.
Geht bis dahin mal wieder zu Oma Kleinmann, in die Bagatelle, die fette Kuh, zu Massimo, ins Lizbät, ins Mercato Deluxe oder zum Goldenen Kappes. Besucht das Bali, den Dunya Imbiss,das Kebapland, die Nudelmafia und den Sushi-Ninja. Esst im Haus Scholzen, im Meer sehen oder bei 485 Grad.

 


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