Gelesen im Oktober

Ich hatte Urlaub im Oktober – die Gelegenheit war also günstig richtig dicke Bücher zu lesen. 864 Seiten, 1536 Seiten, 864 Seiten … juhu! Wobei ich dieses Mal gar nicht alles empfehlen kann, was ich diesem Monat gelesen habe. Besonders eines nicht, mann mann mann.


(Die Titel sind als Affiliate Links zu Amazon verlinkt. Dazu habe ich „normale“ Links zu den Verlagen eingefügt.)

Geister: Nathan Hill

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Ein Buch, das ich unmöglich in ein paar Sätzen zusammenfassen kann, Storys und Figuren sind einfach zu umfangreich. Das ist hier ist das erste dicke Buch mit über 800 Seiten, aber eigentlich habe ich das entspannt als Hörbuch gehört. Empfehlen kann ich es von ganzem Herzen – das könnte eines meiner Favoriten in diesem Jahr sein. Ganz grob: Ein unglücklicher Sohn, Professor mit Problemen an der Uni, trifft seine Mutter wieder, die ihn als Teenager verlassen hat, weil sie einen Präsidentschaftskandidaten mit Steinen beschmissen hat und jetzt durch die News getrieben wird. Puh. Das ist jetzt wirklich ganz ganz grob. Eigentlich kommen eine Menge Charaktere zu Wort, die alle mit den Leben der beiden verbunden sind. Und jede einzelne hat ihre eigene interessante Geschichte zu erzählen. Das ist alles großartig auserzählt und fast nebenbei beschreibt Nathan Hill die Spaltung der modernen amerikanischen Gesellschaft, von jung zu alt, von Stadt zu Land, von 1960 bis zu Occupy Wallstreet. Unbedingt lesen! (Oder wie ich: hören)

The Power: Naomi Alderman

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Das Buch hat dieses Jahr den Baileys Women’s Prize for fiction gewonnen und klang sehr vielversprechend: von heute auf morgen haben Frauen die Gabe, mit ihrem Körper Elektrizität zu erzeugen, und sind Männern somit körperlich überlegen. Das Machtgefüge der Gesellschaft verschiebt sich. Alles muss neu gedacht werden. Diese Idee, diese langsame Entwicklung, die leisen Töne in der Geschichte mochte ich sehr. Aus vier verschiedenen Perspektiven schauen wir uns das vom ersten Funken bis zum Ende an. Dann ging die Story aber weiter und weiter und hat mich im letzten Teil verloren. Zu viel, zu offensichtlich. Und am Ende auch eine zu seltsame Definition von Feminismus, mit der wir nie auf einen grünen Zweig kommen. Im März kommt das Buch auf Deutsch raus, aber hoffentlich kann man an dem Titel noch was ändern. (Die Gabe?!)

Wer wir waren: Roger Willemsen

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Mit diesem kleinen Büchlein gab es etwas Schnelles für zwischendurch in der Sonne. „Wer wir waren“ ist eine Rede von Roger Willemsen, aus der er eigentlich ein ganzes Buch machen wollte. Und auch wenn ich da nicht bei jedem Argument auf seiner Seite bin, weil ich die Welt einfach nicht so schlecht sehe, schreibt er toll. Und fehlt.

Café Saratoga

– abgebrochen –

Ich habe das Buch hier in meinem Regal gefunden und ehrlich gesagt keine Ahnung, wo ich es her habe. Oder warum. Nachdem ich das Buch tatsächlich zu ca. Drei Vierteln gelesen habe, kann ich aber sagen: Nope. Das kommt weg. Ganz weg. Das gebe ich auch nicht an die Stadtbibliothek oder stelle es in einen Bücherschrank, denn das ist ein Buch mit schrecklich übergriffigen Figuren und einem grausigen Männer- und Frauenbild, über das ich auch nicht verklärt nostalgisch lesen möchte. Und wie es ausgeht, interessiert mich auch nicht. Kommt weg.

Es: Stephen King

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Im Oktober habe ich nicht nur das Buch noch einmal gelesen, sondern auch die neue Verfilmung geguckt. Jaja, the Hype-Train got me. Allerdings habe ich nicht dieses hier, sondern meine alte, rote, abgegriffene Version genommen, die jetzt endgültig auseinander fällt und zusätzlich das Hörbuch gehört. Hey, das sind 1500 Seiten! Damals war es mein liebstes King-Buch und auch heute ist es noch immer eine große und vor allem lange Geschichte. Ein großes Plus ist bei Stephen King immer: die Beschreibungen von Kindheit, hier auch die Stimmung in der Stadt. Das ist besonders in den ruhigen Momenten großartig. Das Minus: Die Darstellung von Frauen, nicht nur im Zuge des eigentlichen physischen Horrors. Und ehrlich: Kann man den ganzen Teil, in dem ein viel zu alter Mann den Sex von einem viel zu jungen Mädchen beschreibt, nicht endlich raus nehmen? Das ist der Teil, bei dem man das Buch fast am Ende doch noch aufgeben möchte.

Eine kurze Geschichte von sieben Morden: Marlon James

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„Eine kurze Geschichte“ ist natürlich der Witz an der Sache, jaja. Das Buch ist einfach zu lang. Die 860 Seiten habe ich im Urlaub am Strand gelesen, und Mann, war das langweilig. Ich weiß nicht, ob das ausschließlich am Buch liegt, oder auch an mir, denn wenige Geschichten schläfern mich mehr ein als Stream-of-Conciousness und harte Gangster-Geschichten. Ich dachte, im Buch geht es um das Attentat an Bob Marley. Das ist es dann aber nur am Rande. Eigentlich erzählen hier viele verschiedene Charaktere in einem Redeschwall ihre Perspektive auf die Entwicklung von Jamaika über Jahre hinweg. Und fast alles davon ist Gangster-Zeug: wer wen erschießt, welche Drogen wo verkauft und mit wem zusammenarbeitet. Wer das mag, hat hier sicher ein tolles Buch gefunden. Mich haben tatsächlich nur die Storylines von Nina und Alex interessiert, und das sind dann auch genau die Charaktere, die am weitesten weg von den Gangstern sind. Ach ja, und hatte ich erwähnt, dass ich auch mit Raggae nichts anfangen kann? Hier könnte ich also man eine zweite Meinung gebrauchen.


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