Gelesen im Juli

Ich sitze im Zug von Köln nach Berlin und habe INTERNET. Das hat zwar nichts mit den Büchern zu tun, die ich im Juli gelesen habe, aber ich bin noch immer begeistert davon, denn jetzt kann ich IM ZUG darüber schreiben (und dann hochladen und so, klar). Naja, wie dem auch sei, der Juli war ein schöner Monat: 6 Bücher, alle gut bis sehr gut.

(Die Titel sind als Affiliate Links zu Amazon verlinkt. Dazu habe ich „normale“ Links zu den Verlagen eingefügt.)



Euphoria – Lily King

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Hier beim dtv-Verlag (meine Ausgabe ist von der Büchergilde Gutenberg)

Stellt euch einen heißen, schwitzigen Sommer vor. (Gerade regnet es hier und es sind 18 Grad.) Dazu eine vollkommen fremde Welt, die es Stück für Stück zu entdecken gibt. Wir sind im Dschungel von Neuguinea: Neue Menschen, neue Kulturen, neue Sprachen, Nahrung, Häuser und Pflanzen. „Euphoria“ ist wie ein Urlaub. Einen, den man nicht unbedingt selbst erleben will, aber über den man gerne zu Hause aus dem Sofa liest. Wir folgen darin drei jungen Ethnologen bei ihren Forschungen isolierter Stämme, einem Paar und einem Bekannten, den sie auf ihrer Reise wiedertreffen. Und während wir gemeinsam mit ihnen die fremden Kulturen studieren (und diese mit uns selbst vergleichen können), lernen wir auch die drei kennen, inklusive geheimer Wünsche, Ängste und Intrigen. Das Buch ist ein Abenteuer, spannend und aufregend. Ich kann es sehr empfehlen.


Der Bastard von Istanbul – Elif Shafak

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Hier beim Verlag Kein & Aber

„Der Bastard von Istanbul“ ist das erste Buch, das ich von Elif Shafak gelesen habe und sicher nicht das letzte. Ich war so begeistert von der Welt und den Charakteren, dass ich gleich eine ganze Rezension geschrieben habe. Den vollständigen Buchtipp findet ihr hier. In kurz: Hinter jeder Ecke wartet eine neue Überraschung und die Handlung schlängelt sich schnell um 2-3 Familien. Ich mag das Buch wegen zwei Punkten: die stimmungsvolle Beschreibung von Istanbul, der Stadt, die ich immer besuchen wollte, und die vielen, ganz unterschiedlichen Frauenfiguren, alle anders, und alle gut so. Besonders Kapitel 11 kann ich euch da ans Herz legen. Großer Lesetipp.



Animal Farm – George Orwell

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Noch immer gut und noch immer aktuell. Animal Farm habe ich das letzte Mal in der Schule gelesen, heute las es sich schneller weg als ich es in Erinnerung hatte. Nicht mehr so tiefsinnig und bedeutungsschwanger wie wenn man selbst noch die Welt entdeckt, aber trotzdem wichtig und gut zu lesen. Ein schönes Wochenende-Buch.


Die Straße der Pfirsiche – F. Scott Fitzgerald

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Und noch ein kleines Buch für den Sommer. Die eigentliche Geschichte umfasst nur um die 80 Seiten: F. Scott und Zelda kämpfen sich darin in ihrem alten Auto in den Süden, um Zeldas Verwandte zu besuchen. Viel passiert da nicht, sie bleiben liegen, sie fahren weiter, sie treffen Menschen und brauchen Geld. Aber wer Fitzgerald mag und kurz in die 1920er eintauchen möchte (manchmal rasen sie mit 50 über eine Straße oder werden schräg angeschaut, weil Zelda eine Hose trägt), dem sei es empfohlen. Im Buch findet ihr dann außerdem noch eine Kurzgeschichte von Zelda Fitzgerald, in der sie kurz alle gemeinsamen Reisen und Hotelbesuche beschreibt. Das ist sehr dicht und intensiv und zu Beginn konnte ich gar nichts damit anfangen. Im Nachhinein habe ich daraus aber noch viel mehr gezogen.

„Im O. Henry in Greensboro dachte man, dass ein Mann und seine Frau nicht die gleichen weißen Knickerbocker tragen sollten, und wir dachten, dass aus dem Wasserhahn der Badewanne kein roter Schlamm kommen sollte.“ (Seite 94)



Yes, Please – Amy Poehler

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Finde ich nicht bei Dey Street Books …

Normalerweise lese ich nicht gerne Biografien, aber diese hier war anders. „Yes, Please“ ist ein schlaues und lustiges Buch von und über die amerikanische Comedian und Schauspielerin Amy Poehler, die man hierzulande wahrscheinlich am ehesten durch Saturday Night Live oder Parks and Recreation kennt. Das Buch ist nicht chronologisch aufgebaut, springt hin und her und beschäftigt sich mit verschiedenen Themen wie Arbeit, Kinder, Scheidung, Comedy und Freunden. Zu fast allem hört man sich jedenfalls gerne an, was die Lady zu sagen hat. Ein großer Tipp ist es schon alleine wegen des wunderbaren Kapitels „My World-Famous Sex Advice“:

„Don’t have sex with people you don’t want to have sex with. Remember that no matter how old you are, every time you see that person the first thing you will think of is -I had sex with you-. (S.154)


Hexensaat – Margaret Atwood

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Mein nächstes Buch aus dem Shakespeare Projekt. Wer nicht weiß, was das ist, schaue bitte mal hier nach. Bis jetzt mochte ich „Die störrische Braut“ sehr und „Shylock“ gar nicht. Auf „Hexensaat“ hatte ich mich ehrlich gesagt am meisten gefreut, weil Margaret Atwood mich vor ein paar Monaten mit „Der Report der Magd“ schon so begeistern konnte. Im Netz waren die Kritiken durchwachsen und ich frage mich, ob das etwas damit zu tun hat, ob man „Der Sturm“, auf dem es aufbaut, vorher schon gelesen hat. (Habe ich nicht.) Margaret Atwood geht diese Neuinterpretation jedenfalls anders an: Wir lesen hier von einem Theaterregisseur, der das Stück in einem Gefängnis aufführt. Wir lernen dadurch den Plot und die Charaktere kennen und interpretieren es gemeinsam mit den Insassen neu. Dazu kommen allerhand Intrigen und Verstrickungen. „Hexensaat“ ist vielleicht nicht mein Lieblingsbuch, aber in dieser Reihe habe ich es gerne gelesen.


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