Future Islands in der Live Music Hall

Dance like nobody is watching, sagt man gerne. Dance like nobody cares, passt hier besser. Es war viel zu heiß in der Live Music Hall und trotzdem so fantastisch, dass man auch klatschnass einfach weitertanzen musste. Ich kann kaum sagen, wie lange ich darauf gewartet habe, Future Islands mal live zu sehen. Seit ihrem Letterman Auftritt wahrscheinlich, der damals wild geteilt wurde. Das war 2014, kommt mir aber viel, viel länger vor.

Wenige Bands überzeugen schon auf den ersten Blick so sehr wie Future Islands beziehungsweise ihr charismatischer Sänger Samuel Herring. Die Musik: Feinster Synthie-Pop, extrem tanzbar. Der Sänger: wild und unberechenbar. Er singt und gröhlt und grunzt. Er schmeißt sich über die Bühne, tanzt jeden Tanz der Welt und interagiert mit Gestalten, die nicht auf der Bühne sind.



Heute Abend in der Live Music Hall ist Sam der schwitzendste Mann im Showgeschäft. Die Luft steht aber auch mal wieder, im Sommer ist es wahrscheinlich die schlimmste Konzerthalle von Köln. Zum Glück kann ich nach meinem Aufenthalt im Graben einen der guten Plätze vorne links ergattern, da spürt man die Klimaanlage!

Das Set war eine wunderbare Mischung aus bekannten und weniger bekannten Songs und jeden einzelnen trägt Sam vor, als wäre es sein letzter. Nach kürzester Zeit ist er so durchgeschwitzt, dass man es bei jedem typischen Schlag auf seine Brust laut und nass klatschen hören kann. Und trotzdem lässt sich niemand hier seine gute Laune verderben.»Ich mag Köln«, sagt Sam. »Das letzte Mal, als ich hier war, bin ich gleich in einen Street-Fight geraten. Richtig gut.«



Nur zwei Konzerte habe ich in diesem Monat gesehen, und bei dem einen stand ich vor Damon Albarn und bei dem anderen sehe ich „Tin Man“ und „Seasons“ live. Dazu kommt: in meiner Ecke der Halle sind alle super sympathisch, tanzen als gäb’s kein Morgen und achten auch nicht darauf, wie schön sie dabei aussehen. Ich habe schon lange nicht mehr so gezappelt. Zum Glück ist genug Platz. Am nächsten Morgen war ich völlig zerstört und konnte mich kaum durch den Tag schleppen. Aber das alles war es wert. Für den Spaß und die Show und die tollen Menschen.


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