Royal Blood im Luxor

Hätte jemand mir am Anfang des Jahres erzählt, dass ich diese Woche Royal Blood bei einem Mini-Clubkonzert um Luxor fotografieren könnte, hätte ich es nicht geglaubt. Ach was, Anfang des Monats hatte ich auch noch nicht gedacht, dass das klappen würde. Und jetzt sitze ich hier, mit ein paar hart erkämpften Fotos aus der Menge, alles tut weh, ich bin müde, und doch war es der beste, beste Abend seit langem.

Manche Leute klettern auf Berge oder laufen einen Marathon, um den Kopf frei zu kriegen. Wenn ich mein Adrenalin brauche, springe ich in die dritte Reihe auf einem Rockkonzert. Royal fucking Blood, die Band, in die jeder verliebt ist, der es etwas härter mag. Seit ihrem ersten selbstbetitelten Album haben sich Musikpresse und bekannte Musiker wie die Foo Fighters als Fans geoutet. Dabei stehen da gerade mal zwei Herren auf der Bühne. Mike Kerr am Bass und Gesang, Ben Thatcher am Schlagzeug. Mehr braucht es nicht, denn die beiden machen einen Krach für 10.



Bevor das neue Album kommt und die beiden über die Festivals hinwegfegen, sollte es jetzt ein klitzekleines Clubkonzert in Köln sein. Ins Luxor passen ca. 500 Leute, da waren gefühlt noch mal so viele. Ich konnte mich zum Glück schon zur richtig guten und vor allem lauten Vorband Tigercub in die zweite Reihe vorkämpfen. Als Ansage habe ich bekommen: Fotos ja, drei Songs, aber nicht aus dem Graben. Puh. Ich musste also nicht nur versuchen halbwegs gute Fotos zu schießen, sondern auch niemanden mit der Kamera umzubringen.



Nachdem die erste Aufregung verflogen war und ich mich nach meinen drei Songs in Sicherheit kämpfen konnte, war das genau das Konzert, dass ich mir in meinen liebsten RocknRoll-Träumen ausmalen würde. Kurz, ok, Royal Blood haben gerade mal eine Stunde gespielt, aber so so gut. Die Band spielt auf den Punkt, das Publikum ist laut und wild und freundlich. (Nicht immer so schlau, wenn man bedenkt, dass neben mir ein Kerl in Flip-Flops rausgezogen wurde)



Die Energie, die da im Luxor aufsteigt, kann man in größeren Konzerthallen kaum aufbringen. Das waren Arme in der Luft, Geschrei, schieben und tanzen, da konnten auch die beiden auf der Bühne nicht mehr angestrengt cool gucken. Auch wenn sie dem Publikum nicht viel zu sagen hatten, warfen sie sich immer wieder Blicke zu, die alles auf den Punkt brachten: What the fuck is going on. I love this.
Luxor, das war alles und viel mehr. Danke, Danke.


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