SOHN in der Kantine

Ein Konzert, bei dem ich zwar anwesend war, aber trotzdem nur vermuten kann, dass es großartig war …

SOHN kommt aus London, hat eine Zeit in Wien gewohnt und von dort wahrscheinlich seine Vorliebe für die deutsche Sprache. Sogar sein neues Album heißt „Rennen“, dahinter versteckt sich aber kein deutscher Fußballpop, sondern eine Art Elektro-RnB, vergleichbar mit Jack Garratt, mit hohem Gesang und vielen ruhigen Parts. Das ist ganz wunderbar zurückgenommen und eigentlich etwas für alleine zu Hause im Bett. Trotzdem hat er heute die Kantine in Köln-Longerich voll gemacht.

Bei so vielen Menschen freue ich mich auch schon über den schmalsten Fotograben. Nun ja, mit ganz viel Nebel und wenig Licht sind die Fotos nicht ganz so gut geworden. Nach drei Songs verlasse ich den Graben und stehe vor einer Menschenwand, die sich nicht bewegt und an mir vorbei auf die Bühne starrt. Das ist auch richtig so. Bei SOHN wird erstmal nicht getanzt, sondern gelauscht. Andächtig starren alle auf die Bühne (außer die Trottel, die mal wieder ohne Unterbrechung mit ihren Smartphones filmen).

Sohn koln 01

Nun bin ich aber nur 1,60 groß, noch schlimm erkältet und habe meine riesige Kameratasche dabei. Ich bin also ein guter Mensch, stelle mich NEBEN die Bühne und höre zu. Von dort sehe ich zwar SOHN nicht, aber betrachte das Publikum. Was ich höre, ist richtig gut. Auch wenn der Ton natürlich nicht gerade für meinen Platz hier abgemischt ist. Was ich sehe, ist ein begeistertes Publikum. Die starren und lächeln zufrieden. Die bewegen sich, wenn der Beat einsetzt, die schweigen in den richtigen Momenten.

sohn koln 14sw

Die Musik von Sohn ist hypnotisch, viele Wiederholungen, die hohe, melodiöse Stimme, wabernde Beats. Am liebsten hätte ich mich neben die Bühne gelegt und die Augen geschlossen. „Vielleicht“ habe ich es mir da ein bisschen zu bequem gemacht. Und weil es so heiß ist und meine Viren wieder die Oberhand gewinnen, höre ich einfach zu. Von dieser Seite also Daumen hoch.

Habe ich denn sonst etwas verpasst?


Anzeige:



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.