Die besten Konzerte 2016

2016. Ehrlich gesagt nicht das beste Konzertjahr, dass ich je hatte. Ich habe nicht nur viel weniger Konzerte besucht als die Jahre davor, auch qualitativ war das meiste eher gutes Mittelfeld. Meine Top 10 des Jahres sind also wirklich die Tops – die waren schnell gewählt, aber gar nicht so einfach sortiert. Bis jetzt könnte ich daran noch stündlich irgendwas hin und her schieben. Egal, so bleiben sie jetzt. Also, liebe Konzertgänger, hier meine 10 besten Konzerte von 2016. War noch jemand da? Was meint ihr?


1) Jack Garratt, Gloria

Der sympathische Alleinunterhalter hat es dann doch geschafft. Synthies, Loops, Drums, Gitarre, Gesang … macht er alles selbst und live. Und vor allem so gut! Die Songs haben mich live noch mal mehr begeistert als auf dem Album, und das will schon was heißen. Hatte ich erwähnt wie sympathisch er ist? Auch wenn das Konzert kurz und relativ unspektakulär war, hat man bei jeder Minute gemerkt, wie viel Potenzial in diesem jungen Herren steckt. Was da noch alles passieren kann in der Zukunft. Und hey, Rothaarige bekommen eh immer Pluspunkte bei mir. Also bitte.


2) Zugezogen Maskulin, Gloria

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Zugezogen Maskulin haben für mich in diesem Jahr die c/o pop eröffnet und mich ohne große Anstrengung umgehauen. Naja, ihre Fans haben dabei mit die meiste Arbeit geleistet. Obwohl nicht ganz ausverkauft, habe ich auf keinem Konzert in diesem Jahr so gerne getanzt, getrunken und gebrüllt. Wer so eine Lautstärke bei seinen Fans erzeugen und dann auch noch dagegen ankommen kann, muss auf diese Liste. Bitte, bitte wiederkommen.


3) Juliette & The Licks, Bürgerhaus Stollwerck

Ich kann gar nicht sagen, wie lange ich schon auf einen Auftritt der hinreißenden Juliette gewartet habe, und dann musste ich mir gleich mit einem ganzen Kamerateam vom WDR Rockpalast den Fotograben teilen. Machte aber nichts. Frau Lewis kam in einem Glam-Anzug auf die Bühne, den sich Freddie Mercury sicher gerne ausgeliehen hätte. Dann hat sie getanzt, als wollte sie Mick Jagger ein paar neue Moves zeigen. Ich hatte so viel Spaß.


4) The Cure, Lanxess Arena

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Das Bucket-List-Konzert in diesem Jahr war The Cure. Alter, ich habe Robert Smith live gesehen, das schwingt noch immer in meinem Kopf nach. Und auch wenn er ein bisschen krank war und 1000 Songs gespielt hat, die ich nicht kannte, war das toll. „Nicht das beste Konzert“, sagen die Hardcore-Fans. „Ist mir egal“, sage ich. Es gibt Songs, bei denen kribbelt es am ganzen Körper, wenn man sie das erste Mal live hört. Und auch mit den schlechtesten Plätzen in der Arena war das ein Erlebnis.


5) Isolation Berlin, Gebäude 9

Das letzte (richtige) Konzert in diesem Jahr schummelt sich auch mal wieder auf die Liste – das ist ja fast immer so. Das hat aber nichts damit zu tun, dass es noch so frisch im Kopf und in den Beinen ist, sondern daran, dass im Dezember die kleineren neuen Acts unterwegs sind und es da immer noch ein paar Perlen zu entdecken gibt. Fand ich Isolation Berlin bei der c/o pop noch relativ langweilig, habe ich im Gebäude 9 getanzt und alles um mich rum vergessen. Like noone is watching. Das war erst ruhig und melancholisch und dann laut und wild und so, so gut. Und zudem genau das, was ich an diesem Freitagabend brauchte.


6) Eagles of Death Metal, Live Music Hall

EODM haben endlich ihre Tour nachgeholt, die sie verständlicherweise nach den Anschlägen in Paris erstmal ausgesetzt hatten. Keine, gar keine Taschen durften an diesem Abend in die Halle und das sprengte ein bisschen die Logistik der Garderobe. Ich hatte aber keine Angst vor Verrückten mit Waffen, sondern eher vor einem Konzert vor Presse und Katastrophen-Touristen. Zum Glück war es weit davon entfernt. Man mag von Jesse Hughes halten, was man will – live sind Eagles of Death Metal spitzenklasse. Noch angeschlagen, aber mit ganz viel looove.


7) Drangsal, Club Bahnhof Ehrenfeld

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Noch ein Konzert aus den c/o-pop Tagen, und auch wenn ich Drangsal danach noch mal ruhiger im Gebäude 9 gesehen habe, mochte ich die Show im CBE doch noch ein bisschen lieber. Das war nervöser und neuer. Es war schrecklich heiß und alle dampften zusammen zu diesem neuen Mann, der nur halb so alt war als die meisten im Publikum. Man stelle sich einen Underground-Club Anfang der 80er vor, als die ersten wilden Post Punker Leute ranholten. So habe ich mich dort im CBE-Gewölbe gefühlt. Und Harieschaim solltet ihr euch eh dringend anhören.


8) Wanda, Palladium

Ich weiß ja, dass mindestens die Hälfte von euch mit dem Kopf schüttelt, wenn ich Wanda erwähne. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sie eine irrsinnig gute Live-Band sind. Wie kritisch ich ins Palladium marschiert bin, um die Herren zu fotografieren und dann mal zu schauen. Wie schnell sie mich dann rumgekriegt haben. Und was für ein großartiger Konzertabend das am Ende war, bei dem Sänger Marco sich auf den Händen des Publikums zur nächsten Bar hat tragen lassen, um einen Schnaps auszugeben, und wir am Ende minutenlang weitergesungen haben. 1, 2, 3, 4 – Es ist so schön bei dir.


9) Biffy Clyro, Lanxess Arena

11.11 in Köln und ich traue mich raus, um mir in Deutz Biffy Clyro anzuschauen. Ich musste mir schon einiges anhören, dass ich da noch gar nicht so viel über die Band wusste, obwohl sie gefühlt schon 30 Alben veröffentlicht hatten und 2000 Mal durch Deutschland getourt waren. Aber man darf ja seine Lücken haben und sich noch überraschen lassen. Das habe ich auch. Nicht nur die Band und das Publikum waren fantastisch – ich habe noch nie eine so gute Lightshow gesehen. Und hey, ich habe schon einige gesehen.


10) Noel Gallagher, Palladium

Oben, bei The Cure, schrieb ich schon einmal über die Songs, bei denen alles plötzlich gut wird, wenn man sie das erste Mal live hört. Die neuen Songs sind gut und da waren sicher zahlreiche Fans, die wirklich für Noel da waren. Aber ich stand vorne am Rand, als er Champagne Supernova angespielt und das Publikum übernommen hat. Ich war in der Mitte des Raums, auf der Suche nach meinen Freunden, als Don’t Look Back in Anger kam und mich eine Gruppe Engländer in ihre Arme nahm. Und wir haben gesungen und ich war wieder 14 und alles war verdammt noch mal gut. (Mit 14, hahaha, ja genau)


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