Museumsnacht 2016

koln museumsnacht 2016

Jedes Jahr im Herbst (meist Ende Oktober) findet in Köln die Museumsnacht statt. Mit einem Ticket erhält man in dieser Nacht Einlass in so gut wie alle Museen der Stadt, es gibt spezielle Führungen, Sonderausstellungen und hier und da Weinchen.

Eigentlich stürze ich mich jedes Jahr mit derselben Freundin ins Getümmel, mit völlig unterschiedlichem Kunstgeschmack motivieren wir uns da gegenseitig, neue Dinge zu entdecken. Das hat leider dieses Jahr nicht geklappt, so dass ich einem Museumsnacht-Neuling die Tour erklären durfte. Vielleicht entdeckt ihr hier ja etwas für das nächste Mal.

museum ludwig museumsnacht

Gestartet sind wir im Museum Ludwig, weil es später am Abend oft schwer ist dort rein zu kommen, außer man will ewig anstehen. (Gute Party im Foyer!) Ich wollte gerne die Sonderausstellung „Wir nennen es Ludwig“ sehen, die übrigens regulär noch bis zum 08. Januar läuft, und es war großartig.

museum ludwig museumsnacht

Weil ich noch nie dort war und man sonst auch nicht spontan auf die Idee kommt, sich unter dem Dom herumzutreiben, sind wir nach dem Museum Ludwig in die Domschatzkammr herunter gestiegen. Als Kölner vergisst man ja doch hin und wieder, was für ein besonderes Kunstwerk wir hier mitten in der Stadt stehen haben. Wie toll es wäre, wenn der Dom selbst in der Museumsnacht auch geöffnet wäre und dort Führungen angeboten werden würden. Unten gibt es jedenfalls viel Gold, Elfenbein, Prunk und Menschenknochen. And a new Boyfriend!

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Im Museum für angewandte Kunst Köln läuft derzeit eine Sonderausstellung über Willy Fleckhaus, die noch viel, viel interessanter ist als ich dachte – besonders da wir zufällig in eine kleine Führung geraten sind. (Auch das ist großartig an der Museumsnacht; dass manspontan in eine Ausstellung hinein gerät, die man vorher gar nicht auf der Liste hatte.) Fleckhaus hat in Deutschland den Beruf des Art Directors eingeführt und mit der Ästhetik der „Twen“ die Zeitschriftenlandschaft geprägt. Außerdem ist er – und hier horcht die Buchliebhaberseite meines Herzens auf – für die Regenbogenfarben der Edition Suhrkamp verantwortlich. (Wobei das mittlerweile auch 30 Jahre her ist und die Cover heute nicht mehr schick sind. I’m looking at you Suhrkamp!)

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Beendet haben wir unsere Tour ernster und schwermütiger im EL-DE-Haus, dem ehemaligen kölner Gestapo Hauptsitz. Ich war lange nicht mehr da und sollte auch noch mal mit mehr Zeit im Rücken zurückkommen (immerhin war es da schon 2 Uhr nachts). Übrigens nicht nur ich: Bevor die Kölner wieder anfangen Schwachsinn zu wählen, sollten sie das EL-DE-Haus besuchen, sich die Fotos ihrer Urgroßväter in Uniform ansehen und in die Gesichter der Menschen schauen, die im 2. Weltkrieg ermordet wurden.

Meine Museumsnacht war wieder sehr interessant. Nicht nur die verschiedenen Museen und Stationen, auch alle Besucher und Angestellte schaffen eine besondere Atmosphäre. Das Wetter hat mitgespielt und die Nacht war mild. Nächstes Mal komme ich vielleicht wieder mit meinem üblichen Anhang zurück, zurück komme ich aber sicher.

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