Drangsal im Gebäude 9

drangsal gebaude 9

Wenn man das Gebäude 9 betritt und Ian Curtis in der Gestalt des *Vorband-Sängers auf der Bühne steht, kann das eigentlich nur ein guter Abend werden. Und da hatte Drangsal noch keinen Ton gespielt…

Drangsal zählt im Moment zu meinen meist-empfohlenen Künstlern. Magst du auch nur irgendwas in der Art von Joy Division, The Cure, The Smith oder egal, 80s-New-Wave-Post-Punk-Kram, hör dir sein Album Harieschaim an. Und komm am besten auch noch live vorbei.

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Mr. Drangsal ist übrigens noch viel jünger als man annimmt. Im falschen Jahr geboren. Naja, oder genau im richigen, denn so ist das, was da auf der Bühne passiert, gleich viel interessanter. Hier im Gebäude 9 stehen jedenfalls zur Hälfte Nostalgiker, die sich an ihre Jugend erinnern, und zur anderen Hälfte junge Menschen, die die dunkle Ästhetik der 80er in ihrer Jugend wieder aufleben lassen. Ich glaube, ich stehe irgendwo dazwischen.

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Das Konzert startet mit „Der Ingrimm“ und kommt bald zu „Do the Dominance“, von dem Max erzählt, dass es sein Lieblingssong ist. „Da stecken 90% von mir drin,“ sagt er. Als ich die Kamera weglege, kommt dagegen MEIN Lieblingssong „Will ich nur dich“. Alles richtig gemacht.

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Das Konzert im Gebäude 9 ist das Auftaktkonzert von Drangsals erster eigener Tour. So ganz unerfahren sind die vier Herren aber dann doch nicht, schließlich waren sie gerade noch als Vorband von Casper in richtig großen Hallen unterwegs. Ich habe Drangsal auch schon beim c/o pop Festival dieses Jahr im Club Bahnhof Ehrenfeld gesehen. Wir erleben also alles andere als ein durchgetaktetes Standard-Konzert. Max plaudert mit dem Publikum, flirtet mit der ersten Reihe und zieht sich schnell auf der Bühne um, weil ihm zu warm ist. Jedenfalls kenne ich jetzt mehr von dem jungen Mann als von Männern, die ich schon länger kenne.

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Nervösität gibt es anscheinend jetzt schon kaum mehr bei Drangsal, jedenfalls merkt man nichts davon. Ein bisschen Exibitionismus hilft da, ja gut. Das ist der Bruch zu den dunklen Nebelschwaden des Post-Punk-Underground-Kellers. Ein bisschen lässt Drangsal uns dann auch schon ins neue Album blicken und wir hören – zwei deutsche Songs: „Und du (10.000 Volt)“ und „Zur blauen Stunde“. Ich mag das. Weiter so.


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*Die sehr junge Band war übrigens wirklich gut und heißt nicht Death Eaters, wie wir am Bühnenrand fälschlicherweise dachten, sondern „Der Ringer“.
vorband-drangsal


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