July Talk im Underground

Der wehrte Leser erinnert sich: Letztes Jahr haben mich July Talk aus Kanada sehr begeistert. Nicht nur auf Platte, sondern auch live im Studio 672. Und in diesem Jahr?

Während es im Studio 672 noch so voll und eng war, dass sich das Publikum kaum bewegen konnte und ich halb auf der Bühne stehen musste, hatten wir im Underground genug Platz. Ausverkauft war der Laden, aber trotzdem gab es genug Platz zum Tanzen. Zu alten Songs, zu neuen Songs, völlig egal! Dance like nobody is watching! Sorry, ich habe doch hingeschaut, und ihr habt wunderschön ausgesehen.

Peter von July Talk

Mit dem neuen Album „Touch“, das gerade erschienen ist, haben July Talk einen großen Sprung nach vorne gemacht. Die Songs sind nicht mehr so rau, dafür runder und eingängiger als auf dem letzten Album. Ach ja, und richtig gut sind sie auch. Leahs Stimme schmiegt sich nicht mehr nur sanft an das Reibeisen von Peter, sondern behauptet sich dagegen. In der neuen Single „Picturing Love“ zum Beispiel.

Überhaupt, viel sympathischer finde ich die Band heute, nicht mehr so nervös. Leah geht nicht mehr so aggressiv auf das Publikum zu, sondern hat besonders viel Spaß auf der Bühne. Klar, die Männer hier im Saal liegen ihr noch immer zu Füßen. Auch weicht ihr Peter wie immer nicht von der Seite. Haben die beiden es eigentlich endlich geschafft und sind zusammen? Keine Ahnung, ist mir aber auch egal.

Leah von July Talk

Ich mochte „Gentlemen“ sehr, „Papergirl“ klar. Von den neuen Songs „Beck + Call“ und „Push + Pull“! Ach was, eigentlich alles. Die beiden turnen über die Bühne oder wir setzen uns alle gemeinsam auf den Boden, weil Leah beschließt, dass das die neuen „Sicherheitsbestimmungen“ sind. Dann klaut sie einem besoffenen Zuschauer die Brille und erzählt uns auf Deutsch von den Drei Chinesen mit dem Kontrabass und wie gerne sie Deutschland hat. Klar.

july-talk-koln-26

Insgesamt ist das Konzert wie eine richtig gute Party bei einem Freund zu Hause. Die Band erkennt Zuschauer wieder und tanzt mit ihnen, lässt wieder andere singen und sich von dritten Bier ausgeben. Und wir tanzen uns tanzen, bis die einzelnen Stücke egal sind. Die Band verspricht ein ausgiebiges Kickerturnier nach dem Auftritt. Ich hole mir noch ein Bier und will nicht mehr nach Hause.


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