Wanda auf dem Gamescom Festival

Das Gamescom City Festival hat mich in diesem Jahr das erste Mal nicht so richtig interessiert. Das Line-up stand ewig nicht fest und dann war es sehr kölsch und charts-showig. Brauche ich nicht. Dann aber der Lichtblick: Wanda headlinen am Samstag!

Wanda, meine Hassliebe. Wenn ich von Ihnen erzähle, verdrehen Leute die Augen oder schütteln mit dem Kopf. Und ich kann das sogar nachvollziehen. ABER! Das sind auch immer Leute, die Wanda noch nie live gesehen haben.

Wanda Köln 08

Wanda ist die Band, die ich eigentlich nicht mögen möchte, deren Alben ich nur ab und an hören kann, die mich aber doch energisch anzieht. Und so pilgere ich am Samstag zur großen Bühne am Hohenzollernring und stürme den Fotograben. Wie schon auf der letzten Tour starten sie mit „Luzia“ und tasten sich dann vorsichtig vor. Auf so einem kostenlosen Stadtfestival spielt man eben nicht nur vor seinen eigenen Fans, ein bischen nervös sind sie schon. Schnell wird aber klar: Die Jungs von Wanda müssen sich hier gar keine Sorgen machen.
Der Blick über die Menschanmasse die Ringe herunter muss von der Bühne aus beeindruckend sein. Und so sehen wir die Bandmitglieder auch das ein oder andere Mal schüchtern den Kopf schütteln und in ehrliche Liebesbekundungen an Köln ausbrechen. So viel Bescheidenheit kennt man ja sonst kaum von denen.

Wanda Köln 07

Schon bei „Meine beiden Schwestern“ lassen sie das Publikum alleine singen, und von der Lautstärke her reicht das locker an Frank Turner aus dem letzten Jahr heran! Bei „Bussi Baby“ nimmt das leider ein bisschen überhand und sie spielen es dann in einer Version, die mir nicht besonders gefällt. Dass bei Wanda die Trinker und traurigen Seelen vorbeischauen, erkent man immer gut daran, wenn bei „Gib mir Schnaps“ kräftig mitgesunden wird und alle Durst bekommen. Das ist in Köln jetzt aber auch nicht so schwer zu erreichen. Außerdem ist das Festival open air, da dürfen auch Zigaretten mit ins Publikum und auf die Bühne. Die Band is glücklich, hier herrscht Kneipenatmosphäre im großen Kreis.

Wanda Köln 22

Wanda haben sichtlich Spaß an uns. Im Laufe des Konzerts werden die Tanzeinlagen intensiver, die Songs in die Länge gezogen. Bei „Bologna“ am Ende vor der Zugabe bekommen die Amore-Fans auch endlich das, worauf sie gewartet haben. Es ist laut! Es wird getanzt und gesungen! Wer Wanda aber schon mal live gesehen hat, weiß, dass sie ihren größten Hit eben nicht als letztes spielen. Da kommt noch was, das eigentliche Highlight des Abends. Nach einem weiteren leisen Song stimmen die Fans beim ersten Ton schon ganz von alleine an: „Eins, zwei, drei, vier – es ist so schön bei dir!“ Normalerweise ziehen sie das minutenlang durch, aber die Band ist müde, so lange darf in der Innenstadt auch nicht Krawall gemacht werden, und überhaupt haben wir Durst. Wanda lässt uns ein paar Runden singen und schließt dann mit viel Danke und ehrlicher Freude den Abend ab.

Wanda Köln 29

Das war ein wunderbares Konzert mit einer (für die da oben sicherlich) wunderbaren Kulisse. Wandas Hallenkonzerte sind besser, aber das sind sie ja immer. Ich schäme mich zwar weiterhin ein bisschen, beim nächsten Mal bin ich aber sicher wieder dabei.
Der zweite Abend des Gamescom City Festivals endet. „Und wenn du weißt, wo man um diese Zeit noch saufen kann…“


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