Gelesen im März

Ich lese noch immer mehr als dass ich schreibe. Das ist ok. Ein bisschen noch, dann bin ich wieder da. Bis dahin habe ich eben Buchtipps für euch:

 

Barbara Demick: Im Land des Flüsterns – Geschichten aus dem Alltag in Nordkorea
Seitdem ich „Das geraubte Leben des Waisen Jun Do“ gelesen habe (Buchtipp hier), regt sich immer wieder eine makabre Faszination für Nordkorea. Wie kann man heute noch in einem Land leben, das fast völlig von der Außenwelt abgekoppelt ist? Wie kann man so ein Regime aufrechterhalten und was wissen die Menschen da? „Im Land des Flüsterns“ ist eher ein Sachbuch, aber es erzählt die Lebensgeschichten von ein paar Flüchtlingen, mit denen die Autorin in Südkorea gesprochen hat. Manchmal zieht sich das Buch ein bisschen, wer sich aber für die Thematik interessiert, sollte es unbedingt lesen.

 

Emily St. John Mandel: Das Licht der letzten Tage
Was für ein großartiges Buch! Ich weiß jetzt schon, dass es unter meinen Top-Büchern des Jahres sein wird. Die Handlung spielt in der nahen Zukunft, eine riesige Grippewelle hat fast die ganze Menschheit ausgelöscht. (Ganz gruselig zu lesen übrigens, wenn gerade die große Erkältungswelle herrscht und in der Bahn alle husten.) Irgendwie habe ich es ja mit Dystopien, aber hier geht es weniger darum, was genau passiert ist, als um viele verschiedene Charaktere, die lernen, mit der neuen Situation zu leben, und zu überleben natürlich. Wir springen zwischen den Personen hin und her: ein Sanitäter, der den Anfang der Krankheitswelle mitbekommt und sich wochenlang mit seinem Bruder in einer Wohnung einschließt; eine Truppe von Schauspielern und Musikern, die 20 Jahre nach der Epidemie von Ort zu Ort ziehen und Shakespeare spielen; ein Flughafen voller Menschen, die ihn zu einer neuen Stadt ausbauen. Im Laufe der Handlung werden die Verbindungen zwischen allen Figuren deutlicher. Obwohl wenig passiert, ist das Buch wahnsinnig spannend. Im Subtext geht es um Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit und wie sehr man Menschen um sich herum braucht. Ich mochte das Buch sehr.

Bücher März 2016

Erin Morgenstein: Der Nachtzirkus
Während des Lesens dachte ich die ganze Zeit, dass „Der Nachtzirkus“ wirklich ein gutes Buch ist. Die Handlung, die Figuren, das war alles richtig und gut. Gleichzeitig habe ich beim Lesen aber auch festgestellt, dass das Thema Zirkus und Magie einfach überhaupt nichts für mich ist. Mich hat einfach nicht interessiert, welcher Zauberer welche großartigen Illusionen heraufbeschwört, oder welche unglaublichen Attraktionen der Zirkus bietet. Auch wenn ich die Figuren sehr sympathisch fand, bin ich einfach nicht rein gekommen. Trotzdem: Das Buch ist gut. Nur eben nicht für mich.

 

Craig Thompson: Blankets
Weil mir Graphic Novels in der Regel zu teuer sind, leihe ich mir die immer mal wieder in der Stadtbibliothek. Ich wollte „Blankets“ schon ganz lange lesen, also habe ich mich einen Abend lang in eine Decke gekuschelt (no pun intended), Teechen gemacht und mir die fast 600 Seiten vorgenommen. Das klappt an einem Abend und hat sich gelohnt. Craig Thompson erzählt darin seine Lebensgeschichte in einfachen Bildern, alles in schwarz weiß – das Aufwachsen im Nichts mit ultrachristlichen und aggressiven Eltern, die Einsamkeit als Außenseiter in der Schule und auf Jugendfahrten, die erste Liebe, der Bruch mit allem. Bilder und Erzählung schleichen fast zärtlich umeinander herum. Das Buch zeigt, wo man her kommt und was das mit einem macht – und gleichzeitig, dass es auch anders geht und man sich selbst entscheiden kann. Ganz wunderbar.


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