Lesestart ins Jahr – neue Bücher

Ich habe schon immer relativ viel gelesen, aber so viel wie in diesem Jahr vermutlich noch nie (wenn das so weiter geht). Wir haben jetzt März und ich bin bei meinem 10. Buch. Und da ist noch nicht mal das dabei, was ich für den Job lesen musste. Das Lesen ist für mich gerade ein großartiges Ventil, eine Mischung aus neuem Input und Eskapismus. Mehr davon, mehr, mehr, mehr!

Und wenn das hier schon so schnell durch meine Finger läuft, kann ich euch Leseratten ja auch kurz von den Büchern erzählen und ein paar Amazon-Links droppen. Die richtig guten Bücher bekommen dann und wann auch etwas ausführlichere Rezensionen.


Bücher Januar 2016

Leanne Shapton: Bedeutende Objekte und persönliche Besitzstücke aus der Sammlung von Leonore Doolan und Harrold Morris, darunter Bücher, Mode und Schmuck Nicht von dem seltsamen Titel abschrecken lassen. Das ist ein Buchexperiment, aber es ist wunderschön. Wir halten einen Auktionskatalog in den Händen. Darin erzählt die Autorin anhand von Gegenständen und deren nüchternen Beschreibungen eine Beziehung vom Anfang bis zum Ende. Das ist distanziert und kühl und zeigt gleichzeitig so viel mehr als andere Bücher auf doppelt so vielen Seiten. Wie schnell man sich selbst in einzelnen Gegenständen wiedererkennt, die jemandem mal etwas bedeutet haben. Traurig, aber schön, und natürlich ganz flott zu lesen.
(Und gibt’s nur noch gebraucht btw)

Hannah Kent: Das Seelenhaus
Ein großartiges Buch. Eine Art Krimi, der durch die Beschreibung der Landschafts- und Wetterbedingungen eine ganz intensive Stimmung erzeugt. Es geht darin um Agnes, die 1828 in Island zwei Männer ermordet haben soll, und den Zeitraum bis zu ihrer Hinrichtung. Wir erfahren erst im Laufe der Geschichte, wie es dazu kam, und ob Agnes wirklich schuldig ist, aber das spielt gar keine Rolle. Der Weg bis dahin ist die Geschichte. Und die Beschreibungen von Islands Norden und dem Zusammenleben der bäuerlichen Gesellschaft ist mitreißemd geschrieben. Auch wenn man gar kein Krimileser ist (so wie ich) ein riesengroßer Lesetipp.

Gabriel Zevin: Die Widerspenstigkeit des Glücks
Ich hatte viel Gutes gehört und war schwer enttäuscht. Das Buch liest sich wie ein erster Entwurf einer Geschichte. Ganz viel ist totaler Quatsch. Und langweilig. Muss man sich nicht antun.

Benjamin Alire Sáenz: Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums
Es ist ein Jugendbuch und ein klein bisschen kitschig. Aber ich mochte es trotzdem. Zwei Teenagerjungs mit Problemen, die nirgendwo dazu passen und so beste Freunde werden. Natürlich sind sie ganz unterschiedliche Menschen und doch so ähnlich. Natürlich passieren dramatische Dinge und natürlich werden die Dinge immer viel schlimmer wahrgenommen als sie wirklich sind. Wer sowas mag: lesen.


Bücher Februar 2016

Erlend Loe: Naiv. Super.
Hatte ich schon seit einer Ewigkeit im Schrank stehen, weil mir ein norwegischer Superschriftsteller versprochen wurde und ich gehofft hatte, dass ich wieder so etwas wie „Populärmusik aus Vittula“ bekomme. Naja, habe ich nicht. Das Buch war nicht schlimm, aber auch nicht gut. Der Protagonist hat mich wahnsinnig genervt. Meh.

Vladimir Nabokov: Pnin
Ich mag Nabokov seeeehr. Er schreibt so wunderbare Sätze. Die Figuren sind besonders und seltsam. „Pnin“ habe ich vor Jahren schon mal gelesen und hatte es besser in Erinnerung. War trotzdem wie immer gut.

Lemony Snicket: A Series of Unfortunate Events – Bad Beginnings
Ist ja eigentlich ein Kinderbuch, aber ich mag die Art wahnsinnig gerne, wie es erzählt ist. Eine traurige Geschichte, und trotzdem sehr, sehr lustig. Außerdem gebe ich gerade wieder ein bisschen Englisch-Nachhilfe und für Anfänger ist das Buch super.
ABER: Ich wollte mir jetzt eigentlich nach und nach die ganze Serie zulegen und dann sehe ich, dass die nur die ersten drei Bücher in diesem Layout haben? *Schreit in ein Kissen* So geht das nicht.

Rainbow Rowell: Fangirl
Auch keine große Literatur, aber das Buch hat sehr viel Spaß gemacht. Rainbow Rowell hat auch schon „Eleanor & Park“ geschrieben. In „Fangirl“ brechen die Zwillingsschwestern Cath und Wren zum College auf, die eine aufgeschlossen und partyhungrig, die andere schüchtern und einsam. Aber: Im Netz tobt sie sich aus. Da schreibt sie Fanfiction für eine Buchserie, die nicht nur ein bisschen an Harry Potter erinnert. Klingt wirr, ist aber schön. Ab und zu möchte man die Charaktere mal schütteln, aber man war ja auch selbst mal 17, jaja. Das Ende ist mau, macht aber nix.
(seltsam, dass das Buch noch nicht übersetzt wurde, wasndalos?)


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