Marsimoto, 15.12.2015, Palladium

Es ist eigentlich schon ziemlich platt, einen Konzertbericht über Marsimoto mit Rauchwolken zu beginnen. So ist es aber nun mal. Als die Show startet, sehen wir lange, lange nichts außer einer Nebelwand und ein paar Strobos, die in den Augen wehtun.
Dann sehen wir eine Gestalt, die langsam durch die Schwaden schleicht. Das ist mal ein Auftritt!

Marsimoto_Köln

Ist natürlich nett vom Herrn Marsimoto, die Rauchschwaden aus dem Publikum mit Bühnennebel zu decken. Viel, viel Nebel auf beiden Seiten. Die Securities geben es bald schon auf, die Raucher zu ermahnen und lassen alles einfach geschehen. Nur als jemand eine Rauchbombe zündet (ja wirklich), werden sie noch mal kurz nervös. Die Fotos sind leider dementsprechend rauschig geworden. Ähm ja, also nebelig. Man möge mir vergeben.

Als kleine Asthmatikerin gehöre ich nicht zum Club, kann mich dafür aber entspannt durch das Publikum schlängeln. Alle sind langsam, alle entspannt. Dafür brechen auch viel mehr Leute zusammen als auf anderen Konzerten. Allein bei mir an der Ecke werden drei Jungs ohnmächtig rausgezogen. Die Sanitäter haben gut zu tun.

Marsimoto_Köln

Ich hatte ja die Befürchtung, dass die hochgepeitschte Stimme von Marsimoto mir schnell auf die Nerven gehen würde. Auf Platte halte ich das keine eineinhalb Stunden aus. Live ist dem aber zum Glück nicht so. Alles gut. Der Mann kann schließlich auch rappen.

Marsimoto bringt genau die richtige Energie auf die Bühne, um die Kiffer nicht zu überfordern und den Rest noch bei Laune zu halten. Obwohl die Hand-Ohr-Koordination bei vielen im Laufe des Abends auf lustige Weise zu wünschen übrig lässt. Mir gefallen die schnellen Lieder wirklich besser. Bei „Wellness“, „Halloziehnation“ und „Der Sänger von Björk“ wird heftig getanzt. Im mittleren Teil, bei mehr langsamen Titeln, langweile ich mich ein bisschen. „Absinth“ kriegt mich dann aber auch.

Marsimoto_Köln

Na gut, langweilen ist vielleicht ein bisschen zu hart. Man kann aber nicht bestreiten, dass ein Marsimoto-Konzert mit der Zeit etwas eintönig wird. Die Texte sind ja gut, am Ende drehen sie sich dann aber doch alle um dasselbe Thema. Da ist man auch irgendwann drüber, wenn man völlig nüchtern in der Menge steht.

Meine Taktik ist also, mich über besonders schöne Textwindungen zu freuen und sonst einfach zu tanzen. Der Bass schüttelt jedenfalls jede Zelle meines Körpers ordentlich durch. Ich freue mich über meinen Gehörschutz (Konzertgänger-Protipp: kauft euch fucking Ohrenstöpsel!! Mann, Mann, Mann…), weiche weiterhin seltsamen Gestalten aus und helfe Teenagern wieder auf die Beine.

Marsimoto_Köln

Nach einer sehr schönen Zugabe erklärt uns Marsi noch mal, dass das hier offiziell das größte Solokonzert seiner Karriere war, also von der Zuschauerzahl her, und als Marsimoto natürlich. Zum Abschied gibt es noch einmal die beeindruckendste Nebelwand, die man sich vorstellen kann. Und ich meine WAND. Der grüne Mann verschwindet und die Teenager töten sich fast auf dem Weg zur Garderobe. Morgen ist immerhin Schule.

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