Courtney Barnett, 23.11.2015, Stollwerck

Oh ja, endlich mal wieder so ein Konzert mit springen und trinken und schrammeliger Musik. Courtney Barnett, liebe Leute, spielt sich im Stollwerck locker in meine Top-Konzerte-des-Jahres-Liste.

Grunge ist zurück, Alternative-Rock ohne Schnickschnack! T-Shirt anziehen, Gitarre umhängen, ab auf die Bühne. Bei Courtney Barnett gibt es keine großen Gesten oder viel Gequatsche, stattdessen sehen wir eine Gitarre, ein Schlagzeug, einen Bass und eine große Leinwand, mit der wohl versucht wird, die Aufmerksamkeit ein bisschen von der scheuen Australierin abzulenken.

courtney barnett köln

Frauen im Rock’n’Roll haben es ja nie wirklich leicht. Eine tolle Stimme und großartiges Aussehen bringen dich im Pop hoch in die Charts, im Rockgeschäft sieht man gute Lead-Ladys leider noch immer selten.

Aber jetzt kommt Courtney Barnett. Mit ihrem Album »Sometimes I sit and think and sometimes I just sit« hat sie schon Kritikerherzen weich bekommen und in ihrer Heimat Australien die Charts gestürmt. Patty Smith und Nirvana nennt sie ihre Vorbilder. Wahrscheinlich die ruhigen Stücke, bei denen nur der Text laut hervorsticht. Es sind die fast lyrischen und unbeschwerten Texte und die lässige und entspannte Haltung, die die Frau sehr sympathisch machen. Die Cardigans kommen mir da gleich noch in den Sinn, ein bisschen Velvet Underground vielleicht auch. Alles toll, aber Courtney bleibt dabei: »Put me on a pedestal and I only disappoint you«.

courtney barnett köln 02

Hat sie im Bürgerhaus Stollwerk sicher nicht. Ohne viel Spektakel startet sie die Show mit »Avant Gardener«, arbeitet sich durch die Songs ihres Albums und spielt mit »Out of the woodwork«, »Lance Jr« oder »Can of Tomatoes« auch Songs der Doppel-EP »A Sea of split Peas«. Vor der Zugabe mischt sie das Publikum mit »Pedestrian at best« am Ende noch einmal gut durch. Manche mögen sagen, dass höre sich alles gleich an, ich sage ja, das ist alles gut so.

Fotografieren durfte ich das ganze Konzert hindurch. Das ist wunderbar, denn bei dem schlimmen Licht (es ist die ganze Zeit total dunkel) habe ich so wenigstens noch den Bruchteil einer Chance auf ein gutes Foto. Da oben alles schick für die Presse (Mich!) abgesperrt war, konnte ich zwar mit einem tränenden Auge nicht mittanzen, dafür aber schöne Videos von euch Verrückten machen.

Jawohl, wie schön ihr von da oben aussieht. Und wie entspannst so ein wahnsinnig gutes Konzert mit dem richtigen Publikum sein kann. Die Konzertbesucher der nächsten Stationen auf ihrer Tour können sich freuen.

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