Gloria, 09.10.15, Gloria

Ich habe schon einige Zeit nicht mehr so lange an einem Text gesessen wie an diesem hier, ganz ehrlich. Und ich bin mir auch jetzt noch nicht so ganz sicher, was ich eigentlich sagen will.
Gloria spielen im Gloria. Und wenn wir das ganze „Das ist doch die Band von dem Dings“ weglassen, war das ein schöner Abend mit ruhiger, deutscher Popmusik.

Gloria_Köln_live

Nun gut, die Uneinigkeit in meinem Kopf muss ja irgendwo herkommen. Am Ende war es doch ein bisschen so, als habe ich zwei unterschiedliche Konzerte gesehen.

Gloria_Köln_live

Konzert Nr. 1:
Da steht er, der Klaas, wie eine Mischung aus Errol Flinn und Freddy Mercury, nur – mit Verlaub – zurückhaltender und mit weniger Stimme. Wenn er singt, bleiben die Auge zu. Der Mann hat Angst. Im Laufe des Konzert klammert er sich aber immer weniger an den Mikroständer und die Unsicherheit schwindet ein wenig. Daneben steht Mark, mal am Bass, mal an der Gitarre, egal, immer gut. Der versteckt sich vor nix, nur vielleicht vor dem Scheinwerfer (toll für Fotografen btw).
Die Songs von Gloria sind ruhig und emotional, richtig getanzt wird hier nicht. Je nachdem was für ein Mist einem privat gerade um die Ohren fliegt, könnten einem die Texte gefährlich nah kommen, ich sag ja nur. Da steckt viel Gutes drin. Manche der Songs schrammeln dafür doch leicht am Deutschrock vorbei. „Das Seil“ z.B., oder „Kreis“, könnten ganz schnell Kitsch werden, wenn das Arrangement dahinter nicht so gut wäre. Die Kurve bekommen sie aber bei fast allen Stücken.

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Konzert Nr. 2:
Nehmen wir jetzt die ganze „Hintergrundgeschichte“ wieder dazu. Gloria – das ist die Band von Klaas Heufer-Umlauf und Mark Tavasoll, und deshalb habe ich ein Teenie-Mädchen-Fest erwartet, das schön nach Vanilla Kiss riecht, mit mindestes zwei Schlüppern auf der Bühne. Jut, da lag ich schon mal falsch, auch wenn der Frauenanteil vor der Bühne bei 90% lag und wirklich gut gerochen hat.
Auch wenn Klaas sich während der Songs versteckt, verlässt er sich zwischen den Songs auf sein Sicherheitsnetz. Da erzählt der lustige Moderator lustige Geschichten, und Mark und sein Selfie-Stick geben die richtigen Stichworte. Das machen sie gut. Das ruhige und nachdenkliche Konzert weicht also nach jedem Song kurz der leichten und charismatischen Standup-Show. Auch das ist schön, passt aber nicht zu Konzert Nr. 1, das leider gleichzeitig stattfindet.
Man muss sich in Köln aber gar nicht zu sehr anstrengen. Ein bisschen Lokalpatriotismus („Ich habe da an der Zülpicher Straße gleich neben der Flotte gewohnt“) reicht, und schon sind wir alle auf einer Seite und der Abend läuft.

Gloria_Köln_live

Am Ende finden die beiden unterschiedlichen Konzerte dann mehr und mehr zusammen. Die Musik wird ein ganz klein wenig tanzbarer, und „Geister“ und „Wie sehr wir leuchten“ sind ja auch gar nicht mehr so traurig. Zusätzlich applaudiere wir der ganz „spontanen“ Handyaktion, bei der wir gleich ein hübsches Live-Video für die neue Single „Haut“ gedreht haben.

Das wird also noch, wenn die Herren noch etwas mehr Zeit hatten und mehr getourt sind. Lohnt sich ja. Dann bleiben auch die Augen mal offen.

Gloria_Köln_live

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