Berlin 2015

Ach Berlin, was ist nur aus dir geworden? Ich lasse hier zwar noch immer gerne den Tag im Café an mir vorbei ziehen, entdecke neues Essen oder arbeite den ganzen Tag ohne Pause, aber wir wissen beide, dass wir nicht mehr die Gleichen sind wie noch vor ein paar Jahren.

Keine Berliner Schnauze mehr bei diesem Besuch, nur noch Touris, die mich nach dem Weg fragen. Alles vegan und kinderfreundlich, alles Designerläden statt kleine Geschäfte. Kein Rock’n’Roll mehr, nur noch Burger und Kinderhochstühle.

Selbst deine Spatzen haben keine Angst mehr. Nächstes Jahr werden auch die Umhängetaschen und eigene Kreditkarten haben, in Sperrmüll-Cafés mit linksalter­nativen Namen wie Lenin-Love sitzen und Flat White für 4€ schlürfen bis es Zeit ist, die Flügelchen in sprudelnder Mate zu baden.

Berlin, deine Kinder heißen jetzt Jakob und Nele, Mila und Luis – wie in jeder anderen Stadt auch. Und nicht mehr lange, dann zahlt man auch hier das große Geld fürs Taxifahren. Bei den Mieten habt ihr es ja schon gelernt.

Und wo sind eigentlich die Akkordeon-Spieler aus den U-Bahnen hin verschwunden?

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