Die Orsons, 22.04.2015, Live Music Hall

Wir sind ein bisschen zu früh da an diesem Abend und die Schlange vor der Live Music Hall zieht sich bis zur Vogelsanger Straße. Anstehen für die Orsons. Nachdem sie ihr Konzert im Dezember abgesagt hatten, sind sie nun mit ihrem frisch geschlüpften Album „What’s goes?“ wieder in Köln.

Die Halle ist nicht ganz ausverkauft und füllt sich auch relativ langsam zum Support Tristan Brusch, der sonst auf Tour für die Orsons die Gitarre spielt. Dementsprechend liebevoll wird er von Tua angekündigt; dementsprechend skeptisch wird er von den Fans aber auch aufgenommen. Das ist nun mal ein Orsons-Publikum, die sind hier zum Feiern.

orsons koeln 2015

Der Bass dröhnt als Tua, Maeckes, Bartek und Kaas mit „What’s goes?“ auf die Bühne springen. Dann spielen sie erstmal das Album durch: „Papa Willi und der Zeitgeist“, „Lass uns chillen“, „Ventilator“. Die Orsons sind ihre eigene kleine Hiphop-Boyband – mit kleinen und wirkungsvollen Choreografien, kurzen Pausen mit persönlichen Geschichten, stagediven und Kostümwechsel (jawohl!). Sie zwinkern und winken ins Publikum, als kennen sie jeden hier persönlich und schon lange Zeit. Irgendwer schreit, dass er ein Kind von irgendwem will. (Sind doch genug hier, kannste dir gleich eins mitnehmen.)

orsons koeln 2015

Wenn die Orsons eins können, dann ist das Energie durch die Halle jagen. Wir stehen keine Minute still, die Hände sind oben. Das sonst oft verhaltene Kölner Publikum tanzt von der ersten bis zur letzten Reihe. Das liegt aber nicht nur an den Songs selbst: Die vier (plus Band!) haben das Publikum unter Kontrolle. Die Orsons sind einer dieser deutschen Acts, die man live gesehen haben sollte. Schon 2012 haben sie mich im Gloria vollkommen überzeugt. Die springen sogar mit Kehlkopfentzündung auf der Bühne rum. I feel you, Maeckes. Der Arme hat vollkommenes Sprechverbot und macht sich dann eben einen Spaß aus seinem aufgezwungenen Playback.
Obwohl sie heute übrigens einige ältere Stücke gar nicht spielen, stört das kaum jemanden im Publikum. „Wodka, Apfel, Z“, „Rosa, Blau, Grün“ und „Jetzt“ sind ja dabei. Und zur zweiten Zugabe kommt dann auch endlich, endlich „Schwung in die Kiste“, die neue Single übrigens, zu der wir nochmal die Live Music Hall abreißen.

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