Michel Houellebecq liest in Köln

2015-01-19 houellebecq
Vor über einem Monat wurde das Programm für die Lit.Cologne 2015 vorgestellt und ich habe mich wie hunderte andere auf die Karten gestürzt und den Server von KölnTicket lahmgelegt. T. C. Boyle, Nick Hornby.. und eben auch Michel Houellebecq.

Ich habe ehrlich gesagt nur „Elementarteilchen“ von ihm gelesen. Bei den Karten war ich schnell – Gebote auf meine Begleitungskarte waren hoch (Gin Tonic, Essen gehen…).
Dann erst, vor zwei Wochen, geschah der Anschlag in Paris auf die Zeitschrift Charlie Hebdo und plötzlich liest man überall von erhöhten Sicherheitsmaßnahmen und Keupstraße und und und. Gelsen hat das Buch da noch kaum jemand. Und weil Houellebecq nun mal so ist wie er ist, erwarten nun alle etwas Großes. Schließlich ist es „die weltweit einzige Lesung in Köln“. Bla.
Zum Glück war die Lesung schon vor dem ganzen Rummel ausverkauft. So war das einzig ungewöhnliche die zahlreich erschienene Presse. Minutenlang wurde da fotografiert bevor überhaupt ein Wort gesagt wurde. Puh. Die Lesung an sich war übrigens sehr interessant. Das Buch „Unterwerfung“ klingt gut und Robert Dölle vom Schauspielhaus Köln hat wunderbar gelesen. Ich muss mal herausfinden, ob er Hörbucher gesprochen hat. Da könnte ich Stunden zuhören. Houellebecq hat zu Beginn ein paar nachdenkliche Zeilen zu Paris gesprochen, es dann aber gelassen. Viel interessanter fand ich seine Einschätzung zum aktuellen Rechtsruck in Frankreich, und dass das nicht gut ausgehen wird.
Im Foyer nach der Lesung wurden wir dann von mindestens fünf Kamerateams erwartet. Und Radio-Reportern. Und allen übrigen Journalisten. „Wie war’s?“ „Was sagen Sie dazu?“ „Spricht hier jemand französisch?“ Die Lesung wurde sogar aufgezeichnet und ins Netz gestellt. So ein Spökes! Obwohl, vielleicht haben wir Glück und es macht etwas Wirbel um die Lit.Cologne.
Ich hätte die Angebote für meine Karte hochtreiben und in der Zwischenzeit im Purino etwas essen gehen sollen…

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