Mistaken for Strangers (2013), Tom Berninger

c/ Dogwoof

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Mistaken for Strangers ist ein kleiner Film, der hierzulande leider viel zu wenig Aufmerksamkeit bekommen hat. Er hat’s aber auch schwer: zum einen ist er eine Dokumentation, zum anderen verkleidet er sich auch noch als Bandfilm.

Aber!! Mistaken for Strangers spielt zwar im Umfeld der wunderbaren Band The National, behandelt aber eigentlich die schwierige Beziehung der Brüder Matt und Tom. Tom ist das, was man geläufig so als Loser versteht. Er lebt zu Hause bei seinen Eltern, Freunde sieht man eigentlich auch nicht, und er hat noch nie etwas zu Ende gebracht. Sein Bruder Matt ist das Gegenteil. Er ist verheiratet mit Kind, zielstrebig, erfolgreich – und der Leadsänger von The National.

„To have Matt as my older brother sucks because he is a rockstar and I am not.“

Die übrigen Bandmitglieder sind zwei Brüderpaare, a band of brothers, und so kommt Matt auf die Idee, seinen kleinen Bruder mit auf Tour zu nehmen. Um Zeit mit ihm zu verbringen, um ihm eine Aufgabe zu geben. Tom möchte aber nicht einfach ein Roadie sein und allen Wasser und Handtücher hinterhertragen, also beschließt er eine Dokumentation über die Band zu machen.
Es kommt, wie es kommen muss. Tom versagt auf ganzer Linie. Den Film bringt er trotzdem zu Ende. Und dies ist der Film, den wir sehen. Es wird also ein bisschen meta. Und so wird es statt der Band-Dokumentation ein Film über Tom selbst, der aus sich raus kommt, seine Ängste ablegt und endlich sein Leben auf die Reihe bringt.

c/ Dogwoof

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Mistaken for Strangers hat mich mitgenommen, weil der Film mich mit ganz viel Herz übrzeugt hat. Im Film sind so viele Szenen, die noch lange bei mir geblieben sind: den Spaß, den Geschwister untereinander haben können, die Enttäuschung, wenn Matt Tom klar machen muss, dess er nicht Teil der Band ist, die Hilflosigkeit, wenn Tom nicht weiß, was er mit sich anfangen soll.

Und dann kommt dieses Ende, das ich nicht spoilern will, das aber ganz heimlich und leise die ganze emotionale Reise des Films auf den Punkt bringt und zusammenführt. Wenn man Tom bis dahin nicht ins Herz geschlossen hat, macht es spätestens diese kleine Szene.

Danach kann man auch ruhig noch mal die alte The National Platte auflegen, die man noch im Schrank hat, oder seine kleinen Geschwister anrufen. Oder beides.

2 comments

  1. avatar Ines   â€¢  

    Ich war damals bei der Berlin-Premiere und empfehle den Film auch immer wieder (siehe Review: http://wp.me/p2bxlv-Jp). Stimme dir aber eigentlich überall zu 🙂

    • avatar Miriam   â€¢     Author

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