< / Pause >, < Kino > (Inside Llewyn Davis, Blue Jasmin, Only Lovers Left Alive, 12 Years A Slave, Dalles Buyers Club, Wolf Of Wallstreet, The Grand Budapest Hotel)

So, da bin ich also wieder. Der letzte Post ist ja schon ein paar Tage her. Kraaaaaank war ich und bin ich und da ist es schließlich nicht so gut, sich in Clubs und Hallen herumzutreiben. Deswegen musste ich auch zum Beispiel auf die Konzerte von Nadine Shah, Franz Ferdinand und Darkside verzichten… Schade!
Was aber zum Glück immer geht: Kino. Ist nicht anstrengend und gehustet wird aus Prinzip nicht. Passend zur Oscar-Verleihung, die ich natürlich geguckt habe und bei der ich natürlich mindestens einmal eingeschlafen bin ohne es zu merken. („Die haben den besten Regisseur vergessen! Skandal!“ „Nein, da hast du auch geschlafen.“)
Dieses Jahr habe ich sogar relativ viele Filme der aktuellen Oscar-Saison gesehen. Hier also ein kleiner Abriss an Filmtipps:
Ob Oscar oder nicht, die letzten Monate hatten es in sich. Scorsese, Coens, Jarmusch, Allen, Anderson? Schön.

Inside Llewyn Davis – Coen Brüder
Fangen wir gleich mal mit einem der Nicht-Oscar-Filme an. Unverschämtheit eigentlich, dass der noch nicht mal nominiert war! Inside Llewyn Davis war locker unter meinen Top 5 des Jahres – wunderschön gefilmt, ein kleiner Instagram-Film, und dass die Coens Geschichten erzählen können, wundert mich natürlich nicht.
Wir sehen hier ein paar Tage aus dem Leben und, das verrät schon der Titel, aus der Sicht von Llewyn. Er ist erfolgloser Folksänger aus Brooklyn Anfang der 1960er Jahre. Nichts läuft gut bei ihm: kein Geld, kein Gig, keine Wohnung. Mit den Freunden und der Familie klappt’s nicht, und mit der Liebe sollten wir gar nicht erst anfangen. Und doch gucken wir dem hinreißend deprimierten Llewyn ein Stück weit beim Erwachsenwerden zu. Oscar Isaak ist großartig, ich war sofort verliebt. Und John Goodman! Hach. Unbedingt gucken.

Blue Jasmin – Woody Allen
Jedes Jahr schenkt uns der inzwischen 78-jährige einen neuen Film. Lange nörgelten die Kritiker herum, dass Woody Allen seinen Schwung verloren habe und lieber mal mehr Pause einlegen solle. Ganz ehrlich: Ich gucke mir lieber den schlechtesten Woody Allen Film 5 Mal an als mich einmal durch die Blockbuster-Liste zu arbeiten. But that’s me. Mit Midnight in Paris sind nicht nur die Kritiker wieder glücklich, auch kommerziell war der Film ein Erfolg. Jetzt also Blue Jasmin. Allen ist noch immer nicht nach New York zurückgekehrt, aber mit San Francisco rückt er langsam wieder näher. Als ich Cate Blanchet darin sah, war mir ziemlich schnell klar, dass hier ein Oscar-Favorit am Werk ist (und den hat sie dann ja auch bekommen). Und dann ist da auch noch Louis C.K. und alle Fans kichern vor sich hin.

Only Lovers Left Alive – Jim Jarmusch
Über die Premiere des Films, bei der ich Jim Jarmusch live gesehen habe, habe ich ja schon berichtet. Der Film kommt, soweit ich weiß, in den USA erst dieses Jahr raus, komisch umgedreht. Wer sich bei „Vampirfilm“ die Ohren zuhält und schreiend seinen Kopf auf den Tisch haut, dem kann ich beruhigend auf die Schulter klopfen. Jajaja, Vampire. Aber ohne Glitzer. Diese Vampire sind alt und ruhig und Sammler von alten Büchern und Musikinstrumenten und geben sich dem Weltschmerz hin. Viel Handlung gibt es nicht, aber umso mehr Stimmung. Jim fucking Jarmusch. Und Tilda Swinton schon wieder, die man so ziemlich für alles lieben muss, was sie spielt.

12 Years a Slave – Steve McQueen
Hat den Award für den besten Film gewonnen und passt an so manchen Stellen doch gar nicht in diese „Oscar-Form“. Der Film versinkt nicht in Pathos und Mitleid und Schuld, sondern blickt mit ein wenig Abstand als stiller Beobachter auf dieses große Thema. Die Geschichte spielt vor dem amerikanischen Bürgerkrieg. Solomon Northop lebt frei mit seiner Familie im Norden, wird entführt und als Sklave in den Süden verkauft. Von Plantage zu Plantage führt es ihn, und es dauert 12 Jahre, bis er wieder nach Hause kann. Wer schon Filme von Steve McQueen gesehen hat, erwartet eine sehr kraftvolle Geschichte, subtil erzählt und mit gepeinigten Hauptfiguren. Chiwetel Ejiofor spielt wunderbar – genauso wie (natürlich) Michael Fassbinder und Lupita Nyong’o.

Dallas Buyers Club – Jean-Marc Vallée
Hier sieht man, was ich mit „Oscar-Form“ meine. Was für ein mächtiges Thema, was für eine große Geschichte. Das wissen wir wie bei 12 Years A Slave auch schon vorher, aber hier muss der Regisseur uns auch konstant darauf hinweisen. Die Figuren erklären ständig was los ist. Dabei müssen sie das gar nicht – Matthew McCounaughey sieht auch so aus wie der Tod persönlich. Der Film war ok, aber mir hat er an vielen Stellen die Grenze zum Pathos und Schnulz überschritten, an denen es nicht nötig war. Gleichzeitig ignoriert er so viele Möglichkeiten, richtig in die Figuren einzusteigen. Wie Ron seine Homophobie überwindet, der Moment, als er die Krankheit ernst nimmt, die Verzweiflung, gegen Windmühlen zu kämpfen. Das sind alles Momente, an denen die Figur wächst und sich entwickelt, die hier aber an der Oberfläche bleiben.

Wolf of Wallstreet – Martin Scorsese
Drei Stunden Scorses – und keine Minute war mir langweilig. Ich kann bei dem Film aber komischerweise ganz schlecht einschätzen, wie sich der Film bei mir halten wird. Wolf of Wallstreet ist jedenfalls ein Spektakel: Geld, Partys, Betrug, Drogen, Nutten, Autos, FBI… Die Szenen prasseln auf den Zuschauer ein, hier lustig, da gefährlich. Was ganz seltsam ist: Die Hauptfigur kommt bei manchen wohl ganz anders an. Der komische Typ neben mir im Kino hat sich bei jeder Brust im Bild gefreut wie ein Kind an Weihnachten und jede schmierige Aktion von Jordan Belfort mit „Geeeil!“ kommentiert. Ich habe auch schon von Herren gehört, die meinen, der Film sei „einfach nichts für Frauen“. Ach so, jaja. Hilfe.

The Grand Budapest Hotel
Kaum einer ist so verliebt in sein Szenenbild wie Wes Anderson. Man könnte wahrscheinlich beliebig irgendwo im Film stoppen und sich das Bild an die Wand hängen. Auch für interessante Details in der Geschichte lässt er gerne mal Logik oder gewohnte Handlungsstränge links liegen. Filme von Wes Anderson sind Märchen für Erwachsene, die mag man entweder oder nicht. Ich mochte Moonrise Kingdom noch lieber, aber egal.

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