Nadine Shah, 05.11.13, Studio 672

NadineShahCologne

Der Unterschied könnte kaum größer sein. Vor zwei Tagen haben mir die Editors im E-Werk noch ihren Bombast um die Ohren gehauen und heute sitze ich im klitzekleinen Studio 672 bei Nadine Shah. Dabei treffen beide bei mir den selben Nerv. düster und melancholisch ist das, die Texte emotional und persönlich.

Im Studio sind wir vielleicht 150 Leute – „intimes“ Konzert nennt man das wohl. Für Nadine Shah ist das gut. Mit ihrem ersten Album „Love your dum and mad“ ist sie in Deutschland unterwegs und testet ein bisschen die Stimmung. Wie kommen die Songs beim Publikum an? Die Fachpresse war begeistert vom Album, ich habe hier schon von Nadine Shah geschwärmt.

Stilecht kommt sie und ihre Band ganz in schwarz auf die Bühne und verliert keine großen Worte. Das ist elegant und arschcool. Am Anfang wirkt die Band eher ein bisschen wie Deko, der Fokus liegt ganz klar auf Nadines durchdringender Stimme. Danach krachen sie gemeinsam in dem kleinen Club aber ganz gut.
Von Song zu Song wird Nadines Gesang stärker und sie wird ruhiger. Das Kölner Publikum gibt ihr mit seiner Begeisterung mehr Sicherheit. Zusätzlich zu den Stücken vom Album (besonders toll: „Aching Bones“ und „All I want“) spielt sie auch neue Songs und ein Cover. Bei „Ribbon“ packt sie sogar die Gitarre aus. Der Song ist mir ein wenig zu folkig, und sie ist sich auch noch nicht so ganz sicher: „I feel like one of the cute girls with this guitar. I don’t like that. I like it black.“
Am Ende ist Nadine dann ganz aufgetaut, lacht ausgelassen und spielt die Zugabe, bis sie wirklich kein Material mehr hat: „Enough laughing now, back to the miserable stuff!“

Als nächstes wird Nadine Shah als Support von Depeche Mode durch Deutschland und die ganz großen Hallen ziehen. Der Unterschied zu diesem Konzert könnte auch hier wieder nicht größer sein.

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