Haim, 26.11.2013, Bürgerhaus Stollwerck

Haim live in Köln

Haim zählen sicher zu den Newcomern des Jahres. Man kann kaum eine Musikzeitschrift aufschlagen oder die Top-irgendwas in den Musikblogs lesen, ohne über die drei Schwestern aus Los Angeles zu stolpern.

Am Dienstag haben Haim im Bürgerhaus Stollwerck gespielt, und dass die ganze Musikpresse recht hat, kann ich hiermit bestätigen. Der Musikstil von Haim ist sehr schwer zu beschreiben. „Eine Mischung aus R’n’B und Folk“ nennen sie es, aber das trifft es nur ganz, ganz entfernt. Haim sind vor allem neu. Da ist viel Rhythmus, ja, und rocken können die Damen auch. Sie wechseln harmonischen Gesang mit harten Gitarrenriffs, coole Bassläufe mit wilde Trommeln. Die drei Schwestern spielen alle gleich mehrere Instrumente.

Haim live in Köln

Das alles ist sehr tanzbar, auch wenn Köln an dem Abend ein bisschen bewegungsfaul war. Die beiden Hits „Falling“ und „The Wire“ gleich zu Beginn haben vielleicht ein bisschen überfordert. Nach der Hälfte des Konzerts forderte Danielle (Gitarre) das Publikum auf, jetzt doch mal mit der eigentlichen Party zu beginnen und nicht mehr nur andächtig zuzuhören. „Don’t save me“ half dabei. Vor „Forever“, dem letzten Song vor der Zugabe, stellte Este (Bass) dann aber noch mal klar: „Wir haben euch ja höflich gebeten, aber jetzt will ich euch euren Arsch bewegen sehen!“

Haim live in Köln

Die Magie von Haim liegt nicht allein in der Musik. Die drei sind cool und doch sehr sympathisch, sie sind sexy, ohne billig zu wirken. Und auch wenn die Tatsache, dass es sich um drei Schwestern handelt (die Haim mit Nachnamen heißen), der Aufmerksamkeit sicherlich zugute kam – Talent wird hier ganz groß geschrieben. Zusätzlich stimmt die Chemie und die drei können gut mit dem Publikum. Este erzählt uns, wie gern sie deutschen Apfelsaft trinkt, und dass sie überhaupt die schönsten Erfahrungen ihres Lebens in Deutschland hatte. Ach so, jaja.
Zusätzlicher Pluspunkt: ein herzzerreißend fantastisches Cover von „Strong enough“ von Sheryl Crow. Jajaja.

Haim live in Köln

Das Publikum besteht zur Hälfte aus begeisterten Anhängern, die Haim vielleicht schon als Vorband von Vampire Weekend gesehen haben (ich auch), und zur Hälfte aus Freunden, die sie mitgebracht haben, um die Begeisterung weiterzutragen. Wenn das so weitergeht, werden Haim mehr und mehr Leute aufhorchen lassen.

Haim live in Köln

In der Indie-Szene sind sie schon groß, und nach diesem Konzert wünscht man Haim sehr, dass es für sie so weitergeht und der richtige Durchbruch kommt. Radiotauglich sind die Songs auf jeden Fall.

Haim live in Köln

4 comments

  1. avatar Ines   â€¢  

    Ist ja dann schade, dass sie das Publikum nur halb begeistern konnten… aber dass sie eine Radioband sein können (sind sie ja schon halb), glaube ich auch

  2. avatar Miriam   â€¢     Author

    Das stimmt. Wobei es nicht an Haim lag – die waren toll. Vielleicht war die Hälfte des Publikums noch paralysiert von der Kälte draußen 🙂
    Ob es mit dem größeren Erfolg klappt, bin ich echt gespannt. Das denkt man ja leider oft bei guten Bands und dann fehlt am Ende doch der letzte Schups. Warten wir mal noch ein Jahr…

  3. avatar Kati   â€¢  

    Super Artikel. Ich fand es sehr schade, dass das Publikum so verhalten reagiert hat. Ich google jetzt schon 30 Minuten und weiß immer noch nicht, wie die Vorband hieß?! Kann mir das jemand sagen? Habe es überhaupt nicht mitbekommen… 🙁

  4. avatar Miriam   â€¢     Author

    Danke, Kati! In der Mitte war es gar nicht so schlimm. Es lag wohl daran, dass wirklich so viele „neue“ Leute zum Gucken gekommen sind. Die stehen dann meist erstmal neugierig rum..
    Die Vorband hieß Saint Raymond. Von denen habe ich auch noch ein paar Bilder. (werden in nächster Zeit mal veröffentlicht)

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