Beast of the Southern Wild (2012) – Benh Zeitlin

Copyright by Ben Richardson/MFA+ FilmDistribtuion

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Der „Bathtub“ liegt im Küstengebiet von Louisiana, noch vor den Dämmen von New Orleans; ein Sumpfgebiet, das halb überspült ist. Hier lebt Hushpuppy, eine Sechsjährige, zusammen mit ihrem Vater und einer Horde Menschen, die die Gesellschaft verlassen haben, oder auch von ihr verlassen worden sind. Trinker, Spinner, Einsame.

Wo zurzeit nur Superheldenfilme und „Alte-Filme-ganz-neu-mit-CGI-und-3D“ die Kinos füllen, überraschte dieser kleine Film letztes Jahr und macht glücklich. Es ist das Regiedebut von Benh Zeitlin, mit Hauptdarstellern, die vorher noch nie gespielt haben.

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Hushpuppy (Quvenzhané Wallis) hat zwei Probleme, mit denen sie fertig werden muss: einen (alkohol)kranken, alleinerziehenden Vater (Dwight Henry), der hart zu ihr ist, und sie auf ein Leben als Waise vorbereitet, und dazu kommt ein Hurricane, der droht, den Bathtub zu zerstören. Als die Bedrohung schlimmer wird, erklärt sich Hushpuppy das mit kindlicher Philosophie.

„I see that I am a little piece of a big, big universe, and that makes it right.“

Mit ihrer Fantasie erklärt sie sich die Welt und die grausamen Dinge, die ihr bevorstehen, als große, gefährliche Auerochsen, die mit dem Schmelzen der Polkappen zum Leben erwachen. Die Gefahr kommt näher.

Als das Wasser steigt, wird der Bathtub evakuiert. Ein paar Bewohner bleiben und machen das, was sie immer machen. Sie feiern eine Party mit allem, was bleibt: Shrimps, Fisch, Selbstgebrannter. Eigentlich nur ein Volksfest mit Musik – ein Schützenfest. Für Hushpuppy ist diese Nacht eine weitere große Prüfung in ihrem Leben.
Wer den Hurricane überlebt, steht aber vor einem neuen Problem, denn das Wasser bleibt. Was tun? Im Laufe des Films wird Hushpuppy noch viel lernen: Sterblichkeit, Geborgenheit und Stärke. Wie man überlebt und „sichtbar“ wird. Und wie man mit den Auerochsen auskommt.

„Everybody loses the thing that made them. It’s even how it’s supposed to be in nature. The brave men stay and watch it happen, they don’t run.“

Beast of the Southern Wild erzählt eine fundamentale Geschichte auf eine neue Art. Liebe, Einsamkeit, Unabhängigkeit, Eltern-Kind-Beziehung, Erwachsenwerden, Fantasie, Gefahr – das alles ist kaum vorhersehbar und überraschend dargestellt. Es gibt kein Gut und Böse – Hushpuppy entdeckt die Welt mit uns zusammen und definiert die Kräfte immer wieder neu. Ob sie den Bathtub irgendwann verlassen wird, bleibt am Ende wunderbar offen, aber auch, ob sie das überhaupt möchte.

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