Der Bechdel-Test

Angriff der 20-Meter-Frau

Das Konzept des Bechdel-Test begegnete mir das erste Mal vor ca. einem Jahr. Es ging um Frauenrollen im Film, spezifisch um: Frauen sind es gewohnt, sich in Filmen mit dem männlichen Helden zu identifizieren – denn in vielen Filmen gibt es meist gar keinen weiblichen Part, oder keinen Part, der dafür genug auserzählt ist.
Puh, da stöhnt der Mensch. So ein Feministenthema schon wieder, das kommt dir nur so vor… Als Beweis lässt sich aber sehr schön der Bechdel-Test anführen.

In der letzten Zeit habe ich auch in Blogs und in Filmkritiken immer mehr davon gelesen. Daher möchte ich diese einfache Formel kurz erklären:

Um den Bechdel-Test zu bestehen, muss der Film nur drei einfache Kriterien erfüllen:

1. Gibt es im Film mindestens 2 Frauen? (Die auch sprechen und nicht nur im Hintergrund rumstehen)
2. Reden diese beiden Frauen irgendwann im Film auch mal miteinander?
3. Reden Sie dabei über ein anderes Thema als Männer?

Das hört sich eigentlich sehr einfach an. Zwei Frauen im Film reden über irgendwas. Das kann eigentlich nicht so schwer sein. Erschreckend ist dann aber, wie viele Filme den Test eben nicht bestehen. Gruselig ist zusätzlich, dass viele Filme den Test nur bestehen, weil die Frauen im Film über Themen wie Ehe oder Babys reden. Aaaah! Und: Wie viele Filme den Test nicht bestehen, die spezisch als „Frauenfilm“ angelegt sind.

Was macht das mit Frauen, wenn sie in einem Großteil der Filmgeschichte entweder nicht existieren oder Ihnen Figuren vorgesetzt werden, die nicht selbstbestimmt handeln? Und was macht das auf einen Eindruck auf Männer? Siehe dazu auch diesen schönen TED-Talk von Colin Stokes: How movies teach manhood.

Schön hat das auch … auf den Punkt gebracht, die den Bechdel-Test auf die Oscar-Nominierungen der letzten zwei Jahre anwendet und auch zeigt, dass man das Prinzip genauso auf zum Beispiel die Repräsentation von afroamerikanischen Figuren anwenden kann.

Dabei geht es beim Bechdel-Test gar nicht darum, die Qualität eines Filmes aufzuzeigen – das verstehen viele leider falsch. Sicher will niemand behaupten, dass Fightclub und Ghostbusters und Herr der Ringe und Pulp Fiction schlechte Filme sind, nur weil es darin keine zwei Frauen gibt, die sich über etwas unterhalten. Stutzig sollten einen diese Zahlen aber dennoch machen.

 

*) Die Bilder in diesem Artikel sind Affiliate-Links von Allposter.com

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