Walk the Moon, 05.03.2013

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In Köln wird es Frühling, zumindest für eine Woche. Wie passend, dass hier genau jetzt Walk the Moon Station machen – eine Band, die vor allem dafür bekannt ist, einen der besten Sommerhits des letzten Jahres veröffentlicht zu haben. Die Single Anna Sun stieg im Sommer hoch in die US-Charts ein und wurde vom Esquire-Magazin unter die „30 summer songs every man should listen to“ gewählt. 
Was dieser Abend verspricht – und auch hält – ist genau das: Indiepop voller Energie, Lebensfreude, Spaß!
 
Zu Beginn müssen wir aber zusammen die Vorband überstehen. The Rubens sind so langweilig und lieblos bei der Sache, wie man es von so einer jungen Band kaum erwarten kann. Im Gegensatz zu Walk the Moon wirken sie alt und verstaubt, und als hätten sie nach langer Tour gar keine Lust mehr auf der Bühne zu stehen. Das Publikum anheizen geht definitiv anders. 
 
Beim Umbau kämpfe ich mich für die Fotos in die erste Reihe – und treffe auf ein Teenfest. Junge Mädchen, die sich wie die Band mit Kriegsbemalung geschmückt haben und laut überlegen, wer der süßeste der Band ist, sehe ich eher selten im Gebäude 9. In den Reihen dahinter stehen die Tänzer – gut so. In Sachen Enegie und Getanze kann trotzdem niemand mit Walk the Moon mithalten. Als die vier Jungs aus Cincinnati pünktlich um 22 Uhr die Bühne stürmen, sprudelt die Energie nur so aus ihnen hinaus. Wir sehen wilde Tanzeinlagen (keine Boyband-Choreografien), die authentisch und erfrischend sind. 
 

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Schon ab dem zweiten Song Next in Line ist dann auch das Publikum nicht mehr zu halten. Walk the moon haben sich nicht ohne Grund einen Ruf als außergewöhnlich energetische Live-Band erspielt. Erfolgreich meisterten sie bereits Auftritte beim SXSW-Festival sowie im Vorprogramm von Weezer, Panic At The Disco oder den Kaiser Chiefs. Dass die Konzerte keine Routine werden sollen, unterstreichen sie auch mit der im Publikum schon gesehenen Kriegsbemalung. „Das hier ist ein sicherer Raum“, verkündet Sänger Nicholas Petricca auf der Bühne. „Vergesst alles, was da draußen ist und flippt richtig aus.“
 
Die Tanzaufforderungen zwischendurch verfehlen nicht ihre Wirkung. „Shiver Shiver“, Tightrope“ und „Jenny“ werden gleichberechtigt gefeiert. Bei „Iscariot“ halten wir inne und lauschen auch den ruhigen Klängen. Und auch wenn das Publikum heimlich natürlich auf den Hit „Anna Sun“ wartet, den die Band ganz zum Schluss spielt, um die Spannung zu halten, verbreitet Walk the Moon eine Ausgelassenheit, die ansteckend ist. Dazu trägt vor allem bei, dass die Songs einfach gut sind. Nicholas Petricca (Gesang, Keyboards), Kevin Ray (Bass), Eli Maiman (Gitarre) und Sean Waugaman (Drums) tänzeln durch die Playlist ihres Albums und mischen 2 Songs der neuen EP „Tightrope“ ein. Außergewöhnlich gut ist dabei Petriccas Stimme, die er von mehrstimmigem Falsett bis laut-krächzenden Hymnen beherrscht. 
 
Was man am Ende über wenige Band sagen kann: Walk the Moon brauchen größere Hallen. Wer so frischen, authentischen und jungen Indiepop macht, sollte sich vor Fans nicht retten können. Genug Energie, um viel größere Hallen zu füllen, haben sie allemal. 

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