Take Shelter (2012) – Jeff Nichols

Ich gehöre tendenziell nicht zu den Menschen, die sich gut Zitate aus Filmen merken können. Gar nicht. In der Regel weiß ich eine Woche später nicht mal mehr, was am Ende passiert ist. Ich gehöre allerdings zu den Menschen, bei denen sich ganz selten, dann aber richtig, ein bestimmten Satz ins Hirn brennt, der in bestimmten Situationen unausweichlich hervorbricht.
Wie gut, dass mir da sonst gerade kein Beispiel einfällt. Also dieses hier: „There is a storm coming like nothing you have ever seen!“ Jedes Mal, wenn es draußen dunkel wird und der Wind losgeht, spukt das in meinem Kopf.

Letztes Jahr habe ich Take Shelter von Jeff Nichols gesehen. Ein wunderbarer Katastrophenfilm, der fast ohne Krach und Spektakel auskommt, und mich vollkommen mitgenommen hat.
Der Film ist wahnsinnig gut gespielt und baut mit intensiven Bildern eine bedrückende Stimmung auf. Erst später habe ich erfahren, dass er im Jahr zuvor auch in Cannes gewonnen hat. Trotzdem ist der Film leider gerade in Deutschland nicht so richtig aus den Puschen gekommen.

Take Shelter handelt ganz grob von Curtis (Michael Shannon), der Visionen von einem apokalyptischen Sturm hat. Er ist sich bewusst, dass nur er diese Vorzeichen sehen kann, und auch, dass dies wahrscheinlich die ersten Anzeichen von Schizophrenie sind, denn daran leider auch seine Mutter. Aber obwohl er so reflektiert ist, beginnt er, einen Bunker zu bauen und setzt damit alles auf’s Spiel. Er gibt das gesparte Geld für die Operation der Tochter aus, riskiert seinen Job, weil er die Ausrüstung seines Arbeitgebers benutzt, und bringt dabei selbst seinen besten Freund in Schwierigkeiten.
Die Handlung steht im Film aber an untergeordneter Stelle, viel beeindruckender ist die intensive Atmosphäre. Die Wahnvorstellungen, die Curtis bekämpfen will und sich gleichzeitig doch auf sie einlässt, sind dramatisch und eindringlich inszeniert ohne in Katastrophenfilmklischees abzurutschen. Und wenn Curtis dann auf einem Nachbarschaftsfest versucht, die anderen zu warnen, bekommt man das nie mehr aus dem Kopf. There is a storm coming.
Angucken!

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