Die besten Konzerte 2012

Baaaaah. Best-of-Listen sind so schlimm.
Obwohl, manchmal entdeckt man auf denen ja doch noch etwas. Deshalb lese ich auch gerne Beste-Songs- oder Beste-Alben-Listen.

Na gut, hier also meine ganz persönliche „Die besten Konzerte des Jahres“-Liste. Das war gar nicht so einfach, denn dieses Jahr war wirklich überdurchschnittlich gut. Da waren einige Bands dabei, die ich mir immer ansehen wollte und auf die ich schon lange gewartet habe, und auch ein paar Bands, von denen ich mir jedes Konzert ansehen würde, auch wenn sie jeden Monat vorbei kämen. Unter meinen Top-Platzierungen sind dann aber eher die Bands gelistet, die mich wirklich überrascht haben.


10) Alabama Shakes
Es gibt Konzerte, die findet man spektakulär und weiß zwei Monate später nicht mehr warum. Und es gibt Konzerte die wachsen erst mit der Zeit. Bei den Alabama Shakes ist es anders: Die Sängerin Britney hat mich sofort umgehauen. Wenn man sich mit so viel Stimmgewalt in einem Raum befindet, spürt man das in jeder Zelle. Zusätzlich habe ich gute Erinnerungen an das Publikum – die waren gut drauf und hatten Lust mitzumachen. Spektakulär ist das Konzert mir nach den Monaten nicht mehr in Erinnerung. Wenn ich aber jetzt einen Song von den Alabama Shakes höre, ist alles gleich wieder da. Wow.


09) Mayer Hawthorne
Ok, hier muss ich das erste Mal schmachten. Großartige Live-Shows, toller Mann. Hauptberuflich eher DJ wird Mayer Hawthorne aus Detroit in den USA immer populärer und treibt sich mit HipHop-Größen herum. Live spielt er eher seine eigene Version von richtig gutem Motown-Soul. Ich habe schon zwei Konzerte von ihm fotografiert, aber hier noch nichts veröffentlicht – hole ich nach.


08) Bonaparte
Auch so eine Band, die ich mir immer wieder ansehen würde. Die Shows sind richtige Shows: Tänzer, Verkleidungen, Nackte, noch mehr Verkleidungen, RocknRoll. Man könnte sich auch nur hinstellen und zusehen. (Was viel bei ihrem ersten Bonaparte-Konzert auch gerne tun.) Besser ist es aber, einfach in die Menge zu springen und mitzumachen. Am nächsten Tag tut zwar alles weh, aber es lohnt sich immer wieder.


07) Blood Red Shoes
Die Blood Red Shoes wollte ich schon so lange sehen. Schon mindestens zweimal hatte ich sie in meinem Kalender und konnte dann nicht. Mensch, habe ich was verpasst. Sie beweisen, dass man nicht mehr als einen Drummer und eine Gitarristin braucht, um fantastisch zu sein. Man braucht nur sehr viel Live-Erfahrung. Die beiden spielen nämlich seit gefühlten 10 Jahren ohne Unterbrechung. Als Vorband von The Gaslight Anthem sind sie ein wenig untergegangen, aber im E-Werk als Vorband aufzutreten ist auch ein undankbarer Job.


06) Die Orsons
Die Orsons sind meine größte Überraschung. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass die live so gut sind. Musikalisch sind sie schwer auf der Charts-Seite, haben beim Bundesvision Songkontest gespielt und sind letztes Jahr noch als Vorband von Fettes Brot durchs Land gezogen. Jetzt haben sie eine feste Fangemeinde, die das Gloria durchgefeiert hat wie schon lange nicht mehr. Wenn am Ende der Show zwei Bandmitglieder nicht mit zum Merch können, weil sie zu kaputt oder betrunken sind, kann das nur ein gutes Zeichen sein.


05) Moneybrother
Wenn ich bei einem Menschen ein schmachtender Teenager sein möchte, dann bei Anders Wendin. Der Mann ist aber nicht nur charmant, sondern gibt auch fantastische Live-Shows. Alle tanzen, alle singen und er hat das Publikum im Griff. Das war jetzt schon meine dritte Moneybrother-Show und ich werde immer wieder hin gehen. Für mein Fotoherz wünsche ich mir das nächste Mal aber bitte besseres Licht.


04) Reptile Youth
Alle Gerüchte sind war. Reptile Youth haben einen spektakulären Ruf zu verteidigen: Die Live-Band des Jahres, besessene Tanzeinlagen, Publikumskontakt, die machen alles richtig. Und auch wenn das Gebäude 9 viel zu leer war, ihren Ruf haben sie mehr als verteidigt.


03) We were promised Jetpacks
Das einzige Mal, dass ich einen schottischen Akzent so toll fand – muss ich noch mal überlegen. Das Konzert von We were promised Jetpacks war wahrscheinlich das intensivste, das ich dieses Jahr gesehen habe. Das Gebäude 9 stand still und lauschte. Selbst wenn Sänger Adam vom Mikro weg trat, hatte selbst die letzte Reihe noch Gänsehaut.


02) Boots Electric
Das Boots Electric Album war gut, aber nicht perfekt. Wenn man aber die Möglichkeit hat, Jesse Hughes live zu sehen, und dann auch noch in einem kleinen Club wie dem Luxor, sollte man das verdammt noch mal machen! Der Herr war zwar krank und vom Doc wach gespritzt, aber vielleicht hat gerade der Fieberwahn noch einen drauf gesetzt. Aus dem Boots Electric Konzert wurde schnell ein Eagles of Death Metall Konzert und das Publikum hat durchgetanzt bis zum letzten Ton. Auch wenn das am schwierigsten ist – so fotografiere ich gerne. Mit der Kamera im Fotograben stehen, kann ja jeder. Aus der Menge raus versuchen die Kamera noch in etwa in die richtige Richtung zu halten, ist besser.


01) We are Augistines
Ein Konzert, wie man es nicht oft erlebt. Ich hatte gar keine großen Erwartungen, weil ich mir We are Augustines nur nebenbei mal auf einen Tipp hin angehört habe. Und dann das: Das letzte Konzert einer 15-monatigen Tour. Ein Sänger, der sich alles von der Seele singt, auch wenn sie morgen weg ist. Bei einer Zugabe von „Philadelphia“ kam sogar der Klomann raus, um sich das anzusehen. Und am Ende stand die Band mit Pipi in den Augen auf der Bühne und das halbe Publikum dabei. Ja. ja. ja.


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